„Was ist Jena? Was braucht unser Jena?“: Die Transformation der Zukunft, oder: Wohin gehen wir …2020? …2032? …2040?

04.05.17 • INTERESSANTES, JEZT AKTUELL, KULTUR & BILDUNG, NEWSCONTAINER, POLITIK & URBANES LEBEN, UNSER JENAKeine Kommentare zu „Was ist Jena? Was braucht unser Jena?“: Die Transformation der Zukunft, oder: Wohin gehen wir …2020? …2032? …2040?

Die Intentionen, was man unter dem Begriff „Unser Jena“ verstehen kann, sind ebenso frei wie die Marke „Unser Jena“ selbst. Was letzteres betrifft, so gab es im Zuge der Diskussion um die Eichplatzgestaltung vor rund fünf Jahren sowohl eine Bürgerinitiative namens „Unser Jena“ als auch die Idee einer neuen, bürgerbewegten politischen Kraft namens „Unser Jena“, die dann aber zur Kommunalwahl 2014 nicht antrat. Die Initiative hingegen schloss sich vor der Wahl mit der vereinsgetragenen Freien Wählergemeinschaft der „Bürger für Jena“ zusammen, bildete mit diesen eine gemeinsame Kandidatenliste für die Stadtratswahl und zog in Persona von Susanne Schlegel und Siegfried Ferge mit in den Stadtrat ein.

Schließlich ließ sich die Initiative „Jenas Zukunft mitgestalten / JEZT“ vor einiger Zeit die Internetadresse www.unserjena.online eintragen, um so die verschiedenen Aktivitäten von ZONO Radio Jena und die JEZT-Nachichten für unser Jena und die Region gebündelt sichtbar zu machen.- Doch, was ist Jena? Was macht die kleine Großstadt an der Saale aus? Was braucht unser Jena, um die Zukunft für alle Einwohner möglichst optimal zu meistern? – Diesen Fragen wollen wir in unserem Thema des Monats Mai 2017 nachgehen.

Friedensdemo in Jena im März 2003 – Foto © MediaPool Jena

Where are we going / Wohin gehen wir …2020? | …2032? | …2040?

Jena war eine Kleinstadt in Thüringen, die dank der Wirren der Reformation plötzlich eine Universität besaß, die in den Zeiten der Romantik ihren berühmtesten Professor besaß, dessen Namen sie später annahm: Friedrich Schiller. Jena galt als liberaler als andere Städte in der preußischen Provinz, weshalb hier (neben vielen anderen) so unterschiedliche Geister wie Karl Marx und Kurt Tucholsky promoviert wurden. Ein echter Gründergeist für unsere Stadt war Carl Zeiß, der in Otto Schott und vor allem Ernst Abbe kongeniale Unterstützer fand, die Jena mittelbar zur Großstadt werden ließen und den Stadtnamen unmittelbar in alle Welt trugen.

Heute sieht sich die kleine Großstadt als Leuchtturm, als Lichtstadt (womit die urbane Form einer Lichtgestalt gemeint ist, was aber später in diesem Monat noch näher durchleuchtet werden soll) und setzt auf universitäre Forschung ebenso wie private Hochtechnologie und natürlich die Softwareentwicklung und -weiterentwicklung als Zukunftskonzept. Jenenser sehen sich selbst gerne in elitären Clustern wirken und sind stolz darauf, dass so gut wie kein Weltraumprojekt ohne Jenaer Hilfe auskommt – selbst wenn dabei nur eine kleine Schraube aus unserer Stadt mit an Bord ist. – Doch stimmt diese Selbsteinschätzung? Was ist mit Menschen in unserer Stadt, die am Rande der Gesellschaft leben? Was ist mit den Migranten unter uns? Wie wird die Lichtstadt Jena in drei oder in fünfzehn Jahren, in einem Vierteljahrhundert aussehen?

In nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen ist schon heute spürbar, wie sehr die Digitalisierung in unser Leben eindringt. Nutzten wir vor zwanzig Jahren noch kaum Mobiltelefone, vor zehn Jahren Handys hauptsächlich zum telefonieren, so spielt dies im Jahr 2017 kaum noch eine Rolle: Wir kommunizieren via Smartphone und Tablet mit anderen Menschen weltweit, wir surfen im Internet, schauen uns auf dem Telefon Filme an und bedauern dabei noch nicht einmal das Aussterben der Videotheken, die uns seit der Wende lieb und teuer geworden waren. Smarte mobile Endgeräte machen uns den Besuch von Büchereien und das Durchstöbern von Lexika abspenstig, bilden gleichzeitig die Basis für unsere Transparenz und Teilhabe an der neuen Bürger(beteiligungs)gesellschaft. Per App bestellen wir unser Essen nach Haus, rufen Taxis, ordnen unsere Liebesleben neu.

Jena im Jahre 1909 nach einer Ballonaufnahme von Ernst Wandersleb, gezeichnet und coloriert von Gerlinde Böhnisch-Metzmacher (Plakatausschnitt) – Abbildung © MediaPool Jena

Doch wer steuert unser Leben, gibt und Impulse für Lebens-/Freizeit-/Projektideen? Sind es wirklich wir oder werden die Datenspuren, die wir im Internet hinterlassen nicht von Geschäftemachern manipuliert um uns zu suggerieren, dass wir unbedingt dieses Produkt gut finden müssen, jenes Buch unbedingt brauchen oder dem XY-Trend zu folgen haben. Kein Zweifel: „Das Internet“ in Form von Amazon. google oder anderen Datenkraken redet uns nach dem Mund. Damit ist es genauso einfach sich wohlfühlen, wie seinen gelikten Freundinnen und Freunden selbst intimste Urlaubs- oder Kinderbilder zur Verfügung zu stellen – ohne zu wissen, wer damit alles Mißbrauch treiben darf.

Ist die Jenaer Gesellschaft der Zukunft also fremd bestimmt? Viele glauben das und sehen es durch die Arbeit der Stadt und ihrer Verwaltung bestätigt. Ost denkt man: Die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an der Sache XYZ ist gewünscht … aber nur, wenn sie zustimmend ist. Doch wie sollte unser Mitwirken an der Zukunft konkret aussehen, damit es erfolgreich ist, damit Jena in anderthalb Jahrzehnten, im Jahre 2030, eine moderne und weltoffene Stadt ist, in der wir uns wohlfühlen und gleichzeitig die Kombination aus Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft auf einem erfolgreichen Weg ist, der unsere Stadt noch weiter entwickelt, damit sie auch einhundert Jahre nach Kriegsende ebenso lebenswert wie global wirksam ist. Diese Transformation der Zukunft ist die Herausfordung, der sich alle in Jena stellen müssen, die die Zukunft mitgestalten wollen.

Genau darum geht es in unserem Thema des Monats Mai. Und natürlich auch heute Abend beim 3. Bürgertreff „Integriertes Stadtentwicklungskonzept Jena 2030“ von 17 bis 21 Uhr im Volksbad Jena.

Lesen Sie zu unserem Thema des Monats Mai auch diese Artikel: 1.)Langjährige Bemühungen zur Zukunft unserer Stadt mündeten in der ersten Maihälfte 2017 2.) Über Macht, Ohnmacht und Möglichkeiten der Einwohner unserer Stadt





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