Neue Ausstellung in Jena: SCHOTT schrieb mit seinem Spezialglas Kulturgeschichte bei der Gaslaterne

27.02.15 • JEZT AKTUELL, KULTUR & BILDUNG, STARTKeine Kommentare zu Neue Ausstellung in Jena: SCHOTT schrieb mit seinem Spezialglas Kulturgeschichte bei der Gaslaterne

JEZT - Blohm-Glocke von 1935 zur Straßenbeleuchtung - Foto © SCHOTT Archiv

Blohm-Glocke von 1935 zur Straßenbeleuchtung – Foto © SCHOTT Archiv

(JEZT / SCHOTT) – Zwischen Nostalgie und Technologie blickt die neue Sonderausstellung in der SCHOTT Villa auf eines der erfolgreichsten Kapitel in der Technologiegeschichte des 19. Jahrhunderts. Produktbeispiele, Bilder und Dokumente zeigen Gaslichtzylinder aus Spezialglas von SCHOTT.

JEZT - SCHOTT Glas in einer Trapp-Gaslaterne in der Wagnergasse - Foto © MediaPool Jena Vitzthum

SCHOTT Glas in einer Trapp-Gaslaterne in der Wagnergasse – Foto © MediaPool Jena Vitzthum

Die Geschichte des Gaslichts begann vor mehr als 200 Jahren und sie währt bis heute – Glas von SCHOTT spielte dabei für viele Jahrzehnte eine entscheidende Rolle. Der österreichische Physiker Carl Auer von Welsbach konnte im Jahr 1886 die Lichtausbeute herkömmlicher Gaslampen durch die Entwicklung des Glühstrumpfs ganz wesentlich verbessern. Aber erst Otto Schotts Innovation von hitze- und temperaturwechselbeständigem Borosilicatglas ist es zu verdanken, dass sich die neue Technologie praxis- und alltagstauglich durchsetzen konnte. Einzig bei SCHOTT im Jenaer Glaswerk hatte man die nötige Expertise, abschirmende Zylinder herzustellen, welche den hohen Anforderungen des Auer-Gasglühlichtes standhalten konnten.

Die Nachfrage und die Produktion der Zylindergläser wuchsen rasant: 1894 kam das neue Produkt auf den Markt, 1899 lag die Tagesproduktion bereits bei 30.000 Stück. Das Glaswerk wuchs mit dem Erfolg, die Gasglühlichtzylinder bedeuteten eine leuchtende Erfolgsgeschichte für das Unternehmen. In den folgenden Jahrzehnten wurde das Gaslicht, vor allem für die Straßenbeleuchtung immer weiterentwickelt und modernisiert, und bis in die 1960er Jahre setzte Beleuchtungsglas von SCHOTT dabei Standards.

Noch heute sind Gaslaternen in der Straßenbeleuchtung im Einsatz und wirken im Straßenbild einiger Städte mit. Wo sie durch elektrische Lampen ersetzt werden, erhebt sich leidenschaftlicher Protest, denn die Liga der Gaslicht-Anhänger ist stark. Seit 2004 stehen auch in Jena wieder Gaslichtlaternen. Sie werden wegen ihres warmen Lichts und als Sinnbild alter Zeiten geschätzt. Aber sie stehen auch für eine Epoche der Industrialisierung, in der sie die Welt hell und modern machten. Im Rahmen des Themenjahrs „Lichtstadt Jena“ im UNESCO-Jahr des Lichts lädt die SCHOTT Villa zu einer Reise in die Technik- und Kulturgeschichte, mit einer nachhaltigen Innovation, die im Jenaer Glaswerk ihren Siegeszug antrat.

Die Eröffnung der Ausstellung in der SCHOTT Villa ist am kommenden Dienstag, den 3. März 2015, um 17.00 Uhr.





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