Thüringen-Monitor 2018: Jenaer Forscher haben herausgefunden, dass Thüringer sehr heimatverbunden sind

08.11.18 • AUS DER REGION, JEZT AKTUELL, KULTUR & BILDUNG, NEWSCONTAINER, POLITIK & URBANES LEBEN, START, UNSER JENA, UNSER JENA & DIE REGION, WISSENSCHAFT, MEDIZIN & TECHNIKKommentare deaktiviert für Thüringen-Monitor 2018: Jenaer Forscher haben herausgefunden, dass Thüringer sehr heimatverbunden sind

(FSU) – Das Thema „Heimat“ ist der Schwerpunkt des Thüringen-Monitor 2018. Dessen Ergebnisse wurden vorgestern in Erfurt der Öffentlichkeit vorgestellt. Die jährliche von der Thüringer Staatskanzlei in Auftrag gegebene Befragung der Thüringer Bevölkerung wird am KomRex – Zentrum für Rechtsextremismusforschung, Demokratiebildung und gesellschaftliche Integration der Friedrich-Schiller-Universität Jena erstellt. Die wissenschaftliche Leitung des Thüringen-Monitors haben Prof. Dr. Marion Reiser und Prof. Dr. Heinrich Best inne.

Der Thüringen-Monitor 2018 setzt die Langzeitstudie zur politischen Kultur im Freistaat Thüringen fort, die seit dem Jahr 2000 jährlich die Entwicklung der Demokratiezufriedenheit, der Demokratieunterstützung und der politischen Einstellungen der Thüringer Bevölkerung beobachtet. Die Untersuchung basiert auf einer repräsentativen telefonischen Befragung von 1.057 wahlberechtigten Thüringerinnen und Thüringer, die zwischen dem 1. Juni und dem 7. Juli 2018 durchgeführt wurde.

Jena, die Studentenstadt. © FotoliaLicense#171090024

Für 96 Prozent der Befragten ist Heimat eher oder sehr wichtig. Die Verbundenheit zur „Heimat Thüringen“ drückt sich u. a. darin aus, dass sich fast vier Fünftel der Befragten sicher sind, im Freistaat zu bleiben – dieser Anteil hat sich gegenüber früheren Befragungen signifikant erhöht. Eine sehr große Mehrheit der Befragten bewertet die Lebensbedingungen in ihrer Umgebung in als sehr gut oder gut. Mehr als drei Viertel der Befragten schätzen auch die Zukunft ihrer Region als positiv ein. Allerdings nehmen aber auch Tendenzen der Ausgrenzung und Ressentiments gegen „Fremde“ mit Gefühlen der Heimatverbundenheit zu.

Die Demokratiezufriedenheit und das Vertrauen in die Kerninstitutionen der staatlichen Ordnung unserer Demokratie bleiben bei den Befragten – trotz starker Parteienverdrossenheit und Elitenkritik – auf relativ hohem Niveau. Nach wie vor ist eine Mehrheit der Befragten (55 Prozent) mit der demokratischen Praxis zufrieden. Die Verbreitung rechtsextremer Einstellungen zeigt sich im Vergleich zum Vorjahr mit rund 20 Prozent rechtsextrem eingestellter Befragter als unverändert. Die Zustimmung zu ethnozentrischen, d. h. fremdenfeindlichen und nationalistischen, Aussagen ist allerdings auf 47 Prozent gestiegen. Die durchschnittliche Befürwortung neo-nationalsozialistischer Aussagen verbleibt hingegen mit acht Prozent auf niedrigem Niveau.

Blick von Maua auf Neu-Lobeda – Foto © 2003 MediaPool Jena

58 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, dass die Bundesrepublik „durch die vielen Ausländer in einem gefährlichen Maß überfremdet“ sei. 36 Prozent denken dies auch für Thüringen. Nur noch 50 Prozent der Befragten schätzen das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religionen und Kulturen in Thüringen als positiv ein. 2012 waren es noch 68 Prozent.

Hinweis: Den kompletten THÜRINGEN-MONITOR 2017 findet man HIER, den von 2018 DORT.





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