Zum 75. Geburtstag von Edgar Froese (†): Traumkonzerte I / 1974 und 1975

23.06.19 • AUS DER REGION, JEZT AKTUELL, KULTUR & BILDUNG, NEWSCONTAINER, RADIO JENA, START, UNSER JENA, UNSER JENA & DIE REGIONKommentare deaktiviert für Zum 75. Geburtstag von Edgar Froese (†): Traumkonzerte I / 1974 und 1975

Edgar Froese sagte einmal: „Es gibt keinen Tod, nur einen Wechsel der kosmischen Adresse“. Jetzt, im Juni 2019, wäre er 75 Jahre alt geworden, doch Froese weilt seit Anfang 2015 nicht mehr unter uns. Und trotzdem gibt es ihn noch … und zwar zu hören in den Live-Konzerten seiner einstigen Band TANGERINE DREAM / TD.

Einst fand Froese eine ganzheitliche Lebenseinstellung in der Unwirklichkeit seines Idols Salvador Dali, auf dessen Landsitz in Cadaqués Edgar F. Junior bereits 1966 Hauskonzerte für Dalis surreale Gesellschaften gab. Auf den Essener Jazztagen stellte er 1967 mit Bassist Kurt Herkenberg (später bei INTERZONE) seine eigene Band, den Mandarinen Traum – englisch: Tangerine Dream – vor, ein Musikkollektiv, dem wenig später auch Konrad Schnitzler an Tasteninstrumenten und Elektronik und der Schlagzeuger Klaus Schulze angehörten.

Ihr experimentelles Erstlingswerk von 1970 hieß so, wie das Programm von Froeses damaliger Musik: „Electronic Meditation“. Die TD-Nachfolgealben „Alpha Centauri“ (1971), „Zeit“ (1972) und „Atem“ (1973), allesamt bereits mit Chris Franke – Froeses kongenialem Partner bis zum Jahre 1987 – waren zwar experimentell-gefälliger Krautrock im Stil der damaligen Zeit, aber bei weitem noch nicht das, was sich Edgar Froese musikalisch vorstellte.

Mit dem Wechsel von der deutschen Plattenfirma Ohr/Kosmische Kuriere zu den britischen Virgin Records kam 1974 der zuerst künstlerische, später dann auch kommerzielle Erfolg. Die ersten vier Virgin-Alben „Phaedra“ (1974), „Rubycon“ (1975), „Ricochet“ (1975) und „Stratosfear“ (1976) mit ihrem Moog-Modular-Synthesizer-Sounds zählen bis heute sowohl zu Klassikern des Genres als auch der TANGERINE DREAM Historie.

Später brillierten Froese und Co. vor allem bei Filmmusiken u.a. mit den Alben „Sorcerer“/“Atemlos vor Angst“ (1977), „Thief“/“Der Einzelgänger“ (1981), „White Eagle“/“Tatort: Das Mädchen auf der Treppe“ (1982), „Risky Business“/“Lockere Geschäfte“ (1983), „Firestarter“/“Der Feuerteufel“ (1984) und „Legend“/“Legende“ (1986).

Anfang 2013 erlitt Edgar Froese einen schweren Unfall, bei dem er sich erhebliche Kopfverletzungen zuzog und ein halbes Jahr im Koma lag. Wieder genesen, gleichwohl gesundheitlich angeschlagen, ging er 2014 mit TD auf eine Farewell-Tour und arbeitete im Studio u.a. mit Synthimusik-Legende Jean-Michel Jarre zusammen. Obwohl noch immer nicht gesundet verstarb Froese am 20. Januar 2015 im Alter von 70 Jahren überraschend an einer Lungenembolie.

Anlässlich seines 75. Geburtstags senden wir bis zum August 2019 bei Radio Jena in unregelmäßigen Abständen die besten Liveauftritte von Tangerine Dream. Angefangen mit den sog. „Kathedralen Konzerten“ von 1974 in Reims und 1975 in Coventry über das legendäre Konzert in Croyden 1975 (das im gleichen Jahr Bestandteil des Live-Albums „Ricochet“ wurde) bis hin zum Auftritt in Mannheim aus der 1976er Europatour, mit der Tangerine Dream in der Besetzung Peter Baumann, Chris Franke, Edgar Froese ihren ersten Live-Höhepunkt erreicht hatten. Danach folgen Konzerte der USA-Tour von 1977 sowie der Europa-Tour 1978/1979, das Konzert im Palast der Republik von 1980, die Polen-Tour Mitte der 1980er-Jahre und ein spätes Konzert aus der Royal Albert Hall von 2010.

„TRAUMKONZERTE“: Heute Abend von 20 bis 22 Uhr und kommenden Sonntag von 22 bis 24 Uhr auf UKW (103,40 MHz), im Kabelnetz Ostthüringen (107,90 MHz) oder im Internet bei www.radio-okj.de.





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