Nord und Löbstedt stehen gemeinsam im Fokus der Flüchtlingsunterbringung in Jena – Heute konstituiert sich der Flüchtlings-Freundeskreis in Jena-Nord

23.10.15 • JEZT AKTUELL, POLITIK & URBANES LEBEN, START, UNSER JENA1 Kommentar zu Nord und Löbstedt stehen gemeinsam im Fokus der Flüchtlingsunterbringung in Jena – Heute konstituiert sich der Flüchtlings-Freundeskreis in Jena-Nord

JEZT - Jena-Nord - Loebstedt - Kaufland - Flaeche am Egelsee - Abbildung © Kartenportal der Stadt Jena

(JEZT AKTUELL / STADT JENA) – Derzeit befinden sich rund 1.000 Flüchtlinge in Jena, die ihre Heimat in Asien, Afrika oder Südost-Europa wegen Bürgerkriegen, Hunger oder der Bedrohung durch des Islamischen Staat verlassen mussten. „Germany“ ist hierbei für eine Vielzahl von Flüchtenden das Ziel, das es zu erreichen gilt. In Deutschland angekommen werden sie nach dem sog. „Königsteiner Schlüssel“ auf die verschiedenen Bundesländer verteilt, dort in Erstaufnahmeeinrichtungen registriert und anschließend auf Städte und Landkreise verteilt.

JEZT - Geplante Fluechtlingsunterkunft in Jena-Nord in der Loebstedter Strasse - Foto © MediaPool JenaIm Sommer 2015 hat Herr Andreas Amend seinen schwierigen Job als Flüchtlingsbeauftragter der Stadt Jena aufgenommen und ist seither mit seinem Mitarbeiterteam unablässig dabei, für jeden ankommenden Flüchtling in unserer Stadt eine Bleibe zu finden. Hierfür gibt auch von Seiten der „JEZT“-Redaktion große Anerkennung und Dank.

Längst reichen jedoch Wohnungen und Wohncontainer nicht mehr aus und man muss verstärkt auf Schulturnhallen und Gewerbeimmobilien ausweichen. In einer Bürgerversammlung in Jena-Nord, an der auch eine Vertreterin des angrenzenden Ortsteils Löbstedt teilnahm, informierten Amend und Jena-Nord Ortsteilbürgermeister Siegfried Ferge vor einer Woche über die aktuelle Situation und Andreas Amend stellte drei aktuelle und dazu noch zwei perspektivische Standorte für Flüchtlingsunterkünfte in Jena-Nord sowie Löbstedt vor.

So werden im Spitzweidenweg 107 in einer derzeit als Bürogebaude genutzten Immobilie der Bilfinger Berger AG ZNL Jena in den nächsten Monaten 70 Flüchtlinge untergebracht. Im Gebiet am Egelsee werden auf einem von der Stadt vom Freistaat Thüringen angekauften Grundstück des Ortsteils Löbstedt, direkt an der Grenze zu Jena-Nord vier Wohncontainer aufgestellt. Dort sollen rund 130 Menschen vorübergehend wohnen. Auch auf dem ehemaligen „Korb-Krines“ Areal sollen in Löbstedt Flüchtlinge Obdach finden. In Jena-Nord selbst werden zukünftig bis zu 290 weitere Flüchtlinge untergebracht werden. Ab Januar 2016 finden im Verwaltungsgebäude des ehemaligen Jenaer Schlachthofes (Foto)  etwa 40 Menschen Unterkunft und angedacht ist nach Worten Amends eine Nutzung des restlichen Schlachthof-Geländes für bis zu 250 Asylbewerber.

Aktueller Termin: Am heutigen Freitag, dem 23. Oktober 2015, findet um 18 Uhr findet im Gemeindehaus Simon Petrus in der Merseburger Straße 38 (= Christliches Gymnasium) das konstituierende Treffen für einen Flüchtlings-Freundeskreis in Jena-Nord statt. OTBM Ferge hat hierzu jeden interessierten Bürger und jede Bürgerin herzlich zur Teilnahme und späteren Mitarbeit eingeladen.





Ein Kommentar

  1. Julian Fischer sagt:

    Nur eine kleine Ergänzung: Die Immobilie am Spitzweidenweg 107 gehört schon lange nicht mehr der Firma Bilfinger (früher Bilfinger & Berger). Bilfinger ist dort mit 2 Unterfirmen nur Mieter. Der heutige Besitzer ist die Firma Projekt Bauart Immobilieninvest GmbH aus Hirschaid (Bayern). Außer Bilfinger sitzen dort noch der Allgemeine Anzeiger, eine Steuerkanzlei, mehrere Handwerker, Personalberater, Labore und Vereine, die jetzt allle möglichst schnell kündigen sollen, denn die meisten haben lang laufende Verträge, manchmal erst vor kurzem abgeschlossen. Hier stehen viele Arbeitsplätze und Existenzen auf dem Spiel. Es handelt sich also nicht „nur“ um eine fast leerstehende Immobilie, die die Allgemeinheit kaum tangieren wird. Auch die Zahl von 70 Flüchtlingen kann nicht stimmen, denn das gesamte Gebäude soll laut Eigentümer nach und nach belegt werden. Selbst wenn das Erdgeschoß frei bleibt, kommt man bei der Größe des Gebäudes schnell auf 400-500 Flüchtlinge. Dafür muß man nur die Fenster zählen.

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