„Der ‚Wolf‘ führte Jena zum Sieg“: Science City gewann Overtime-Thriller beim Mitteldeutschen BC

02.01.18 • JEZT AKTUELL, NEWSCONTAINER, SPORT, START, UNSER JENAKeine Kommentare zu „Der ‚Wolf‘ führte Jena zum Sieg“: Science City gewann Overtime-Thriller beim Mitteldeutschen BC

(Baskets Jena) – Science City verabschiedete sich am 30.12.2017 mit einem dramatischen Derby-Sieg aus dem auslaufenden Basketball-Jahr. Die Erstliga-Riesen aus der Lichtstadt bezwangen den Mitteldeutschen BC nach einem überwiegend ausgeglichenem Spielverlauf sowie einer fünfminütigen Verlängerung am Ende mit 100:94, dürfen sich mit einem guten Gefühl auf den Jahreswechsel vorbereiten.

Während die mit 3000 Zuschauern ausverkaufte Weißenfelser Stadthalle eine würdige Derby-Atmosphäre bot, Jenas über 300 mitgereiste Fans ihr Team durchgängig und lautstark unterstützten, entwickelte sich von Beginn an ein ausgeglichenes Duell, dass aufgrund seiner Dramaturgie fünf zusätzliche Minuten verdient hatte. Mit insgesamt 17 wechselnden Führungen und 14 Gleichständen über die gesamten Spielzeit verteilt, entwickelte die Ost-Derby-Premiere beider Clubs auf Erstliga-Niveau eine Dynamik, die abgesehen vom Endstand wohl eher keinen Verlierer verdient hätte.

Skyler Bowlin, der bis in die Schlussphase der regulären 40 Minuten einen eher gebrauchten Tag erwischt hatte, ließ den Ball 5,7 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit aus der Distanz über das Brett zum 86:86- Ausgleich durch die Reuse der Wölfe rauschen und schickte das Duell in die für Jena siegbringende Verlängerung. Zum Matchwinner in der Overtime avancierte Julius Wolf, der mit seinem Dreier 8,5 Sekunden vor der finalen Sirene den Spielausgang besiegelte und Jenas Fanblock in Ausnahmezustand versetzte. Während Djordje Drenovac den Schlagabtausch für die Gastgeber mit einem Distanzwurf zum 3:0 eröffnete, konterte Science City durch seinen Kapitän Derrick Allen. Jenas erste sechs Punkte gingen ausnahmslos auf das Konto des Routiniers, der die Thüringer in der 2. Minute mit einem Dunk zum 6:5 erstmalig in Front bringen konnte.

Stolze sechs Führungswechsel später war es Oliver Clay, der an alter Wirkungsstätte zur Jenaer 18:15-Führung (7.) traf, bevor die Hausherren hochprozentig treffend ziemlich effektiv zurückschlugen. Von Marcus Hatten angeführt, legte der Mitteldeutsche BC einen 11:0-Lauf hin, welcher die Sachsen-Anhalter mit 26:18 – die höchste MBC-Führung in der gesamten Partie! – im Vorteil sah. Skyler Bowlin sorgte 4,2 Sekunden vor dem Viertel-Buzzer an der Freiwurflinie für den 26:19-Zwischenstand nach dem ersten Spielabschnitt. Unmittelbar nach Start in das zweite Viertel waren es dann wieder die Thüringer, die sich nach dem zweiten erfolgreichen Dreier von Julius Wolf zum 29:28-Anschluss (14.) zurückmelden konnten und den kurzzeitig komfortableren Vorsprung der Sachsen-Anhalter eingedampft hatten. Das bereits bis dahin absolvierte Hase-und-Igel-Spiel mit wechselnden Führungen, ausgeglichenen Zwischenständen und verpassten Gelegenheiten war in dieser Phase nur ein kleiner Vorgeschmack für den sich im Minutentakt zuspitzenden Krimi, der beide Teams zunächst mit einem ausgeglichenen Stand von 39:39 in die Halbzeitkabinen entließ.

