„Skandal am Leibniz-Institut für Alternsforschung / Fritz-Lipmann Institut e.V. Jena (FLI)“: Direktor Rudolph zog persönliche Konsequenzen

28.07.17 • INTERESSANTES, JEZT AKTUELL, NEWSCONTAINER, START, UNSER JENAKeine Kommentare zu „Skandal am Leibniz-Institut für Alternsforschung / Fritz-Lipmann Institut e.V. Jena (FLI)“: Direktor Rudolph zog persönliche Konsequenzen

Das Leibniz-Institut für Alternsforschung / Fritz-Lipmann-Institut (FLI) Jena – Foto © Leibniz Gesellschaft

Es war ein Erdstoß, der sich zu einem erheblichen Beben auswirkte, als im letzten Jahr die Staatsanwaltschaft das Leibniz-Institut für Alternsforschung / Fritz-Lipmann Institut e.V. Jena (FLI) durchsuchen ließ. Der im Raum stehende Skandal sollte sich durch interne Untersuchungen der Leibniz-Gemeinschaft bestätigen, noch bevor die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen abgeschlossen hatte: Mitte Juni dieses Jahres rügte das Präsidium der Leibniz-Gemeinschaft dessen Direktor wegen „grob fahrlässigen wissenschaftlichen Fehlverhaltens“. Vorgeworfen und attestiert wird ihm u.a. die falsche Darstellung von Daten, ungenügende Datendokumentationen und eine signifikante Verletzung seiner Auf­sichtspflicht.

Stammzellforscher Dr. Karl Lenhard Rudolph ist seit 2012 wissenschaftlicher Direktor am Leibniz-Institut für Alternsforschung / Fritz-Lipmann Institut e.V. in Jena . Nach der Rüge hatte er sein Amt vorerst ruhen lassen, jedoch befasste sich der Senat der Leibniz-Gemeinschaft vor 14 Tagen mit der neuen Gesamtsituation und stellte eine „Führungskrise“ fest, „die es schnellstmöglich zu überwinden gelte“. Weiter heißt es, Aufgabe einer neuen „und unbelasteten Führung“ solle die Reform des Instituts sein. Daher sehe sich das Kuratorium genötigt, und habe dies einstimmig beschlossen, die Position neu zu besetzen, teilte das FLI gestern mit.

Das renommierte Jenaer Institut besteht seit rund 13 Jahren und dort befassen sich mehr als 330 Mitarbeiter mit der Erforschung molekularer Mechanismen des Alterungsprozesses sowie altersbedingter Krankheiten. Zunächst solle schnellstmöglich eine kommissarische Leitung benannt werden, parallel dazu werde eine Findungskommission für den neuen wissenschaftlichen Direktor eingesetzt, so die Erklärung vom Donnerstag. Rudolph wolle sich nun auf die Arbeit als Forschungsgruppenleiter konzentrieren und die Vorwürfe aufarbeiten, heißt es. Er selbst hatte der Ostthüringer Zeitung berichtet, er werde seine „ganze Kraft darauf richten, die kritisierten Abläufe in meiner Arbeitsgruppe zu beheben und Fehler bei Publikationen zu korrigieren“.





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