„Röntgenstrahlung von Neutronensternen“: Teilnehmer des Ernst-Abbe-Kolloquiums am 2. November waren beeindruckt vom Vortrag von Joachim E. Trümper

05.11.16 • INFOS FÜR STUDIERENDE, INTERESSANTES, JEZT AKTUELL, KULTUR & BILDUNG, NEWSCONTAINER, POLITIK & URBANES LEBEN, START, UNSER JENA, WISSENSCHAFT, MEDIZIN & TECHNIKKeine Kommentare zu „Röntgenstrahlung von Neutronensternen“: Teilnehmer des Ernst-Abbe-Kolloquiums am 2. November waren beeindruckt vom Vortrag von Joachim E. Trümper

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Prof. Joachim E. Trümper – Foto © privat

JEZT Logo Forschung an der FSUAuch Sterne sterben – einige erlöschen, andere hingegen enden in einem großen Big Bang. Dazu gehören Neutronensterne, die beim Kollaps eines massereichen Sterns entstehen, der nach der Erschöpfung seines Kernbrennstoffs als Supernova explodiert. Diese Neutronensterne besitzen extreme Eigenschaften: Sie sind sehr klein (mit Radien von 10-12 km), haben enorme Dichten (Milliarden Tonnen pro Kubikzentimeter) und besitzen superstarke Magnetfelder (100 Millionen Tesla).

Solche Neutronensterne, die erst in den 1960er Jahren als Radiopulsare und als helle Röntgenquellen in Doppelsternsystemen entdeckt wurden, standen im Mittelpunkt des 67. Ernst-Abbe-Kolloquiums, das von der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Ernst-Abbe-Stiftung am 2. November 2016 ausgerichtet wurde. Hierbei sprach Prof. em. Dr. Joachim E. Trümper im Zeiss-Planetarium Jena über das Thema „Röntgenstrahlung von Neutronensternen“. Der renommierte Physiker vom Max-Planck-Institut für extraterretrische Physik nahm hierbei die Besucher mit in die 50-jährige Entdeckungs- und Erkenntnisgeschichte zu Neutronensternen.

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Ein Neutronenstern – Künstlerische Grafik © MIT

Was das Besondere ausmachte: Prof. Trümper, der über 700 wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht hat, hielt auch am 9. Dezember 1992 den Premierenvortrag der Kolloquiumsreihe. Der heute 83-jährige, vielfach ausgezeichnete Physiker , sprach damals über den Röntgensatelliten ROSAT. Mit ROSAT wurde die erste vollständige Himmelsdurchmusterung mit einem Röntgenteleskop durchgeführt, womit die Zahl der Survey-Quellen von 840 auf 125.000 stieg.

Nun, 24 Jahre später, weiß man durch eine Fülle astronomischer Beobachtungen in allen Spektralbereichen viel mehr über Neutronensterne und ihre Rolle im kosmischen Geschehen. Eine besondere Rolle haben dabei Beobachtungen der Röntgenstrahlung gespielt, die aufgrund extrem hoher Temperaturen an der Stern-Oberfläche oder bei Wechselwirkungen relativistischer Elektronen in der ausgedehnten Magnetosphäre entsteht. „In meinem Vortrag wird ein allgemein-verständlicher Überblick über dieses Forschungsgebiet gegeben, das sich in den letzten 50 Jahren entwickelt hat“, berichtete Trümper, der in gewohnter Weise am Ende seines Vortrags für Fragen zur Verfügung stand.





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