„Medienlandschaft verändert sich“: NEON erscheint bald nur noch digital und auch der Bürgerrundfunk muss wohl zukünftig auf seine UKW-Radiofrequenzen verzichten

22.04.18 • AUS DER REGION, JEZT AKTUELL, KULTUR & BILDUNG, NEWSCONTAINER, POLITIK & URBANES LEBEN, RADIO JENA, START, UNSER JENAKeine Kommentare zu „Medienlandschaft verändert sich“: NEON erscheint bald nur noch digital und auch der Bürgerrundfunk muss wohl zukünftig auf seine UKW-Radiofrequenzen verzichten

Ein Kommentar von Chris Steinberger – Vor anderthalb Jahrzehnten feierte die Familie des Hamburger Nachrichtenmagazins Stern die Geburt eines neuen Magazins: NEON. Zielgruppe waren nach eigenem Bekenntnis „junge Leserinnen und Leser, die schon lange volljährig sind, aber ihre jugendliche Unbeschwertheit bewahren wollen“.

Diese Woche schreib NEON-Chefredakteurin Ruth Fend einen bewegenden offenen „Abschiedsbrief“ an ihre Klientel, in dem es heißt „wir würden wahnsinnig gerne weiter ein Heft für euch machen, mit all der Leidenschaft, mit der wir es noch immer jeden Monat tun. Aber ihr seid zu wenige geworden. (…) Für die gedruckte NEON ist es die wirtschaftliche Perspektive, die nicht mehr vorhanden ist. Wir haben um sie gekämpft – auch das ist wichtig. Aber jetzt müssen wir loslassen.“ – Keine Frage: NEON ist und bleibt eine der erfolgreichsten Printmagazingründungen der letzten 15 Jahre. Die letzte Ausgabe wird am 18. Juni 2018 erscheinen, danach gibt es nur noch das digitale Angebot von NEON.de.

Das ist bitter, aber die Medienlandschaft in unserer Gesellschaft verändert sich und das betrifft uns alle. Radio Jena startete 1999 als Rundfunkinitiative im Offenen Hörfunkkanal Jena und 2000 als Vollprogramm mit eigener Sendestruktur, das später mit dem TLM Hörfunkpreis für die „Beste Radiosendung“ ausgezeichnet wurde. 2007 begannen wir mit unserem Onlineangebot „Lichtstadt Netz“, das später zu den „Lichtstadt.News“ wurde und seit 2014 JEZT heißt. Es war eine folgerichtige Entwicklung, die auch unser 2008 begründetes ZONO Webradio für Thüringen umfasst und darauf zurück geht, dass es seit Langem Bestrebungen im Freistaat gibt, die UKW-Angebote des Bürgerradios in den Online-Bereich des Internets zu verschieben, obwohl mehr als 650.000 Einwohner über 14 Jahre „ihren“ Bürgersender kennen und 380.000 von ihnen diesen auch terrestrisch empfangen können.

Bisher sind alle diesbezüglichen Änderungen des Thüringer Landesmediengesetzes (ThürLMG) gescheitert, aber der Druck wird zukünftig immer stärker werden und auch wir müssen uns der auf uns zukommenden Wirklichkeit stellen. Auch und gerade weil Radio OKJ 2019 den zwanzigsten Geburtstag feiert dürfen wir da die Augen nicht verschließen. Nächste Woche kommt das MDR Fernsehen zu uns und wir geben in einem kurzen Interview einen Überblick unserer Sendungen und Intention und was wir uns für die Zukunft wünschen. Details hierzu folgen zu späterer Zeit u.a. im ZONO Radio Jena Programm und in unseren Social-Media-Kanälen.

Nochmals: Die Medienlandschaft in unserer Gesellschaft verändert sich und das betrifft uns alle. Es ist fast wie in der „Unendlichen Geschichte“ von Michael Ende in deren Welt, die durch das „Nichts“ zerstört wird, immer größere Teile einfach verschwinden, ohne dass etwas davon zurückbleibt. In nächster Zeit werden wir in Jena den Verlust weiterer Newsblog-Angebote und Radiosendungen erleben. So ist das eben. Dinge altern, Intentionen verleben sich, die Gesellschaft erfindet sich in Abständen immer wieder neu.

In Endes Geschichte versucht Buchheld Bastian die Welt zu retten. Scheitert er an seiner Aufgabe, wird er in der Phantasiewelt gefangen bleiben – gelingt ihm die Rettung, findet er zu sich selbst. Es kommt also (auch bei uns) auf das Wesentliche im gesellschaftlichen Leben an. Wir wollen Radio machen, wollen Bürgerinnen und Bürger unterhalten, informieren, aufklären, ihnen Wissen vermitteln. Egal was die Zukunft bringt, welche Formate und Herausforderungen das sein werden: ich garantiere dafür, dass wir das hinkriegen werden. UNSER JENA / ZONO Radio Jena / JEZT online wird es auch nach 2019 weiter geben.

 


Anmerkung: Chris Steinberger ist Managing Head of Digital News Management bei Fortschritt.media und soll Ende 2019 auf Rainer Sauer als Chef von UNSER JENA / ZONO Radio Jena / JEZT online folgen.





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