„Erster Spatenstich für eine ernste Sache“: Neues Krematorium für 3,26 Mio. Euro entsteht auf den Jenaer Nordfriedhof

25.09.14 • JEZT AKTUELL, STARTKeine Kommentare zu „Erster Spatenstich für eine ernste Sache“: Neues Krematorium für 3,26 Mio. Euro entsteht auf den Jenaer Nordfriedhof

JEZT - Der Erste Spatenstich fuer das neue Krematorium am Jenaer Nordfriedhof im September 2014 - Foto © Stadt Jena B Glasser

(JEZT / KSJ / BARBARA GLASSER) – Die Historie der Einäscherung von Verstorbenen beginnt bereits in der Steinzeit, jedoch war mit der Ausbreitung des Christentums der Brauch der Leichenverbrennung in Mitteleuropa sukzessiv verschwunden. Mit dem Anwachsen der Großstädte wurde aber nahezu überall der Platz auf den Friedhöfen knapp und im 19. Jahrhundert erlaubt es die technische Entwicklung erstmals, die Einäscherung technisch abzuwickeln in einem sog. „Krematorium“ (abgeleitet von dem lateinischen Begriff „cremare“, zu deutsch „verbrennen“).

Das erste Krematorium im deutschsprachigen Raum wurde 1878 auf dem Gothaer Hauptfriedhof erbaut. Im Jahr 1894 wurde in Jena ein „Verein zur Feuerbestattung“ gegründet, die Stadt stellte unentgeltlich Bauland hinter der Trauerhalle auf dem Nordfriedhof zur Verfügung. Vier Jahre später wurde das Jenaer Krematorium in Betrieb genommen als fünftes Krematorium in Deutschland; 1908 übergab der Verein das Krematorium dann an die Stadt Jena.

1953 wurde der Jenaer Einäscherungsofen von Kohlebefeuerung auf Gasbrenner umgestellt, ein neuer Schornstein musste 1976 gebaut werden. Der „alte“ Einäscherungsofen erfuhr 1991 eine Generalreparatur und wurde 1998 durch moderne Filtertechnik erweitert. Bereits seit Jahren aber ist die Technik an den Grenzen ihrer Möglichkeiten, weshalb nun am Jenaer Nordfriedhof der Neubau des städtischen Krematoriums ansteht.

Der erste symbolische Spaten ist Anfang dieser Woche gestochen worden – bis zum Oktober des nächsten Jahres soll jetzt das neue Krematorium auf dem Nordfriedhof fertiggestellt sein. Insgesamt 3,26 Millionen werden in den Neubau investiert, der dann ein würdiger Ort für Hinterbliebene sein und den Mitarbeitern auf dem Friedhof bessere Arbeitsbedingungen bieten soll, die der Kommunalservice Jena als zuständiger Eigenbetrieb der Stadt Jena gestern bekannt gab. „95 Prozent aller Beisetzungen sind heutzutage Feuerbestattungen, dazu braucht man eine zeitgemäße Technik, die das bisherige Krematorium nicht bieten kann“, sagte Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter anlässlich des ersten Spatenstichs.

Das neue Gebäude wird zwei Etagen haben mit einem öffentlich zugänglichen Bereich, damit Angehörige die Möglichkeit haben, an der Einäscherung ihrer Toten teilzunehmen. Es entstehen Kühlzellen für die Lagerung der Verstorbenen, Raum für die Bestattungsunternehmen zur Umsargung und Vorbereitung der Verstorbenen und Räume für die Leichenschau. Zudem ist das Krematoriumsgebäude auf den Bedarf einer zweiten Einäscherungsanlage ausgelegt worden, wie der Kommunalservice mitteilte.

 





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