Neues von der „Curiosity“-Mission # 036: Schwierige Entscheidung, wie der Rover den nächsten Hügel erklimmen soll

15.06.15 • JEZT AKTUELL, START, WISSENSCHAFT, MEDIZIN & TECHNIKKeine Kommentare zu Neues von der „Curiosity“-Mission # 036: Schwierige Entscheidung, wie der Rover den nächsten Hügel erklimmen soll

Aeolis Mons / Mount Sharp (Falschfarbenaufnahme): Dort will der „Curiosity“ Rover hin – Foto © NASA – Bildbearbeitung © InterJena – [Zum Vergrößern bitte anklicken!)(JEZT / NASA) – Nachdem der Mars-Rover „Curiosity“ von Ende März bis Anfang April wegen eines technischen Problems elektrisch neu justiert werden musste, fährt er seither zielstrebig den (von der NASA „Mount Sharp“ genannten) Kraterberg Aeolis Mons im Gale-Kraten hinaus. Nun stand das „Curiosity“-team aber vor der Frage, wie man mit dem rollenden Wissenschaftslabor, das immerhin so groß wie ein Mittelkasse-Wagen ist, einen bestimmten Hügel hinaufklettern solle. Eine ganze Woche lang überlegte man, denn der nächste vorgesehen Standort für weitere geologische Untersuchung stellte sich allerdings als schwer erreichbar heraus.

JEZT - Der Uebergang von hellem zu dunklerem gestein auf dem Mars - Aufnahme des Curiosity Rovers © NASA - Bildbearbeitung © InterJena - Zum Vergroessern bitte anklicken

Der Übergang von hellem zu dunklerem Gestein auf dem Mars – Aufnahme des Curiosity Rovers © NASA – Bildbearbeitung © InterJena

Die Fahrt über die etwa 22 Meter hohen Hänge erwies sich mit einer Steigung von bis zu 22 Grad als zu schwierig für „Curiosity“, so dass man sich auf Seiten der NASA nun dazu entschloss, den Zielpunkt auf einem anderen, neuen (Um-)Weg anzufahren. Die Wissenschaftler erhoffen, am Zielpunkt auf mehrere neue Gesteinsschichten zu treffen, die es erlauben, die bisher am Mount Sharp analysierten, eher blassen, Gesteine mit den dort vorhandenen dunkleren Gesteinsschichten zu vergleichen. Schon die Fahrt durch den sog. „Logan Pass“ in das jetzige Untersuchungsgebiet war geprägt von rutschig-sandigen Bodenverhältnissen, die wohlüberlegte Entscheidungen notwendig machten, um den teuren Mars-Rover nicht durch ein evtl. Umkippen in eine Schieflage in seiner Mission zu gefährden.

„Die Mars-Oberfläche kann sehr trügerisch sein“, sagte vor Kurzem Chris Roumeliotis, Chef-Steuermann von „Curiosity“ im Jet Propulsion Laboratory (JPL), in Pasadena/Kalifornien. „Wir wussten, dass der Sand oft durch den Antriebsschlupf Wellen bilden kann. Manchmal erschien uns ein Gelände durch den 3D-Blick der Mastkameras steiniger, als es dann tatsächlich war. So mussten wir dann Umwege auf festeren Boden fahren, damit ‚Curiosity‘ eine bessere Traktion erhielt. Leider stellte sich dieses Gelände ebenso als nicht gut geeignet dar, denn das dortige Gestein war viel zu locker. das hat uns überrascht und kostete viel Zeit beim Aufstieg auf den Kraterberg“, berichtete er.

Sonnenuntergang auf dem Mars – Aufnahmen des Curiosity Rovers © NASA

Auf drei von vier Fahrtstrecken zwischen dem 07. und dem 13. Mai 2015 hatte „Curiosity“ derart durchdrehende Räder, dass man sich zu einer Rückfahrt entschliessen musste, bevor die für den Antrieb eingestellte Sicherheits-Software Onboard die Fahrt von sich aus unterbrochen hätte. Zwei Mal war der Mars-Rover dabei leicht seitwärts einen Hang abgerutscht. „Deshalb beschlossen wir schweren Herzens, wieder zurück zum Ausgangspunkt namens ‚Jocko Butte‘ zu fahren und gemeinsam mit unseren Geologen eine alternative Route zu finden“, sagte Roumeliotis. Das Team verbrachte nahezu zwei Wochen mit der Analyse von Bildern aus den verschiedenen Rover-Kameras sowie Aufnahmen des „Mars Reconnaissance Orbiters“ der NASA, um den besten Weg für die anstehenden Ziele auszuwählen.

„Es kann nicht sein, dass Zeitgründe eine Rolle spielen, einen eher gefährlichen Weg für ‚Curiosity‘ auszuwählen und dadurch die langfristigen wissenschaftlichen Ziele der Mission zu gefährden. Und davon gibt es noch viele“, ergänzte „Curiosity“ Projektwissenschaftler Ashwin Vasavada von JPL. „Curiosity“ ist seit Mitte 2012 dabei, den Mars zu erkunden. Ende 2014 erreichte man den Fuß des Aeolis Mons/Mount Sharp und die Hauptaufgabe der Mission ist es jetzt, sukzessive höheren Gesteinsschichten des Kraterberges zu untersuchen.





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