„…wie aus der Zeit gefallen…“: Das neue Logo-Design und sie zugehörige Wortmarke der Friedrich-Schiller-Universität Jena erhitzt manche Gemüter

18.07.17 • INFOS FÜR STUDIERENDE, INTERESSANTES, JEZT AKTUELL, KULTUR & BILDUNG, NEWSCONTAINER, POLITIK & URBANES LEBEN, START, UNSER JENA, WISSENSCHAFT, MEDIZIN & TECHNIKKeine Kommentare zu „…wie aus der Zeit gefallen…“: Das neue Logo-Design und sie zugehörige Wortmarke der Friedrich-Schiller-Universität Jena erhitzt manche Gemüter

Das alte und neue Logo mit Wortmarke der Friedrich-Schiller-Universität Jena

Thüringens erste und mit über 18.000 Studenten inzwischen größte Hochschule, die 1558 gegründete Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU), hat sich seit Anfang des Monats ein neues Logo mit neuer Wortmarke verordnet. Und das findet sowohl bei Laien wie Design-Profis viel Widerspruch. So schreibt z.B. der Fachblog designTagebuch (immerhin 2009 mit dem Grimme-Online-Award ausgezeichnet) „…angesichts aktueller Redesigns, bei denen kleine wie große Marken verstärkt auf vereinfachte Formgebung setzen“, wirke das neue Siegel-Logo der Uni Jena „wie aus der Zeit gefallen“. Dabei preist die Jenaer Hochschule ihr neues Logo mit den Worten „Eindeutigkeit, Lesbarkeit und Funktionalität zeichnen aus“. Mit Hilfe des neuen Signets, das sich möglichst nahe an das historische Original anlehnen sollte und fortan in Fakultätsfarben eingefärbt werden könne, werde „das Erscheinungsbild der Universität Jena vereinheitlicht“, so die FSU.

So soll die FSU Website mit dem neuen Logo und der Wortmarke ab Sommer 2017 aussehen. – Symbolbild © MediaPool Jena

Im Zuge des Redesigns wurde auch der Schriftzug (bisher: Univers) verändert und durch den frei verfügbare Google-Font Roboto ersetzt. Hierzu wurde auch gleich die Wortmarke „Friedrich-Schiller-Universität Jena“ neu in der Roboto gesetzt. Entwickelt wurde das neue Logo von der Fakultät für Gestaltung der Bauhaus-Universität Weimar; Grafikdesignprofessor Markus Weisbeck von der Bauhaus-Universität Weimar und Diplom-Designer Adrian Palok waren federführend für die Überarbeitung. Noch erscheint das Logo lediglich an vereinzelten Stellen, etwa in neuen Flyern, im weitern Verlauf des Sommers folgt die Webseite und ab Oktober 2017 ist die Nutzung des neuen Logos dann universitätsweit verbindlich. Allerdings ist das Siegel-Logo der Friedrich-Schiller-Universität derart komplex, dass es in kleinen Größen – entsprechend offizieller Order – gar nicht erst zum Einsatz kommen soll. Die Anweisung hierzu lautet: „Unterschreitet es in einer Abbildung einen Durchmesser von zwei Zentimetern, sollte zugunsten der Lesbarkeit auf seinen Einsatz verzichtet werden.“

Das neue Logo mit neu gesetzter Wortmarke der Friedrich-Schiller-Universität Jena

Noch einmal zum designTagebuch. Dort kommentiert man die Veränderungen so: „Anno 2017 sehr irritierend, wird auf diese Weise doch zum Ausdruck gebracht, welch geringen Stellenwert die Uni den Digitalen Medien beimisst. Ein veralteter Webauftritt uni-jena.de bestätigt diesen Eindruck. Während für die Gestaltung von Logos früher die Lehrmeinung galt, es müsse auch auf einem Fax funktionieren und gut aussehen, steht und fällt heutzutage die Qualität eines Logos mit der Darstellung als App-Symbol oder Profilbild. Ein Logo, das nicht auch als App-Symbol taugt, ist zu nichts gut!“ Es dürfte in diesem Zusammenhang auch von Bedeutung sein, wie die Fakultät für Gestaltung der Bauhaus-Universität Weimar ein solches Logo entwickeln konnte, das sich derart schwierig reproduzieren lässt. Schon in Normalgröße sei „die Lesbarkeit des Logos respektive die Darstellung des Siegels absolut ungenügend – von der Ästhetik ganz zu schweigen“, so noch einmal Autor Achim Schaffrinna im designTagebuch. Auch „schmerze“ der Anblick des nach links überstehenden unteren Teils der Wortmarke – sprich das Wort: JENA. Auch für den Laien eine ziemlich eigenwillige Interpretation in Sachen optischer Randausgleich.

FSU-Pressesprecher Axel Burchardt sagte inzwischen der Ostthüringer Zeitung auf Anfrage: „Logo-Fragen sind immer auch Geschmacksfragen; das Ausbleiben von Kritik wäre daher verwunderlich gewesen. Wir freuen uns aber auch über die vielen positiven Stimmen zum Logo, die uns erreicht haben.“





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