Entschuldungskonzept: Schuldenstand der Stadt Jena sinkt kontinuierlich und steigt trotzdem wieder an

23.01.19 • JEZT AKTUELL, NEWSCONTAINER, POLITIK & URBANES LEBEN, START, UNSER JENAKommentare deaktiviert für Entschuldungskonzept: Schuldenstand der Stadt Jena sinkt kontinuierlich und steigt trotzdem wieder an

Schuldenuhr der Stadt Jena – abgerufen am 20.01.2019 – Abbildung © Stadt Jena

(red) – Die Kernhaushalte der Kommunen im Freistaat sind in aller Regel verschuldet, hatten beispielsweise Ende 2016 (nach einer Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik) einen Schuldenstand in Höhe von 1,9 Milliarden Euro bzw. eine Pro-Kopf-Verschuldung von rund 880 Euro je Einwohner.

Unsere Stadt war und ist hierbei in vielerlei Hinsicht positives Vorbild, denn Jenas Schuldenstand fiel jahrelang teilweise dramatisch, wie der Grafik in der Mitte aus dem Jahre 2015 zu entnehmen ist. Und die Schuldenlast der Stadtverwaltung Jena ist auch aktuell weiter im Sinkflug, von ursprünglich einmal 160 Millionen Euro über das Jahr 2012, als es nur noch 62 Millionen waren, vor dreieinhalb Jahren mit einem damaligen Schuldenstand von knapp 47 Millionen Euro ins aktuelle Jahr mit nur noch rund ca. 15,2 Millionen Euro Minus.

Wenn es der Prognose nach weitergeht, kann es durchaus dazu kommen, dass zum Ende des Jahres 2024 die komplette Entschuldung der Stadtverwaltung Jena erreicht werden wird; Auskunft hierzu erhält man bei der sog. „Schuldenuhr der Stadt Jena“.

JEZT - Abbild der Schuldenuhr Jena 2015-08-08 © Stadt Jena

Schuldenuhr der Stadt Jena – abgerufen am 08.08.2015 – Abbildung © Stadt Jena

Jedoch sieht man in der Grafik ganz oben aktuell einen erheblichen Anstieg der Schulden bei den städtischen Eigenbetrieben, welcher sich bis Ende dieses Jahres fortsetzen wird und wohl mit dem Beginn der vielen Großprojekte der Stadt Jena, die hauptsächlich durch die Eigenbetriebe KIJ und KSJ zu erbringen sind, zu tun hat: Bibliothek am Engelplatz (noch ohne die prognostizierte Kostensteigerung), Fußballstadion, Deutsches Optisches Museum, Straßenbahnverlängerung nach Zwätzen, Inselplatz, Eichplatz und so weiter. Dadurch könnte die Stadt Jena als Ganzes betrachtet – also Stadtverwaltung plus Eigenbetriebe als 100%ige Töchter – Ende 2019 wieder auf den Schuldenstand von 2014 mit rund 50 Millionen Euro zurückfallen.

Aber das ist dann trotzdem noch nicht der Weisheit letzter Schluss, denn als Hauptbeteiligte an der Stadtwerke Jena Gruppe muss die Stadt Jena auch noch für einen Großteil der Schuldverpflichtungen der Stadtwerke gerade stehen und dass sind – und hierbei ist der vereinbarte Neubau der Schwimmhalle noch nicht mit einbezogen – aktuell mehrere 100 Millonen Euro und durch die Erneuerung der Straßenbahnen beim Jenaer Nahverkehr könnten in Zukunft nochmals weit mehr als 100 Millionen Euro hinzu kommen. Schulden die aller Ehren wert sind als Investitionen in die Zukunft der Stadtwerke Jena Netze oder der Infrastruktur. Doch bis wann diese abgezahlt sein werden, steht in den Sternen.





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