Neues von der „Curiosity“-Mission # 071: Der Mars-Rover erlebt derzeit einen heftigen Staubsturm

24.06.18 • INTERESSANTES, JEZT AKTUELL, NEWSCONTAINER, START, WISSENSCHAFT, MEDIZIN & TECHNIKKommentare deaktiviert für Neues von der „Curiosity“-Mission # 071: Der Mars-Rover erlebt derzeit einen heftigen Staubsturm

Ein Staubsturm kommt am Horizont auf Curiosity zu. – Foto © NASA/JPL-Caltech/MSSS

(BERNHARD DOEPFER) – Ein Sturm aus winzigen Staubpartikeln hat in den letzten zwei Wochen einen Großteil des Mars erfasst und den NASA-Rover Opportunity dazu veranlasst, seinen wissenschaftlichen Betrieb einzustellen. Sein großer Bruder Curiosity bleibt jedoch vom Staub weitgehend unbeeinflusst. Während Opportunity von Solarenergie angetrieben wird, was an seinem aktuellen Standort im Moment wegen des Staubsturms nicht möglich ist, verfügt Curiosity über eine atomgetriebene Batterie, die seinen Betrieb Tag und Nacht ermöglicht.

Inzwischen hat der aktuelle Mars-Staubsturm an Größe zugenommen und ist laut Bruce Cantor, dem stellvertretenden Projektleiter für den Betrieb der Mars Color Imager-Kamera an Bord des Mars Reconnaissance Orbiters der NASA, nun offiziell zu einem „planet-umspannenden“ (oder: „globalen“) Ereignis geworden. Obwohl Curiosity von Opportunity aus gesehen auf der anderen Seite des Mars liegt, hat sich der Staub an seinem Standort stetig erhöht und sich am letzten Wochenende mehr als verdoppelt. Das vom atmosphärischen Staub blockierte Sonnenlicht (es wird, gegenüber dem normalen Sonnenlicht, „Tau“ genannt) liegt derzeit im Gale-Krater, in dem sich Curiosity befindet, bei über 8.0 – der höchste Tau, den die Curiosity-Mission jemals aufgezeichnet hat. Allerdings noch nicht annähernd so hoch wie am Opportunity-Standort, an welchem zuletzt mehr als 11 Tau gemessen wurden.

Diese Kombination von Fotos der NASA zeigt, wie der Staubsturm am Curiosity-Standort zugenommen hat. Für die Wissenschaftler, die vom irdischen „Boden“ aus zusehen, bietet Curiosity ein beispielloses Fenster, um mehrere Fragen zu beantworten. Einer davon: Warum dauern einige Mars-Staubstürme monatelang und wachsen massiv, während andere klein bleiben und vielleicht nur eine Woche dauern? Scott D. Guzewich, Wissenschaftler am Goddard Space Flight Center der NASA und mit der Untersuchung des aktuellen Staubsturms betraut, sagte, es sei wichtig, neben Curiosity und Opportunity auch noch mehrere Raumfahrzeug-Orbiter in der Umlaufbahn des Mars zu haben, damit es der Wissenschaftlern erstmals möglich ist, eine Fülle von Staub-Informationen sowohl von der Oberfläche als auch aus dem Weltraum zu sammeln. Der letzte vergleichbare Sturm planetaren Ausmaßes, der den Mars umgab, war vor elf Jahren und damit rund fünf Jahre bevor Curiosity dort landete.

Marsstaubstürme sind nicht wirklich selten, treten besonders während auf der südlichen Hemisphäre in Frühling und Sommer auf, wenn der Rote Planet der Sonne am nächsten ist. Wenn sich die Atmosphäre erwärmt, mobilisieren Winde, die durch größere Kontraste in der Oberflächentemperatur an verschiedenen Orten erzeugt werden, Staubpartikel, die die Größe einzelner Talkumpuderkörner haben. An der Polarkappe des Mars in dessen Wintermonaten gefrorenes Kohlendioxid verdampft, verdickt die Atmosphäre und erhöht so den Oberflächendruck. Dies sorgt dafür, die Staubpartikel in der Luft zu verdichten. In einigen Fällen wurde gemessen, dass solche Staubwolken eine Höhe von bis zu 60 km oder mehr erreichen können. Obwohl sie also sozusagen gewöhnlich sind, verbleiben Marsstaubstürme normalerweise in einem lokalen Bereich. Im Gegensatz dazu treten alle sieben bis fünfzehn Jahre Stürme planetaren Ausmaßes auf, wie der aktuelle Sturm, der wenn es auf der Erde passiert wäre, das Gebiet Nordamerikas und Russlands zusammen umfassen würde, so Guzewich.

 





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