So sieht es also auf der Venus aus: Neue Interpretationen zu Fotos der Venera-Sonden

18.08.19 • INTERESSANTES, JEZT AKTUELL, START, WISSENSCHAFT, MEDIZIN & TECHNIKKommentare deaktiviert für So sieht es also auf der Venus aus: Neue Interpretationen zu Fotos der Venera-Sonden

Venus Oberfläche in der Umgebung von Venera 9 (oben) und Venera 10 (unten) – Bildrechte Original © 1975 CCCP Academy of Sciences. Enhancing with permission by Donald Mitchell

(Bernhrad Doepfer) – Venera 9 und 10 (Венера-9, Венера-10) waren Raumsonden der ehemaligen UdSSR zur Erforschung des Planeten Venus. Vom Kosmodrom Baikonur mit einer Proton-Rakete gestartet, traten die Landesonden nach der Trennung von ihren Orbitern am 20. bzw. 26.10.1975 in die dichte CO2-Atmosphäre* der Venus ein, gingen auf der Oberfläch enieder und übermittelten seinerzeit die ersten Bilder von der Oberfläche eines fremden Planeten, noch ein Jahr vor den Mars-Bildern der Viking-Sonden der NASA.

Messinstrumente an Bord der beiden Sonden waren ein Gaschromatograph zur Untersuchung der Atmosphäre, ein Probensammler und Bohrer zur Untersuchung der physikalischen Struktur der Oberfläche. Auch ein Seismometer war an Bord, wurde in beiden Fällen bei der Landung aber offenbar beschädigt und lieferte keinerlei Daten. Dies könnte aber auch an der kurzen Datenübertragungsdauer von Verena 9 und 10 gelegen haben, denn obwohl vor der Landung auf −10 Grad Celsius abgekühlt, arbeitete z.B. Venera 9 nur 53 Minuten lang.

Venus Oberfläche in der Umgebung von Venera 13 – Bildrechte © 1982 CCCP Academy of Sciences

Leider löste sich bei den 1978 gestarteten Raumsonden Venera 11 und Venera 12 (Венера-11, Венера-12) nach der Landung die Verkleidung der Kamera nicht, sodass hier nur Daten, aber keine Bilder übermittelt werden konnten. Der Venera 11-Lander übermittelte 95 Minuten lang Daten von der Oberfläche, die Venera 12-Landesonde übertrug dann 110 Minuten lang Daten, bevor die Muttersonde die Funkreichweite verließ.

Venus Oberfläche in der Umgebung von Venera 14 – Bildrechte Original © 1982 CCCP Academy of Sciences. Entzerrung Ted Stryk

Venera 13 (Венера-13) erreiche die Oberfläche der Venus am 1. März 1982 und ihre Landesonde übermittelte mehr als zwei Stunden lang Daten und Bilder von der Oberfläche bei einer Außentemperatur von + 457 °C und einem Atmosphärendruck von 84 Bar. Am 5. März 1982 landete Venera 14 (Венера-14); der Lander überlebte 57 Minuten auf der Oberfläche bei einer Außentemperatur von + 465 °C und einem Atmosphärendruck von 94 Bar. Neben den Daten lieferten beide auch Bilder.

* = Die Venus-Atmosphäre unterscheidet sich von der unserer Erde, da sie 92 mal so schwer und an der Oberfläche rund 465 ° C warm ist sowie ca. 300.000 mal so viel CO2 enthält.





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