„Startschuss für Botho-Graef-Kunstpreis 2018“: Hochkarätiges Kuratorium unterstützt Kunstprojekt für Eduard Rosenthal

08.11.17 • JEZT AKTUELL, KULTUR & BILDUNG, NEWSCONTAINER, START, UNSER JENAKeine Kommentare zu „Startschuss für Botho-Graef-Kunstpreis 2018“: Hochkarätiges Kuratorium unterstützt Kunstprojekt für Eduard Rosenthal

Der alle drei Jahre von der Stadt Jena ausgeschriebene Botho-Graef-Kunstpreis für zeitgenössische Kunst wird im Jahr 2018 dem Andenken an Eduard Rosenthal gewidmet. Der bedeutende Rechtswissenschaftler (*1853, †1926) war zweimal Rektor der Friedrich-Schiller-Universität und machte sich durch vielfältiges Engagement um die Stadt Jena und das Land Thüringen verdient.

Nicht zuletzt ist er der Autor der Verfassung des 1919 neu zusammengeschlossenen Freistaates. Dass er heute dennoch vielen Jenaern und Thüringern unbekannt ist, liegt daran, dass die Nationalsozialisten das Gedächtnis an ihn ausgelöscht haben: Rosenthals Porträt in der Universität wurde abgehängt und ist seither verloren gegangen. Dem soll nun mit dem Botho-Graef-Kunstpreis Abhilfe geschaffen werden.

Am Donnerstag den 2. November 2017, gründete sich in der Villa Rosenthal das 20-köpfige Kuratorium, dem JenaKultur-Chef Jonas Zipf vorsitzt. Es setzt sich aus hochkarätigen Repräsentanten aus der Thüringer Politik, Geschichtskultur, Wissenschaft und Kultur zusammen, darunter der Direktor der Gedenkstätte Buchenwald Volkhard Knigge, Klassik-Stiftung-Direktor Hellmut Seemann, FSU-Präsident Walter Rosenthal, Thüringens Kulturminister Benjamin Hoff und Jenas Oberbürgermeister Albrecht Schröter. Landtagspräsident Christian Carius hat die Schirmherrschaft für den Wettbewerb übernommen.

Prof. Dr. Eduard Rosenthal – Abbildung © MediaPool Jena

Geplant ist ein dezentrales Denkmal, das an den verschiedenen Wirkungsorten Eduard Rosenthals an seine kulturellen, wissenschaftlichen, wirtschaftspolitischen und politischen Aktivitäten erinnert. Die Kunsthistorikerin Verena Krieger von der FSU Jena, von JenaKultur als Kuratorin des beschränkten Wettbewerbs ernannt, hat sieben renommierte Künstlerinnen und Künstler ausgewählt. Sie werden im April nach Jena kommen, um sich über Rosenthal zu informieren und die potenziellen Standorte für das Denkmal in Augenschein zu nehmen. Die Kuratoriumsmitglieder äußerten sich zustimmend zu dem Konzept und den ausgewählten Künstlern.

Gerade aufgrund der Vielfältigkeit seiner Aktivitäten sei Eduard Rosenthal besonders geeignet, um geschichtliche Zusammenhänge aufzuzeigen. Volkhard Knigge empfahl, sich auf drei „Kristallisationspunkte“ zu konzentrieren: Rechts- und geisteswissenschaftliche Reflexion, bürgergesellschaftliches Mäzenatentum sowie Verfassung und Verfassungsbruch. Andere Kuratoren betonten die Notwendigkeit eines umfangreichen Vermittlungsangebots. Das Denkmal solle nicht nur eine kleine elitäre Schicht ansprechen, sondern auch dafür geeignet sein, Schulklassen und Jena-Touristen die Persönlichkeit Rosenthals nahezubringen. In der angestrebten Dezentralität des Denkmals wurde eine Chance und zugleich eine besondere Schwierigkeit der künstlerischen Aufgabe gesehen.

Liz Bachhuber, Kunstprofessorin an der Bauhaus-Universität Weimar, sagte, es sei eine „spannende Herausforderung“, die auf die Künstler inspirierend wirke. Fest steht, dass es in Jena mit dem Uni-Hauptgebäude, der Villa Rosenthal und dem Volkshaus mehrere wichtige Standorte für das dezentrale Denkmal gibt. Aber auch der Thüringer Landtag ist, darauf legt Schirmherr Christian Carius Wert, als Standort für eine Würdigung des Politikers Rosenthal geeignet. Die Kuratoren einigten sich darauf, den Wettbewerb konstruktiv zu begleiten und öffentlich zu unterstützen.





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