„OB Wahl 2018“ – Bittere Niederlage für den Amtsinhaber: Thomas Nitzsche wird nach Erdrutschsieg neuer Oberbürgermeister

30.04.18 • AUS DER REGION, JEZT AKTUELL, POLITIK & URBANES LEBEN, START, UNSER JENA, UNSER JENA & DIE REGIONKeine Kommentare zu „OB Wahl 2018“ – Bittere Niederlage für den Amtsinhaber: Thomas Nitzsche wird nach Erdrutschsieg neuer Oberbürgermeister

(JEZT / FDP) – Deutlicher hätte sich der Wählerwille in unserer Stadt nicht ausdrücken können: Bei der OB-Stichwahl 2018 hat sich der Freie Demokrat Dr. Thomas Nitzsche mit 63,3 Prozent der angegebenen Wählerstimmen gegen den noch bis Ende Juni amtierenden Oberbürgermeister aus der SPD, Dr. Albrecht Schröter, durchgesetzt, der im zweiten Wahlgang nur 36,7 Prozent der Stimmen der Wählerinnen und Wähler auf sich vereinen konnte. Bereits beim ersten Durchgang der sog. kleinen Kommunalwahl in Thüringen hatte Nitzsche vor Schröter gelegen, da aber nur mit rund 2,5 Prozent. Was das Ergebnis für Nitzsche noch wichtiger macht: Die Wahlbeteiligung lag mit 46,7 Prozent wesentlich höher als 2012 (= 33,54) und 2006 (= 32,14).

In der Pressekonferenz im Plenarsaal des Jenaer Rathauses zeigte sich Schröter dann auch angeschlagen und sagte gegenüber Radio Jena: „Es gibt einfachere Tage für mich. Ich empfinde das deutliche Ergebnis, dass es mir auch leichter macht, damit umzugehen, aber nicht als Niederlage, weil es unserer Stadt niemals so gut ging wie jetzt im Moment. Ich möchte ganz herzlich Thomas Nitzsche zum Wahlsieg gratulieren. Diese Wahl sehe ich als Richtungsentscheidung. Aber ich sehe auch, dass die Früchte die ich mit ausgesät habe, nun von anderen geerntet werden. trotzdem gehe ich mit einem Gefühl der Dankbarkeit.“ Thomas Nitzsche erklärte gegenüber der Presse unter anderem: „Dank zuerst an meine Wähler. Das meine Themen Verkehr in der Innenstadt und Regionalkreis immer wieder kritisch betrachte wurden, das weiß ich. Wenn nun zwei Drittel der Jenaer Bevölkerung mit ihren Stimmen gesagt und gedacht haben: da sind wir mit dabei, freut mich sehr. Selbstverständlich werden Projekte, die angefangen wurden auch von einem Oberbürgermeister Dr. Nitzsche zu Ende gebracht werden. Ebenso natürlich: der Politikwechsel wird stattfinden, das habe ich versprochen. Aber niemand braucht Angst vor mir zu haben, auch die Mitarbeiter der Stadtverwaltung nicht. Es wird keine Entlassungswelle geben. Was der Stadtrat betrifft, möchte ich ein überparteilicher OB für Alle sein.“HIER kann man sich die gesamte Pressekonferenz noch einmal anhören!

Auf dem Marktplatz vor dem Rathaus ehrte Thomas Nitzsche am Wahlabend seine vielen Helferinnen und Helfer. – Foto © MediaPool Jena

Der Gewinner, Dr. Thomas Nitzsche, ist der jüngste Oberbürgermeister, den die Doppel-Hochschulstadt Jena mit ihren rund 110.000 Einwohnern je hatte. Am 01.12.1975 in Zeulenroda geboren lebt Nitzsche seit 30 Jahren in unserer Stadt, hat hier die Schule besucht und studiert. Seit zehn Jahren setzt sich der 42-jährige Fachreferent der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek im Stadtrat für die Belange der Jenaer ein. Mit ideologiefreier Sachpolitik hat sich Dr. Thomas Nitzsche hohes Ansehen über Parteigrenzen hinweg erworben. Lange Jahre hatte Nitzsche den Vorsitz des Jugendhilfe-, des Schulentwicklungs- und des Kita-Unterausschusses der Stadt Jena inne. Aktuell leitet er den Beirat Kfz-Verkehr der Stadt Jena und ist als sachkundiger Bürger Mitglied im Stadtentwicklungsausschuss.

Die Kraft für sein politisches Pensum und sein neues Amt gebe ihm die Familie, sagt Nitzsche, der zugleich stellvertretender Landesvorsitzender der Freien Demokraten in Thüringen. Zwanzig glückliche Jahre hat Jenas neues Stadtoberhaupt bisher mit seiner Frau verbracht, gemeinsame Zeit mit ihr und seinen beiden Kindern sei für ihn der beste Ausgleich für die neuen Herausforderungen als Stadtoberhaupt.

Nach dem Ausscheiden von Dr. Albrecht Schröter verändern sich mit dem 1. Juli 2018 auch die Mehrheitsverhältnisse im Jener Stadtrat leicht. Bisher hat die Koalition aus CDU, SPD udn Bündnis’90/Grüne eine Stadtratsmehrheit von 25 Stimmen (= CDU 10 Stadträte, SPD 10 Stadträte, B’90/Grüne 4 Stadträte + OB Dr. Schröter), während die Opposition bislang auf 21 Stimmen kommt (= Linke 11, Bürger für Jena 5, FDP 2, Piraten 2 + Einzelbewerber Michel 1). Wenn Nitzsche als OB vereidigt wird und für ihn Freidemokrat Dr. Reinhard Bartsch in den Stadtrat nachrückt, hat die Opposition nun 22 Stimmen (21 + die von OB Dr. Nitzsche) und die CDU/SPD/Grüne-Koalition nur noch 24 Stimmen. Bitter für die Sozialdemokraten: obwohl Dr. Albrecht Schröter bei der Kommunalwahl 2014 ihr Spitzendkandidat war, dann aber wegen des Amtes auf sein Mandat verzichtete, wird Schröter künftig nicht mehr im Stadtrat vertreten sein.





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