UPDATE: „Ernüchterung nach gebrochenem Ministerversprechen“ – Tiefensees ICE-Ersatz­lösung auf der Saalbahn kommt doch nicht zustande

15.07.17 • JEZT AKTUELL, NEWSCONTAINER, POLITIK & URBANES LEBEN, START, UNSER JENAKeine Kommentare zu UPDATE: „Ernüchterung nach gebrochenem Ministerversprechen“ – Tiefensees ICE-Ersatz­lösung auf der Saalbahn kommt doch nicht zustande

Ein ICE am Paradiesbahnhof – Dieses Motiv wird es bald nicht mehr geben. – Foto © Stadt Jena Kristian Philler

Noch in diesem Dezember wird die Eisenbahn-Neubaustrecke durch den Thüringer Wald eröffnet. Intercity-Express-Züge (ICE) von Berlin nach München halten dann in Erfurt und nicht mehr in Jena und Saalfeld. Was zunächst dramatisch klang, wurde durch ein Versprechen von Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee versüßt: Der Freistaat werde, so der Minister vor nicht all zu langer Zeit, für die kommenden fünf Jahre jeweils fünf Millionen Euro für zusätzliche Züge auf der Saalbahn ausgeben. Ein nach Leipzig verlängerter Franken-Thüringen-Express sollte ab Dezember den Anschluss der Wirtschafts­zentren Jena und Saalfeld an Leipzig sicherstellen.

Trotz vieler Millionen an Mehreinnahmen für den Freistaat kommt diese Lösung laut dem Thüringer Infrastrukturministerium nun aber doch nicht. Begründung: „Das Finanzministerium hat es abgelehnt, zusätzliche Landesmittel für die Finanzierung weiterer Zugleistungen zwischen Jena und Leipzig bereitzustellen.“ Auch ein externen Sündenbock wurde gefunden: Bauarbeiten an der Strecke. Die geplante Verlängerung des Franken-Thüringen-Expresses, sei an „Trassenkonflikten wegen Bauarbeiten im Schienennetz“ gescheitert, so ein Ministeriumssprecher am Freitag in Erfurt. Leider hätten weder der neue Regional­express von Jena nach Halle, noch der Express von Jena nach Leipzig genügend kurze Umsteigezeiten nach Berlin sichergestellt, so die Tiefensee-Behörde.

Eine Ausrede, sagte nun das Jenaer Bahnbündnis, das in sich die Stadt Jena, ihre führenden Unternehmen und die beiden Hochschulen der Lichtstadt vereint. Deren Fahrplantechnologe habe ausgerechnet, dass es mit der Lösung sehr wohl gute Umsteigeverbindungen nach Berlin geben würde. Und man vermutet, dass hinter den Kulissen ein Streit zwischen den Ministerien herrscht. Tiefensee will eine gute Verkehrsanbindung für den, nach seinen Worten, „wichtigsten Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Thüringens“. Das sei, so der Minister „eine Frage der Wettbewerbsfähigkeit“. Allerdings sieht dies das Finanzministerium im Moment völlig anders, wie die Ostthüringer Zeitung jüngst meldete, und rückt für Tiefensees Versprechen kein Geld heraus.

UPDATE von 9 Uhr 30: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat heute Vormittag erklären lassen, dass ab Ende 2018 jährlich fünf Millionen Euro zusätzlich bereitstehen, um den Franken-Thüringen-Express bis nach Leipzig zu verlängern. Er gehe davon aus, dass die Städte Saalfeld und Jena damit doch einen schnelleren Anschluss an Leipzig erhalten. In der Ostthüringer Zeitung wir der MP mit folgenden Worten zitiert: „Gern hätten wir die Verlängerung bereits ab Ende 2017 realisiert.“ Aufgrund einer Baustelle in Sachsen-Anhalt sei die Kapazität der Strecke jedoch momentan eingeschränkt, so dass zu Beginn des kommenden Jahres kein zusätzlicher Zug möglich sei, ohne andere Nahverkehrslinien zu gefährden. Deshalb habe er dem Infrastrukturministerium den Auftrag erteilt, für das nächste Fahrplanjahr eine andere Lösung als den Franken-Thüringen-Express zu entwickeln. Ramelow in der OTZ: „Zur Not müssen Busse eingesetzt werden.“





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