»SOMMER 1969: Vier Wochen, die die Welt veränderten (4)«

22.08.19 • JEZT AKTUELL, KULTUR & BILDUNG, STARTKommentare deaktiviert für »SOMMER 1969: Vier Wochen, die die Welt veränderten (4)«

Ausschnitt aus dem Filmplakat zu „EASY RIDER“ – Bildrechte: Columbia Pictures

(Urban Pilz) – Der „Sommer 1969“ beinhaltete alles für die Generation der bis 1960 geborenen Menschen, um ihn unvergesslich zu machen. Mit 50 Jahren Abstand betrachtet, entfaltet er auch heute seine Unverwechselbarkeit.

Ein Roadmovie war es, das im Jahre 1969 die Gefühle und Stimmungen vieler junger Menschen auf den Punkt brachte und zugleich als eine Art Sittengemälde der amerikanischen Gesellschaft der späten 1960er-Jahre gesehen werden kann: EASY RIDER. In die Kinos kam der Film in der Mitte des hier beschriebenen „Sommers 1969“.

Hopper und Fonda in einer Filmszene aus „EASY RIDER“ – Bildrechte: Columbia Pictures

Mindestens für drei Protagonisten der Filmproduktion war EASY RIDER der „Durchstarter“ zu einer Weltkarriere: Dennis Hopper, Peter Fonda (Sohn von Hollywood-Legende Heny Fonda) und Jack Nickolson. Die Idee zu ihrem roadmovie kam Fonda und Hopper nach deren gemeinsamer Arbeit im Roger Corman-Film „Der Trip“; beide schrieben das Drehbuch und wollten mit dem Film (ebenso wie auch Nicholson) ihre Popularität nutzen, bereits zuvor in verschiedenen „Rocker“-Filmen mitgewirkt und auf Motorrädern eine gute Figur gemacht zu haben.

Die Dreharbeiten begannen an Peter Fondas 28. Geburtstag im Februar 1968. Obwohl die Grundaussage von EASY RIDER von Hopper und Fonda bewusst offen gehalten wurde, setzte später das Verleihstudio als Motto den Satz „Ein Mann suchte Amerika, doch er konnte es nirgends mehr finden“ auf das Filmplakat, was sowohl Dennis Hopper (der eine der beiden Hauptrollen spielte und zugleich Regie führte) als auch Fonda verärgerte, denn es ging beiden ja um das Duo Hopper/Fonda, das im Film bis zuletzt alles gemeinsam erlebt. Die Handlung kann man HIER nachlesen.

Peter Fonda und Jack Nickolson in einer Filmszene aus „EASY RIDER“ – Bildrechte: Columbia Pictures

Schon kurz nach der Veröffentlichung wurde EASY RIDER als ein epochaler und stilbildender Film gesehen, der, obwohl experimenteller Autoren-Film, nahezu unglaublichen Gewinn erzielte (= Kosten der Produktion: 325.000 US Dollar; Einnahmen: über 16 Mio.US Dollar). Das „alte“ Hollywood, das seine Filme 1969 noch nach uralten Filmkonzepten ohne näheren Bezug zur Realität fertigte („Planet der Affen“, „Barbarella“, „Butch Cassidy and the Sundance Kid“ etc.) wurde durch den Erfolg von EASY RIDER in seinem grundfesten erschüttert. Zwar würdigte man den Erfolg 1970 mit einer OSCAR-Nominiert in den Kategorien „Bester Nebendarsteller“ (Jack Nicholson) und „Bestes Originaldrehbuch“, doch ausgezeichnet wurde der Film von der Academy nicht.

Seine Wirkung war jedoch so stark, dass die großen Studion fortan auch anderen jugen Filmemachern wie her wie Francis Ford Coppola, George Lucas, Martin Scorsese oder Steven Spielberg die Chance und das nötige Geld gaben, um dasso genannte New Hollywood ins Leben zu rufen.

Nachtrag „TRAUER UM PETER FONDA“: Am vergangenen Freitag verstarb der amerikanische Schauspieler Peter Fonda im Alter von 79 Jahren in Los Angeles. Fonda, Mitproduzent des Film EASY RIDER, wählte auch die Lieder für den Soundtrack zum Film aus. Dank ihm war EASY RIDER der erste international erfolgreiche Filme, der keinen eigens komponierten Soundtrack hatte, sondern populäre Musik aus der Zeit seiner Entstehung nutzte. Für Fonda war EASY RIDER zugleich ein Segen, denn er beförderte ihn aus dem monumentalen Schatten seines Vaters, des Schauspielers Henry Fonda.

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