„Eisgigant A69“: Die vor 14 Monaten abgebrochene riesige Antarktis-Eisinsel driftet in wärmere Gewässer

09.09.18 • INTERESSANTES, JEZT AKTUELL, NEWSCONTAINER, START, WISSENSCHAFT, MEDIZIN & TECHNIKKommentare deaktiviert für „Eisgigant A69“: Die vor 14 Monaten abgebrochene riesige Antarktis-Eisinsel driftet in wärmere Gewässer

Das frisch abgetrennten Stück des Larsen-C-Schelfeises – Abbildung © MIDAS Project

Vor knapp 14 Monaten bahnten sich an der Ostküste der antarktischen Halbinsel dramatische Ereignisse an: Am Rande des Larsen C-Schelfeises brach ein riesiges Eisfeld mit einer Fläche von etwa 5.800 Quadratkilometern vollständig ab; das entspricht in etwa der doppelten Fläche von Luxemburg. Damit verlor die Eisplatte auf einen Schlag mehr als ein Zehntel ihrer Schelfeisfläche. (wir berichteten)

Modell des jetzt autonom treibenden Eisbergs, erstellt auf Basis von Daten der Sentinel-1 und Cryosat-Satelliten. Grafikanimation © ESA, University of Edinburgh / N. Gourmelen

Auf Satellitenbildern ist zu sehen, dass sich der Gigant aus der Lücke im Schelfeis, die er durch seinen Abbruch hinterlassen hatte, in den letzten Monaten und Wochen endgültig herausgedreht hat. Nur die nördliche Spitze scheine noch aufzuliegen. Es werde nicht mehr lange dauern, bis der gigantische Eisberg durch die Ozeanströmungen beschleunigt wird, sagte diese Woche Thomas Rackow, Klimaforscher am Alfred-Wegener-Institut (AWI) in Bremerhaven und er fügte bei der Pressekonferenz an: „Dann ist er nicht mehr zu stoppen.“

Wohin der Riesen-Eisberg des Larsen-C-Schelfeises driften dürfte, haben Noel Gourmelen und dessen Kollegen von der University of Edinburgh mit Hilfe von Daten des ESA-Radarsatelliten Cryosat ermittelt. „Wir haben die Höhe des Eises über dem Meer kartiert und vorausgesagt, dass der Eisberg 190 Meter hoch aus dem Wasser ragen wird“, berichtet Gourmelen. Auch sei es sehr wahrscheinlich, dass der Eiskoloss bis zu 210 Meter tief ins Wasser eingetaucht ist – dann dürfte er rund 1.115 Kubikkilometer Eis umfassen. Ein großes Risiko für die Schiffahrt durfte sein weiteres Zerbrechen in immer kleinere Einzelteile sein, wenn der Eisgigant A69 endgültig in wärmere Gewässer treibt. In den letzten zwei Jahrzehnten 20 Jahren sind mehr als ein halbes Dutend Schelfeise an der Antarktischen Halbinsel zerfallen oder stark zurückgegangen – darunterdie Larsen C-Brüder Larsen A und Larsen B, was in der Folge zur Erhöhung des Meeresspiegels beiträgt.





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