„Das ist schiefgelaufen“: OB Dr. Nitzsche entschuldigte sich für den übereilten Abriss von Brunnenresten

13.05.19 • JEZT AKTUELL, KULTUR & BILDUNG, NEWSCONTAINER, POLITIK & URBANES LEBEN, START, UNSER JENAKommentare deaktiviert für „Das ist schiefgelaufen“: OB Dr. Nitzsche entschuldigte sich für den übereilten Abriss von Brunnenresten

Das Holzgerüst am alten Brunnen in Neulobeda-Wset – Bildquelle: JenaKultur

(red) – Die Stadt Jena hat um Entschuldigung gebeten für den übereilten Abriss zweier beim Architekturfestival „72 Hour Urban Action“ (72HUA) mit einer Holzkonstruktion umbauten Brunnenreste aus Beton, die im Volksmund „Schachfiguren“ genannt wurden.

OB Dr. Thomas Nitzsche war gemeinsam mit den Werkleitungen des Kommunalservice (KSJ), des Immobilienbetriebes KIJ und von Jenakultur vor Ort an die Karl-Marx-Allee in Neulobeda-West gekommen und hatte dort u.a. mit den Erbauern und weiteren Projektbeteiligten sowie Ortsteilbürgermeister Volker Blumentritt gesprochen.

Die Angelegenheit sei „schiefgelaufen“, sagte Jenas Oberbürgermeister und meinte damit vor allem die Kommunikation. Es mache aber keinen Sinn, Einzelpersonen Vorwürfe zu machen, so seine Einschätzung. Die Gefahren, hauptsächlich für Kinder, seinen konkret gewesen, jedoch die Entscheidung zum sofortigen Abbau der Skulpturen wohl übereilt. Der in der Rückschau bessere Weg wäre wohl gewesen, zunächst das Objekt abzusperren, dann mit den Beteiligten zu sprechen und erst danach zu entscheiden, ob der Abriss von zwei Betonelementen der richtige Weg sei, so der Verwaltungschef.

Obwohl die Objekte des 72HUA-Festivals bis zum Sommer stehen bleiben sollten, habe schnell festgestanden, dass rund um den ehemaligen Brunnen etwas verändert werden müsse. Wie berichtet hatte das aus Holzbalken gezimmerte Gerüst zum Herumturnen und Klettern eingeladen, wobei es eine latente Gefahr gewesen sei, dass Kinder den Halt verlieren und dann auf Betonkanten stürzen. Hier seien die Stadt als Flächeneigentümer und konkret die Eigenbetriebe KSJ und KIJ sofort haftbar gewesen. Festival-Kuratorin Gilly Karjevsky nahm die Entschuldigung förmlich an, ergänzte jedoch, dass die Zusammenarbeit mit der Stadt Jena und vielen anderen Beteiligten vor und nach dem Festival „wunderbar“ gewesen, wofür sie der Stadt dankte.

Bekannt wurde mittlerweile, dass zum Ende der Woche bereits ganz andere Objekte der 72HUA-Installationen verschwunden sind, ohne dass dies auf Veranlassung der Stadt geschah. So etwa zwischen Binswangerstraße und dem Autobahntunnel der A4 ein dreieckiges Podest und ein Dekoobjekt sowie auf dem Lobdeburg-Tunnel ein mit Saiten bespanntes Metallfass, das der Ton-Erzeugung diente.





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