Neues von der „Curiosity“-Mission # 039: Der Mars-Rover hat ausgetrocknete Seen und Flüsse entdeckt – Gab es dort einst außerirdisches Leben?

11.10.15 • JEZT AKTUELL, START, WISSENSCHAFT, MEDIZIN & TECHNIKKeine Kommentare zu Neues von der „Curiosity“-Mission # 039: Der Mars-Rover hat ausgetrocknete Seen und Flüsse entdeckt – Gab es dort einst außerirdisches Leben?

JEZT - Ein ausgetrockneter See auf dem Mars - Foto © NASA JPL Team Curiosity - Bildbearbeitung © InterJena

Ein ausgetrockneter See auf dem Mars – Foto © NASA JPL Team Curiosity – Bildbearbeitung © InterJena

(JEZT / NASA / BERNHARD DOEPFER) – Unser roter Planet beflügelt schon lange die Gedanken der Menschen über außerirdische Lebensformen. Kleine grüne Männchen soll es dort geben, die an großen Kanälen leben und immer wieder die Idee haben, eine Invasion zur Erde zu unternehmen. So jedenfalls dachte man vor etwa einem Jahrhundert darüber, als das Buch „The War of the Worlds“ von H. G. Wells in aller Munde war. Die deutsche Übersetzung „Der Krieg der Welten“ erschien im Jahre 1901 aber Furore machte vor allem das Live-Hörspiel von Orson Wells aus dem Jahre 1938, das in den USA eine Massenpanik auslöste, weil man die fiktionale Erzählung – vom Regisseur als Radioreportage umgewandelt – für bare Münze nahm.

Und frühere Lebensformen au dem Mars beflügeln auch derzeit wieder die Phantasie der Wissenschaftler weltweit. Vor Kurzem verkündete die US-Weltraumbehörde NASA, sie habe starke Hinweise auf flüssiges Wasser auf dem unwirtlichen Planeten entdeckt und nun legte man nach: Mars-Rover „Curiosity“ hat inzwischen auf dem Roten Planeten im Gale-Krater ein ganzes System ausgetrockneter Seen und Flüsse aufgespürt. Die einzelnen Gewässer müssen auf dem urzeitlichen Planeten jeweils für mindestens 100, oft jedoch bis zu 10.000 Jahre lang stabil gewesen sein, schreibt ein Forscherteam vom California Institute of Technology im Fachjournal „Science“. Vor Jahrmillionen war das, aber die deutlich nasse Vergangenheit des heutigen Wüstenplaneten schüren die Hoffnung auf den Fund von Indizien oder sogar Spuren von vergangenem extraterrestrischem Leben auf dem Mars zu finden.

JEZT - Ein ausgetrocknetes Flussbett auf dem Mars - Foto © NASA JPL Team Curiosity - Bildbearbeitung © InterJena

Ein ausgetrocknetes Flussbett auf dem Mars – Foto © NASA JPL Team Curiosity – Bildbearbeitung © InterJena (Zum Vergrößern bitte anklicken!)

Seit Mitte 2012 erkundet der ferngelenkte NASA-Roboter „Curiosity“ den Gale-Krater am Mars-Äquator und er stieß dort auf Bodenformationen und Sedimente, die auf frühere Gewässer hindeuten. Sand von der Nordwand des Gale-Kraters sei von flachen Flüssen südwärts transportiert und dabei feiner gemahlen worden, fanden die Forscher heraus und wissen nun auch, dass sich dieses Material in Seen ablagerte. Das nun aufgefundene Gewässersystem soll sich dabei wahrscheinlich über 10.000 bis 10 Millionen Jahre hinweg entwickelt haben und soll – soviel weiß man inzwischen – von einem gemeinsamen Grundwasserspiegel gespeist worden sein. Dabei, so berichten die NASA-Wissenschaftler, müssen einzelne Gewässer lang genug existiert haben, um die Entwicklung von Leben zumindest zu ermöglichen. Denn „je mehr wir sehen, dass die Mars-Geologie der Erde ähnelt, umso wahrscheinlicher scheint es, dass sich irgendwelche Lebensformen im Marswasser entwickelt haben könnten“, sagte dieser Tage Majorie Chan von der University of Utah. Obwohl es noch keinen Beleg für die Existenz von extraterrestrischem Leben auf dem Mars gebe, seien die wichtigsten Zutaten dafür vorhanden gewesen. Und auf der Erde, so Chan,  sei seit 3,5 Milliarden Jahren vermutlich jedes Oberflächengewässer mit Mikroben besiedelt.





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