„Kultur 4.0“: Das Thüringer Kultur- und Wissensportal geht online un die Jenaer Uni-Bibliothek legte die Grundlagen hierfür

07.02.19 • JEZT AKTUELL, KULTUR & BILDUNG, NEWSCONTAINER, POLITIK & URBANES LEBEN, START, UNSER JENA, UNSER JENA & DIE REGION, WISSENSCHAFT, MEDIZIN & TECHNIKKommentare deaktiviert für „Kultur 4.0“: Das Thüringer Kultur- und Wissensportal geht online un die Jenaer Uni-Bibliothek legte die Grundlagen hierfür

Einband eines Buchs, das in der ThuLB digitalisiert wurde.- Symbolfoto © FSU

(Axel Burchardt) – Thüringen ist ein Land voller Kultur. Während die einen Schätze fest im Be­wusstsein verankert sind, gibt es andere Raritäten, die nur Eingeweihte kennen. All diese Ex­ponate sollen sowohl der Fach- als auch der breiten Öffentlichkeit auf unkomplizierte Art und Weise an einem „Ort“ präsentiert werden: im neuen Thüringer „Kultur- und Wissensportal“ (www.kuwi-thueringen.de), das heute offiziell in Erfurt präsentiert wurde. Im Auftrag und mit 110.000 Euro Förderung des Freistaats in 2018/19 entstand es mit maßgeblicher Unter­stützung der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena (ThULB), die zu den Vor­reitern der Digitalisierung im Kulturbereich gehört. In den kommenden Monaten wird es weiter ausgebaut werden.

Insbesondere Bibliotheken, Archive und Museen gehören zu den Institutionen, die das geistige kulturelle Erbe des Freistaates verwalten und damit Kulturwahrer, Identitätsstifter und Tourismusmagneten sind. Das „Kultur- und Wissensportal“ – für das noch ein griffiger Name gesucht wird – will die Thüringer Kunst-, Kultur- und Wissenschaftslandschaft virtuell erlebbar gestalten und dabei digitale Objekte und Dokumente von nationaler und interna­tionaler Bedeutung präsentieren. Über eine Million Datensätze und Digitalisate in 2D und 3D von über 100 Thüringer Einrichtungen werden bereits im Portal nachgewiesen und online präsentiert. Dadurch sind die Bestände verschiedener Einrichtungen nun – virtuell – an einem Ort zusammengeführt. Das Portal wendet sich vor allem an die breite Öffentlichkeit sowie Interessierte aus Wissenschaft und Schulen.

ThULB-Direktor Michael Lörzer – Foto © FSU Anne Günther

„Die Erfassung und Speicherung der Daten erfolgt in den verschiedenen Thüringer Quellsys­temen. Das sind vor allem die auf dem MyCoRe-Framework basierenden UrMEL-Anwendun­gen der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena, die zentrale digiCULT-Anwendung für die Thüringer Museen und die Goobi-Anwendung der Herzog Anna Amalia Bibliothek in Weimar“, erläutert der amtierende ThULB-Direktor Michael Lörzer technische Details. „Das Portal ist Projektwebseite und Sucheinstieg zugleich. Es bietet die Möglichkeit, Dokumente, Daten und Texte miteinander zu vernetzen und ermöglicht eine bestandsübergreifende ge­meinsame Suche über alle Sammlungen und Objekte. Die Integration des Portals in eine vor­handene technische Infrastruktur, die initial von der ThULB bereits für den Aufbau des Re­for­mations-, des Theaterzettel-, des Parlamentsschriften- und weiterer Spezialportale verwendet wurde, garantiert die Nachhaltigkeit und Sichtbarkeit des Projektes“, ergänzt Digitalisierungs­experte Lörzer, der auch das Sammlungsportal der Friedrich-Schiller-Uni­versität Jena (http://sammlungen.uni-jena.de) mit geplant und realisiert hat.

Die Projektpartner haben die Möglichkeit, mit geringem Aufwand die an der ThULB vorgehaltenen Digitalisate ihrer zur Verfügung gestellten Bestände, die allesamt in das Kultur- und Wissensportal eingeflossen sind, in den eigenen Webauftritt zu integrieren. Zusätzlich zu dem Portal stellt die ThULB ihren Partnern eine komplexe Digitalisierungs­infrastruktur für Metadaten, 2D- und 3D-Digitalisate bereit. „In Kombination mit den dazuge­hörigen Erfassungs- und Speichersystemen und einer Anbindung an das im Aufbau be­find­liche Thüringer Langzeitarchivierungssystem steht dies prototypisch für eine langfristige Thüringer Präsentations-, Forschungs- und Entwicklungsinfrastruktur“, sagt Michael Lörzer und ist sich sicher, dass die gemeinsamen Aktivitäten ein wichtiger Schritt in Richtung digi­taler Thüringer Gesellschaft sind.





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