„Ein Lächeln, das ansteckt“: Clown Knuddel hilft nun auch in der Geriatrie beim Heilen – Positive Resonanz auf Projekt am Universitätsklinikum Jena

09.08.15 • JEZT AKTUELL, START, UNSER JENA, WISSENSCHAFT, MEDIZIN & TECHNIKKeine Kommentare zu „Ein Lächeln, das ansteckt“: Clown Knuddel hilft nun auch in der Geriatrie beim Heilen – Positive Resonanz auf Projekt am Universitätsklinikum Jena

JEZT - Clown Knuddel Dorothea Kromphardt weckt mit historischen Spieluhren Erinnerungen bei den geriatrischen Patientinnen Dorothea Braun-Schmidt und Elisabeth Weiss - Foto © UKJ Boettner

Dorothea Kromphardt (besser bekannt als Clown Knuddel) weckt mit historischen Spieluhren Erinnerungen bei den geriatrischen Patientinnen Dorothea Braun-Schmidt und Elisabeth Weiss – Foto © UKJ Böttner

Luftballonfiguren basteln, Spieluhren aufziehen oder einfach zuhören: Das Repertoire von Dorothea Kromphardt, besser bekannt als Clown Knuddel, ist vielfältig. Damit begleitet sie schon mehr als 14 Jahre Kinder und Jugendliche während ihres Aufenthalts an der Kinderklinik des Universitätsklinikums Jena (UKJ). Seit 2014 besucht sie auch die älteren Patienten auf zwei Stationen in der Jenaer Geriatrie einmal wöchentlich – und das mit Erfolg.

„Unsere Erwartungen darüber, dass sich der Clown positiv auf die geriatrischen Patienten auswirkt, haben sich bisher mehr als bestätigt“, sagt Dr. Anja Kwetkat, kommissarische Direktorin der Klinik für Geriatrie am UKJ. Denn das vergangene Jahr hat gezeigt: Knuddel gelingt es auf eine lockere und unkonventionelle Art, positive Gefühle bei den Patienten auszulösen und negative Stimmungen zu senken. „Oft sprechen die Patienten auch Tage nach Knuddels Besuch noch von den Erlebnissen mit ihm. Unabhängig davon, ob sie mit ihm spazieren waren, Spieluhren angehört, in Erinnerungen geschwelgt oder in ihm einen guten Zuhörer gefunden haben – sie sind begeistert“, so Kwetkat.

Außerdem stärkt Knuddel auch die Fähigkeit der Patienten, Krisen oder unsichere Situationen besser bewältigen zu können. Denn ob durch die Erkrankung bedingt oder durch das Ausmaß ihrer körperlichen Defizite: Die Patienten erleben während ihres stationären Klinikaufenthaltes viele mit Angst besetzte Situationen. „Clown Knuddel stellt mit seiner tollpatschigen Art einen Gegensatz zum oft ernsten Klinikalltag dar. Er zeigt, dass Missgeschicke nicht schlimm sind. Und er weist die Patienten darauf hin, dass vieles einfacher sein kann, wenn man auch einmal über sich selbst schmunzelt“, erklärt Kwetkat den Nutzen des Einsatzes von Knuddel in der Geriatrie.

Die älteren Patienten reagieren fast durchweg positiv auf den Clown. „Knuddel versprüht mit seinen Spieluhren pure Nostalgie und das Lächeln ist einfach ansteckend. Da fühlt man sich glatt wieder wie ein Kind und kann seine Krankheit zumindest kurz vergessen“, so die Patientin Elisabeth Weiss. Bei den Besuchen geht es jedoch nicht nur darum, die Patienten zum Lachen zu bringen. „Oftmals haben die älteren Patienten einen sehr großen Redebedarf. Dann stehe ich ihnen als guter Zuhörer zur Seite“, bestätigt Dorothea Kromphardt. Auch Dorothea Braun-Schmidt, eine weitere geriatrische Patientin, erinnert sich gern an den Besuch des Clowns zurück: „Knuddel nimmt sich wirklich sehr viel Zeit für uns und lenkt uns mit Musik und Gesprächen vom Klinikalltag ab – und das auf hohem Niveau!“

Im wöchentlichen Wechsel besucht Knuddel bisher die Stationen 1 und 2. Neben Luftballonblumen, Spieluhren und guter Laune bringt er oft auch kleine Aufmerksamkeiten wie Anhänger in Engel- oder Herz-Form als Erinnerungen für die Patienten an den Besuch mit. „Wir freuen uns sehr, dass die Sparkassenstiftung Jena-Saale-Holzland, der Rotary Club Jena-Ernst-Abbe und auch private Spender den Besuch von Knuddel in der Geriatrie ermöglichen“, so Kwetkat. Allerdings reicht diese finanzielle Unterstützung nicht dafür aus, dass Knuddel auch langfristig einen festen Bestandteil im Klinikalltag in der Geriatrie einnehmen kann. Deshalb werden noch weitere Förderer für das Projekt gesucht.





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