„Insulaner sind tief entäuscht“: Jetzt wurde ihnen komplett gekündigt, ohne Ersatzobjekt in Aussicht

08.02.18 • JEZT AKTUELL, KULTUR & BILDUNG, NEWSCONTAINER, POLITIK & URBANES LEBEN, START, UNSER JENAKeine Kommentare zu „Insulaner sind tief entäuscht“: Jetzt wurde ihnen komplett gekündigt, ohne Ersatzobjekt in Aussicht

Infopatch Insel Jena – Bildrechte: Insel bleibt @ Facebook

Die „Insulaner“ sind tief enttäuscht, wie sie gestern auf ihrer Facebookseite „Insel bleibt“ schreiben, und zwar vor allem vom Freistaat Thüringen sowie dem Studierendenwerk der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Wörtlich heißt es dort u.a.:

„Nach vielen Jahren voller Demonstrationen, Anhörungen, Ausschüssen, Fraktionssitzungen und reichlichst Gerede mit verschiedensten Akteur_innen von Kommune bis Land, erfolgte trotz allem die Kündigung unserer Mietverträge zum 31.12.2017 (4 Wohnungen) bzw. 31.03.2018 (1 Wohnung) ohne Ersatzobjekt in Aussicht.

Unsere „Verhandlungspartner“, namentlich das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und digitale Gesellschaft und dem Studierenden Werk der FSU haben uns nach diesem endlosen Prozess ein Objekt in der Lutherstraße 114 angeboten, das zwar völlig ungeeignet war für ein Projekt, aber unseren Notnagel darstellte. Wir saßen bereits mit Architekten zusammen und haben die Ausrichtung der Räume geplant.

Insel Jena Schattenspiel – Bildrechte: Insel bleibt Facebook

Dieses Objekt wurde uns letzte Woche plötzlich wieder abgesagt. Nachdem wir schon gekündigt waren! Aus erbbaurechtlichen Gründen, die schon von Anfang an hätten klar sein müssen. Gleichzeitig sollen die Hauptmieter_innen der Insel gerade die Namen der Bewohner_innen rausrücken, damit die Räumungsklagen rausgehen können. Räumungsklagen für fünf Wohnungen, die insgesamt um die 15.000 Euro kosten würden.

Wir haben darauf vertraut, dass wir in die Lutherstraße ziehen werden, sobald das Haus fertig ist, wir haben aktuell keine Alternative. Es geht nicht nur um den Erhalt eines soziokulturellen und politischen Freiraums, eines Projekts in dem sich etliche Menschen ausprobieren und einbringen, ein Refugium in kapitalistischen Zwangsmechanismen, es geht auch um die konkrete Obdachlosigkeit von mehr als 15 Menschen. Den Verantwortlichen des besagten Ministeriums muss dies sehr wohl klar sein. Dennoch setzen diese uns wortwörtlich vor die Tür.

Unser Anliegen für ein Projekt zu kämpfen, das so wichtig ist für Jena, das wie alle Freiräume in dieser Stadt droht unterzugehen, das von 15 Personen bewohnt und von hunderten weiteren gestaltet wird, braucht eure Unterstützung!





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