Was für ein Ost-Derby: Provokationen, Wahnsinnstore und fast ein Spielabbruch bei Jena gegen Rostock

04.11.18 • JEZT AKTUELL, NEWSCONTAINER, SPORT, START, UNSER JENAKommentare deaktiviert für Was für ein Ost-Derby: Provokationen, Wahnsinnstore und fast ein Spielabbruch bei Jena gegen Rostock


(weber + FCC News Content) – Auch im neunten Anlauf hintereinander blieb dem FC Carl Zeiss Jena der erhoffte und angesichte der Tabellensituation  dringend benötigte Sieg verwehrt. Vor fast 8.150 Zuschauern sorgte schließlich ein Tor des eingewechselten Vincent Louis Stenzel in der Nachspielzeitaber für Jenas Fan-Jubel und eine verdiente Punkteteilung.

Der FC Hansa Rostock kam mit einer DFB-Pokal-Niederlage (drei Tage zuvor gegen den 1. FC Nürnberg durch Elfmeterschießen) im Gepäck an die Saale und traf im Ernst-Abbe-Sportfeld auf einen FCC mit Negativserie von acht Spielen ohne Sieg. Die Hanseaten-Kogge hatte einen holprigem Start, bekamen dann aber Aufwind und gute Torschüsse durch Pepic (19.) und Rieble (36.), doch Schlussmann Coppens hielt das Jenaer Tor sauber. Die einzige wahre Torchance für Carl Zeiss Jena in Häfte 1 hatte Julian Günther-Schmidt, der kurz vor der Pause Gästekeeper Gelios die Möglichkeit gab, zu glänzen.

Wie schon gegen Ende der 1. Halbzeit bestimmte Jena auch nach Wiederanpfiff das Spiel. Eine Rechtsflanke von Eckardt erreicht Günther-Schmidt, doch dessen Kopfball mangelt es in der 56. Minute an Präzision. Kurz danach konterte Rostock, kam mit Hilßner über die rechte Seite. Coppens musste aus seinen Kasten, sah vor sich Hildebrandt, der rund einen Meter im Abseitsstehend stand und zum 0:1 für den FC Hansa eischob. Kaum fassbar: Schiri-Assistent Wlodarczak steht direkt daneben und lässt die Fahne unten.

Halbzeit Happen – Grafikrechte: FCC

Die Folge: Aufregung bei den FCC-Fans. Provokationen von Rostocker Seite, deren Fans bereits vor Spielbeginn Pyrotechnik gezündet hatten, weshalb sich der Spielbeginn verzögert hatte. Einige Hanseaten gelingt es in den Innenraum zu kommen. Aus zwei anderen Zuschauerblöcken  klettern weitere „Fans“ beider Mannschaften in den Stadion-Innenraum, versuchten aufeinander loszugehen und sorgen in der 59. Spielminute für eine fünfminütige Spielunterbrechung und den Tiefpunkt des Tages. Danach wurde wieder Fußball gespielt. Eine Viertelstunde vor Schluss brachte FCC-Trainer Mark Zimmermann mit Stenzel und Wolfram zwei Neue in die Partie. Hatten vor Wochenfrist in Cottbus die Wechsel rein gar nichts gebracht, hoffte man nun umso mehr auf des Trainers glückliches Händchen beim Einwechseln wie zu Saisonbeginn.

Sein Team bekam gegen zum Spielende hin zusehends tiefer stehende Rostocker nun wieder Oberwasser. Starkes Ablage vors Tor führt lediglich zu einem Eckball und ein Schuss von ihm aus 17 Metern meistert Gelios problemlos (83.). Fünf Minuten später fliegt ein Ball in den Rostock Strafraum, dort steht einige Meter links vom Elfmeterpunkt Kevin Pannewitz, nimmt Maß und ballert das Leder an die Latte. Doch noch war lange nicht Schluss. Durch die Unterbrechung betrug die Nachspielzeit satte acht Minuten. Der Sekundenzeiger hatte eine Umdrehung vollendet, als ein hoher Ball in den Rostocker Strafraum fliegt, Vincent Louis Stenzel hochsteigt und der Joker nickte unhaltbar zum 1:1-Ausgleich ein. Da war es also wieder, das glückliche Händchen des Trainers, das wenigstens für eine Punkteteilung sorgt.

Mark Zimmermann: „Es war ein emotionales Spiel. Wir sind sehr gut in beide Halbzeiten gekommen. Zu Beginn hatte man ein gutes Gefühl, da fehlten nur ein, zwei Prozent, um in Führung gehen zu können. Zur Pause ist das Spiel ausgeglichen. Beim 0:1 verteidigen wir richtig, der Gegner läuft ins Abseits, das Andere können wir nicht beeinflussen. Allerdings darf man sich anschließend nicht so lange mit dieser Situation beschäftigen. Der Ausgleich war glücklich, keine Frage, aber auch hochverdient. Am Ende bin ich absolut happy, dass wir uns in einem stark emotionalen Spiel noch mit dem Ausgleich belohnt haben.“





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