Auch nach der Rückkehr auf das Parkett im dritten Viertel knüpfte das bis dato enge Höschen nahtlos an die enge und umkämpfte, erste Hälfte an. Keiner der beiden Mannschaften gelang es, sich zweistellig abzusetzen und so hangelten sich die früh mit offenem Visier duellierenden Kontrahenten meist parallel punktend von Korberfolg zu Korberfolg. Dem ersten ernstzunehmenden Lebenszeichen von Skyler Bowlin, ein Dreier zum 50:50 (24.), folgte eine gut fünfminütige Sequenz, die aufgrund ihres engen Verlaufs und der Anspannung bis zum 59:59 (28.) an einen zu kleinen Neoprenanzug nach dem Weihnachtsessen erinnerte. Erst zwei haarsträubende Ballverluste von Science City Jena unmittelbar vor der vermeintlich letzten Viertelpause ermöglichten den Gastgebern, sich bis zum Gong der dritten Runde einen 64:59-Vorsprung herauszuarbeiten. Was folgte war ein an Dramatik nur schwer zu überbietendes, viertes Viertel, welches allen Experten hinsichtlich der Prognose einer engen und umkämpften Begegnung auf die Schultern klopfte. Noch 12,9 Sekunden vor Ultimo: Nach einem Einwurf an der Seitenlinie durch Immanuel McElroy wanderte der Ball zu Skyler Bowlin, der ganz offensichtlich von Fortuna wachgeküsst, im direkten One-on-one gegen die langen Arme von Kruize Pinkins abdrückte und die Weißenfelser Fantribünen mit seinem Dreier übers Brett zum 86:86-Ausgleich in Schockstarre versetzte. Den finalen MBC-Angriff nagelte Lamont Jones bei 0.1 Sekunden Restspielzeit seitlich fallenden an die Jenaer Brettkante – Verlängerung.

Zwar sorgte der US-Amerikaner mit der Trikotnummer 2 in Diensten der Wölfe für die beiden ersten Punkte der Overtime, doch Science City hatte es in einem bereits verlorengeglaubten Spiel in die Verlängerung geschafft und atmete nun die zweite Luft. Im Vertrauen auf Erfahrung und Stabilität ihrer Routiniers Immanuel McElroy, Julius Jenkins und Derrick Allen kombiniert mit der Athletik von Brandon Spearman gelang es den Korbriesen aus Jena, das Duell auf 95:91 drehen. Eine Schlüsselszene bildete hierbei ganz sicher ein Offensiv-Rebound von IMac, der nach einem In&Out-Dreier von Skyler Bowlin den Abpraller in die Finger bekam bevor er von Marcus Hatten gefoult wurde.

Mit zwei erfolgreichen Freiwürfen zur Jenaer 97:93-Führung das Ergebnispendel in die Richtung der Thüringer schiebend, ließ auf der Gegenseite Djordje Pantelic einen seiner beiden Freiwürfe liegen, konnte lediglich auf 97:94 verkürzen. Da der Sport meist die schönsten Geschichten schreibt, musste der Ball in Jenas letzter Offensivaktion in den Händen von Julius Wolf landen. Der bis vor wenigen Wochen noch aufgrund einer Rückenoperation aussetzende Flügelspieler drückte 8.5 Sekunden vor der endgültigen Schlusssirene ab und entschied die Ost-Derby-Premiere auf BBL-Niveau zu Gunsten von Science City Jena. Jenas Defense, danach entspannt wie eine Sommerwiese, ließ Lamont Jones im finalen Gegenzug gewähren, wohlwissend, dass der Auswärtssieg selbst mit einem Distanzwurf nicht mehr in Gefahr geraten würde.

Björn Harmsen: „Verbunden mit dem Publikum hier ist es sehr schwer, hier zu bestehen. Meine Jungs sind die meiste Zeit ruhig geblieben und haben clever gespielt. Es gab ein paar Momente, als Weißenfels weggezogen ist, dass wir dumme Ballverluste hatten. Am Ende muss man sagen, wir haben einen Dreier mit Brett aus Glück getroffen, in die Verlängerung. Aber ich glaube dort haben wir sehr guten Basketball gespielt. Die Stops in der Verteidigung und in der Offensive den Ball bewegt. Das war entscheidend.“





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