„Das Leben ist ein Selfie“ – Der gnadenlose Faktencheck von Jenareporterin Jane Napoli (Teil 1)

04.05.15 • INTERESSANTES, STARTKeine Kommentare zu „Das Leben ist ein Selfie“ – Der gnadenlose Faktencheck von Jenareporterin Jane Napoli (Teil 1)

JEZT - jena PR anger - Symbolbild  MediaPool Jena

Es hätte so schön werden können: Ein Paradies hatten die Stadtoberen ihren Jenaerinnen und Jenaern versprochene, als sie mit dem Umbau des Paradiesbahnhofs das „Jena Paradies“ verkündeten. Im Stadtsäckel wurden hierfür Tausende und Abertausende Euros bereitgestellt. Zum Vergleich: Ein Parkschein, der nur einem einzelnen Auto dient, kostet auf dem Eichpatz 5 Cent, wer aber über die Parkzeit hinaus dort sein Auto stehen lässt, zahlt schon mal das Tausendfache davon an Strafe. Und zwar damit der Oberbürgermeister zu einer Preisverleihung um die halbe Welt jetten kann, dann aber doch nicht Weltbürgermeister wird. (Mit einberechnet sind dabei Fughafengebühren, Sonderabgaben und der Kauf einer armenischen Fahne).

JEZT - Hier spricht Jane Napoli - Symbolbutton © MediaPool JenaJedenfalls hat sich der Jenaer Stadtrat mit der Mehrheit der Betonköpfe niemals gegen ein Paradies in Jena entschieden, lehnte aber die Ergänzung der Grünen, wegen der Chancengleichtheit neben dem Paradies auch eine Hölle einzurichten, ab und der Änderungsantrag der Piratenstadträtin auf Anschaffung einer Schlange für das Paradies wurde erst gar nicht behandelt. Es muss deshalb von einer Betroffenheit aller Bürger ausgegangen werden, weil deren Interessen nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Schuld daran ist der bearbeitende grüne Stadtentwicklungsdezernent, der versprochen hatte, alles zu tun, was für ein Paradies notwendig ist und – wie immer – kläglichst versagt hat. In der Pressekonferenz, in der er damals seine Ideen vorstellte, wurde ich übrigens gar nicht erst eingeladen, obwohl ich anerkanntes Mitgllied der Jenareporter bin und deshalb nach dem Thüringer Informationsfreiheitsgesetz hätte eingeladen werden müssen: ein weiterer Rechtsverstoß in einer nicht zu knappen Liste, wobei man es dem Dezernenten zusätzlich ankreidene muss, dass der Neujahrsempfang seiner Partei gar nicht an Neujahr stattfand, diese Partei somit schamlos lügt, wenn es notwendig ist.

Das abweichende Aussehen des Jenaer Musterparadies vom vorgestellten Projekt soll hier nicht kritisiert werdene, denn ein Paradies sieht schließlich für jeden anders aus. Allerdings ist bei zahlreichen Vorhaben der Stadt die Bürgerbeteiligung sträflich vernachlässigt worden, so auch hierbei. Das, obwohl es durchaus Anregungen aus der Bürgerschaft gab, wie etwa von der „Insel“, die natürliche Nacktheit im Jenaer Paradies forderten. Es gibt sogar Beispiele, wie das durchgeführt werden soll, etwa die Aktion „Kleider weg“ von der Bewegung „Die nackte Wahrheit“. Argumente des Oberbürgermeisters, dass Gesetze dem entgegen stehen, sind allerdings nur eine Ausrede, denn: nackt werden wir geboren, nackt sind wir ein ganzes Leben lang unter unseren Kleidern und nackt gehen wir dahin, wenn uns die Steuergesetze der Stadt weiterhin auch noch unser letztes Hemd rauben. Insofern ist das, was die Stadt Jena rund um das Thema „Paradies“ veranstaltet hat, als völlig unzureichend zu bezeichnen.

Jenareporter Archie Jazzband – Symbolbutton © MediaPool Jena

Ich wollte den Jenaer OB hierzu befragen, aber er war am 1. Mai nicht in seinem Dienstzimmer und wie so oft verreist. Für die Realisierung von Stadtratsbeschlüssen ist übrigens der Oberbürgermeister rechtlich verantwortlich. Da führt kein Weg für ihn raus. Wenn schon am Anfang so viele Fehler von ihm begangen werden, wie sieht dann wohl das fertige Produkt aus?

Ich werde mir in Kürze gemeinsam mit meinem Freund Archie Jazzband das Jenaer Paradies ansehen und wir werden alle Dreckecken dokumentieren, denn so wie in Jena, sah es im echten Paradies nie aus. Das beweist schließlich die Bibel. Dabei lasse ich mich weder vom TLfDI noch von der Realität stoppen noch von kommunalrechtlichen Befugnisnormen. Denn ich habe es satt Satirikerin zu sein. Ich bin schließlich Jena Napoli, die investigativste Journalistin von Jena. Wenn man von mir sagt, ich hätte von vielen Dingen keine Ahnung, dann stört mich das nicht, denn ich weiß, was ich weiß und das reicht völlig.

Freut Euch auf Teil 2 meiner Paradies-Recherche, denn da geht es um jede Menge Scheiße und ich werde mich nicht davor scheuen, gnadenlos die Namen der Verantwortlichen zu nennen. DEMNÄCHST ORIGINAL BEI JEZT!

Eure Jane





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