„Braucht Thüringen Versöhnung?“ – Ministerpräsident Bodo Ramelow ist heute beim Thüringentag für Philosophie an der FSU Jena

19.11.15 • INFOS FÜR STUDIERENDE, JEZT AKTUELL, KULTUR & BILDUNG, START, UNSER JENAKeine Kommentare zu „Braucht Thüringen Versöhnung?“ – Ministerpräsident Bodo Ramelow ist heute beim Thüringentag für Philosophie an der FSU Jena

JEZT - Der Mitveranstalter des Thueringentags fuer Philosophie PhD Martin O Malley - Foto © FSU Jena Kasper

Der Mitveranstalter des Thüringentags für Philosophie Martin O’Malley, PhD, von der Uni Jena wird am 19. November die ethische Reflexion der Konzepte von Versöhnung und Gerechtigkeit darlegen. – Foto © FSU Jan-Peter Kasper

(JEZT / FSU) – Wenn es um die Probleme zwischen Juden und Palästinensern geht, dann ist jedem klar, dass Versöhnung zur Beilegung dieses Konflikts eine wichtige Rolle spielt. Aber braucht man in Deutschland Versöhnung? Das Thema liegt gar nicht so fern, wenn man beispielsweise an die Stasi-Problematik und den Umgang mit der eigenen Vergangenheit in den neuen Ländern denkt. Aber auch aktuelle Tendenzen wie Pegida und die Gegendemonstrationen beweisen, dass ohne ein Aufeinanderzugehen und Zuhören viele Konflikte unversöhnlich bleiben werden. Was z.B. Ministerpräsident Bodo Ramelow zum Thema „Aufarbeitung und Versöhnung in Thüringen“ denkt, das wird er in einem Grundsatzreferat beim Thüringentag für Philosophie 2015 äußern, der am heutigen 19. November 2015 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) stattfindet.

Unter dem Titel „Thüringen 2015: Braucht das Land Versöhnung?“ laden die Neue Thüringische Gesellschaft für Philosophie i. G. sowie das Ethikzentrum und das Zentrum für Versöhnungsstudien der Universität Jena alle Interessierten zur Teilnahme herzlich ein; der Eintritt ist frei. Die Veranstaltung ist zweigeteilt: Von 9.00-12.30 Uhr wird im Großen Rosensaal (Fürstengraben 27) über die Grundlagen von Versöhnung gesprochen. Dieser Prozess, in dem Personen, gar Gesellschaften konstruktiv mit vergangenen und andauernden Konflikten umgehen, wird von Wissenschaftlern der Universität Jena intensiv erforscht. Ihr Hauptaugenmerk liegt auf dem Israel-Palästina-Konflikt, auf Südafrika, Lateinamerika und dem Balkan. Ihre Erfahrungen werden der Leiter des Jena Zentrums für Versöhnungsstudien (Jena Center for Reconciliation Studies) Prof. Dr. Martin Leiner und der Leiter des Ethikzentrums Jena, Prof. Dr. Nikolaus Knoepffler, mit Blick auf Thüringen darlegen. Prof. Leiner wird in seinem Referat u. a. zeigen, in welchem Ausmaß Versöhnung notwendig ist trotz des Vierteljahrhunderts politischer Einheit in Deutschland ist. Martin O’Malley, PhD (Foto), wird die ethische Reflexion der Konzepte von Versöhnung und Gerechtigkeit darlegen, die zum Verständnis bestmöglicher Versöhnung notwendig ist. Er will veranschaulichen, wie eine solche Versöhnung aussehen und sich anfühlen kann, wenn sie geschieht. Aus philosophischer Perspektive werden sich Prof. Dr. Klaus-Michael Kodalle und Prof. Dr. Klaus Vieweg (beide FSU) mit für Versöhnung relevanten Fragen befassen.

Das ebenfalls öffentliche Abendprogramm, das von 17.00-19.00 Uhr in der Aula im Universitätshauptgebäude (Fürstengraben 1) stattfindet, widmet sich explizit dem Thema der Versöhnung in Thüringen. Nach der programmatischen Rede von Ministerpräsident Bodo Ramelow wird Ehrhart Neubert aus Sicht eines DDR-Oppositionellen reden. Eine ausgewählte Gruppe Thüringer Bürger wird in einer Podiumsdiskussion den Abend beschließen.





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