Sternstunde der deutschen Demokratie: FSU-Politikwissenschaftler geben Buch über die Novemberrevolution 1918 heraus

29.11.18 • AUS DER REGION, JEZT AKTUELL, KULTUR & BILDUNG, NEWSCONTAINER, START, UNSER JENA, UNSER JENA & DIE REGION, WISSENSCHAFT, MEDIZIN & TECHNIKKommentare deaktiviert für Sternstunde der deutschen Demokratie: FSU-Politikwissenschaftler geben Buch über die Novemberrevolution 1918 heraus

Impression der Novemberrevolution 1918 – Bildquelle: Bundesarchiv

(FSU) – „Die Weimarer Republik ist nicht gescheitert, sie wurde bewusst zerstört von den Feinden der Demokratie“, sagt Dr. Andreas Braune von der Forschungsstelle Weimarer Republik der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU). Es sei an der Zeit, jene Ereignisse neu zu bewerten, an deren Anfang die Novemberrevolution 1918 stand. Nötig sei es, so Braune, das Geschehen jener Jahre im internationalen Kontext zu betrachten und mit dem offenen Horizont der Zeitgenossen: „Die Weimarer Republik kann durchaus als eine Sternstunde der deutschen Demokratiegeschichte bezeichnet werden.“

Aktuell bietet die Forschungsstelle gemeinsam mit dem Verein Weimarer Republik einen Blog, mit dem die November-Geschehnisse und die weitere Entwicklung Tag für Tag in den Blick genommen werden. HIER kann das Ringen um die erste deutsche Demokratie Schritt für Schritt nachvollzogen werden. Ergänzend dazu haben Prof. Dr. Michael Dreyer und Dr. Andreas Braune das Buch „Zusammenbruch, Aufbruch, Abbruch? Die Novemberrevolution als Ereignis und Erinnerungsort“ herausgegeben. Erschienen ist das Buch in der Reihe „Weimarer Schriften zur Republik“ als Band 6.

Ausschnitt des Covers der Publikation „Zusammenbruch, Aufbruch, Abbruch? Die Novemberrevolution als Ereignis und Erinnerungsort“

Die Autorinnen und Autoren unternehmen darin eine breite Bestandsaufnahme zum aktuellen Forschungsstand. Sie liefern fundierte historische Beschreibungen und komplettieren die Gesamtsicht um Facetten, die bislang wenig Beachtung fanden. So analysiert Ingrid Sharp (Leeds) die Rolle der Frauen in der Revolution von 1918/19 und Mark Jones (Dublin) hat untersucht, welche Bedeutung die öffentlichen Trauerfeiern für Opfer der Revolution hatten. Spannend ist zudem der Beitrag von Gleb J. Albert (Zürich) über die „revolutionären Wechselwirkungen“ zwischen Deutschland und Russland in den Jahren 1917 bis 1919. Einen alltagshistorischen Exkurs liefert im neuen Buch Nadine Rossol (Essex), die Schüleraufsätze, Schulchroniken, Behördeneingaben und Tagebücher aus Essen ausgewertet hat. Darin finden sich zahlreiche Belege, welches Entsetzen die Abdankung des Kaisers und seine Flucht ins Exil ausgelöst hatten, aber auch lobende Worte über die „ruhige und unblutige Revolution“.

Die weiteren Beiträge sind von Manfred Baldus (Erfurt), Jens Hacke (Halle-Wittenberg), Kirsten Heinsohn (Hamburg), Heidrun Kämper (Mannheim), Peter Keller (Kaufbeuren), Helmuth Kiesel (Heidelberg), Detlef Lehnert (Berlin), Lothar Machtan (Bremen), Walter Mühlhausen (Darmstadt), Wolfgang Niess, Karl Heinrich Pohl, Wolfram Pyta (Stuttgart), Martin Sabrow (Berlin) und Daniel Siemens (Newcastle).

Das neue Buch zur Novemberrevolution vereint die Beiträge einer wissenschaftlichen Tagung, die von der Forschungsstelle Weimarer Republik und dem Verein Weimarer Republik im Herbst 2017 ausgerichtet wurde. Ziel der Tagung war und Anliegen des Buches bleibt es, die beinahe vergessene Novemberrevolution ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Trotz der späteren Zerstörung der ersten deutschen Republik – oder gerade deswegen.





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