ESA meldet: Wissenschaftssonde „Philae“ ist in den Ruhemodus übergegangen!

15.11.14 • JEZT AKTUELL, START, WISSENSCHAFT, MEDIZIN & TECHNIKKeine Kommentare zu ESA meldet: Wissenschaftssonde „Philae“ ist in den Ruhemodus übergegangen!

JEZT - Philae Data Display in Cologne - Foto © ESA Team Rosetta - Fotobearbeitung © InterJena

(JEZT / ESA) – Nun also doch: Nachdem gestern Abend gegen 23 Uhr die Energie der Hauptbatterien des Kometen-Landers „Philae“ aufgebraucht war (kurz zuvor hatten die Techniker der ESA die Wissenschaftssonde noch einmal um 35 Grad in Richtung der Sonne drehen können) und die Energieerzeugung durch Sonnenpanele an der Außenseite von „Philae“ gewährleistet werden musste, hatte die Europäische Weltraumorganisation ESA noch gemeldet: „stable comms”, also eine stabile Daten-Kommunikation. Knapp drei Stunden später war aber die Datenübertragung mit einem Mal zu Ende und das Labor im Innern von „Philae“ ging in einen Ruhemodus über (Foto oben).

Jetzt heißt es abwarten, sagte ESA-Projektmanager Stephan Ulamec vom DLR, denn wahrscheinlich könne „Philae“ mit der Zeit wieder Energie auftanken, wenn sich der Komet mehr in Richtung der Sonne dreht. „Das wird aber wahrscheinlich nicht in den nächsten zwei Monaten sein“, ergänzte der technische Leiter des Landers, Koen Geurts, der ebenfalls im DLR-Kontrollzentrum in Köln arbeitet.

JEZT - Philae - Destination on Comet 67P - Image © ESA Rosetta Team + Bearbeitung von InterJena

„Wir sollten aufhören, zu überlegen, was wir hätten tun können, wenn alles funktioniert hätte und uns lieber darauf konzentrieren, was wir erreicht haben“, sagte Flugdirektor Andrea Accomazzo heute vormittag. „Das ist einzigartig und wird für immer einzigartig bleiben“, sagte er und spielte darauf an, dass die Sonde, die insgesamt drei Mal auf dem Kometen “67P / Tschurjumow-Gerassimenko” aufsetzte, mit ein wenig Pech auch ganz verloren hätte gehen können. Beim dritten und letzten Aufsetzen landete „Philae“ knapp am Rande des Kometen und verhakte sich dort zwischen zwei Felsen, die seine Position fixierten. Raumfahrtexperten hatten es deshalb bereits am Mittwoch als einen Erfolg gesehen, wenn das Gerät überhaupt die von der Hauptbatterie gespeisten etwa 60 Stunden durchhalten könnte.

JEZT - Philae - Third Surface Photo of Comet 67P - Image © ESA Rosetta Team + Bearbeitung von InterJena

Kurz nach 2 Uhr früh am 15.11.2014 twitterte die ESA zwar „Our lander’s asleep: Good night„, aber trotz der misslichen Position am Rand des Kometen „Tschuri 67P“ (Foto unten) konnten laut dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt(DLR) alle zehn Instrumente des Labors aktiviert werden. Kurz vor dem Übergang in den Ruhemodus konnte „Philae“ sogar noch Bodenproben entnehmen und ein Thermometer des Instrumentes „Mupus“ rund 35 Zentimeter tief in den Kometen rammen, um die Festigkeit des Bodens zu testen und Informationen über seine Wärme zu bekommen. Nun erhoffen sich Wissenschaftler weltweit bei der Analyse der bislang übermittelten Daten Hinweise über die Entstehung des Sonnensystems vor rund 4,6 Milliarden Jahren.

Der Blick in die tiefste Vergangenheit des Universum war durch „Philae“ und sein Mutterschiff, der Raumsonde „Rosetta“, erst durch eine fast zehnjährige Reise durchs All zu dem jetzt besuchten Kometen möglich gemacht worden. Erwartet werden durch die gesammelten Daten auch Indizien darauf, wie Leben auf der Erde möglich werden konnte, etwa durch den Nachweis von organischen Molekülen auf „Tschuri“.





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