Hans Lehmann schreibt: „Bewegender Volkshaus-Abschied von GMD Tardue mit Beethovens Neunter“

04.06.17 • INTERESSANTES, JEZT AKTUELL, KULTUR & BILDUNG, NEWSCONTAINER, POLITIK & URBANES LEBEN, START, UNSER JENAKeine Kommentare zu Hans Lehmann schreibt: „Bewegender Volkshaus-Abschied von GMD Tardue mit Beethovens Neunter“

Generalmusikdirektor Marc Tardue – Foto © Philharmonie Jena

Kulturexperte Hans Lehmann schreibt über das Abschiedskonzert des scheidenden Generalmusikdirektors der Jenaer Philharmonie, Marc Tardue, im Jenaer Volkshaus am 31. Mai 2017:

Wer kennt es nicht, das “Freude schöner Götterfunken“? Jede Aufführung der Sinfonie Nr. 9 in d-Moll op. 125 von Ludwig van Beethoven wird zu einem Ritual mit Schillers Text aus seiner Jenaer Zeit. So war das Volkshaus auch im Abschlusskonzert der A-Reihe ausverkauft, doch etwas Besonderes war damit verbunden – der Abschied von GMD Marc Tardue. Zu Beginn nahm OB Dr. Albrecht Schröter das Wort, um dem scheidenden Dirigenten für sein erfolgreiches fünfjähriges Wirken in Jena und darüber hinaus mit dem Eintrag in das Goldene Buch der Stadt zu danken.

Kulturkenner Hans Lehmann – Foto © FDP Jena

Somit war man zusätzlich neugierig auf die Wiedergabe des im wahrsten Sinne des Wortes weltbewegenden Werkes. Spannend dramatisch der 1. Satz vor dem erregenden Vivace, ein Scherzo der besonderen Art, wo man bereits etwas vom Finale ahnt. Der Ruhepunkt dann der weitläufige Gesang zwischen Streichern und Bläsern im Adagio. Die Philharmonie hatte den Programmzettel mit „Utopie?- Freudenklänge“ überschrieben. In der Tat: wem ist das Finale im Detail nicht vertraut, wenn Celli und Bässe dezent das „Freude schöner Götterfunken“ anstimmen ehe im weiteren Verlauf der Solist „O Freunde, nicht diese Töne!“ einwirft, von Uwe Schenker-Primus mit seinem herausragenden Bass gesungen und damit das großartige Szenario einleitet.

Die Jenaer Philharmonie mit GMD Marc Tardue – Foto © Philharmonie Jena Scholl

Der Philharmonische Chor, Einstudierung Berit Walther, zeigte sich in Hochform. Dazu als weitere Solisten Hrachuhí Basséns (Sopran), Anette Bod (Mezzosopran) und Michael Siemon (Tenor). Das Orchester von Tardue vom ersten Satz an in allen Gruppen zu spannungsvoller innerer Dynamik geführt, wobei kleine rhythmische Schwankungen schnell überwunden wurden. Interessant dabei diesmal die Aufstellung des Orchesters aufsteigend und sozusagen mit dem Chor nicht nur eine optische Einheit bildend sondern auch klanglich überzeugend. Riesenbeifall am Ende, stehende Ovationen im Parkett und auf den Rängen! Das Finale wurde wiederholt.

Es war der Abschied von Marc Tardue im Volkshaus, endgültig dann aber von Jena mit den ArenaOuvertüren am 23. und 24. Juni 2017 auf dem Festplatz in Lobeda-West, eine nun auch schon mehrjährige Tradition der Jenaer Philharmonie.

Karten für die beiden Konzerte der KulturArena-Ouvertüre 2017 bekommt man HIER.





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