„Plan P wie Pinselohr“. Der Naturschutzbund NABU startet Luchsprojekt in Thüringen um der Samtpfote auf die Sprünge zu helfen

27.07.17 • AUS DER REGION, INTERESSANTES, JEZT AKTUELL, KULTUR & BILDUNG, NEWSCONTAINER, POLITIK & URBANES LEBEN, START, UNSER JENA, UNSER JENA & DIE REGIONKeine Kommentare zu „Plan P wie Pinselohr“. Der Naturschutzbund NABU startet Luchsprojekt in Thüringen um der Samtpfote auf die Sprünge zu helfen

NABU Projekt „Plan P wie Pinselohr – Wir machen den Weg frei für den Luchs!“

(JEZT / Martin Schneider) – Unter dem Motto „Luchse in die Mitte bitte – dem Luchs in Mitteleuropa gemeinsam auf die Sprünge helfen“ startet der NABU Thüringen im Juli sein erstes Luchsprojekt. „Thüringen als das grüne Herz Deutschlands bietet aufgrund seiner wald- und wildreichen Mittelgebirgslagen relativ günstige Voraussetzungen für die Rückkehr der scheuen Pinselohren“, sagt Silvester Tamás, der Koordinator des neuen Luchsprojektes. Mit dem Plan P wie Pinselohr, wie das Projekt auch liebevoll bezeichnet wird, möchte der NABU der größten europäischen Katze, den Weg in Thüringen ebnen. „Noch vor etwa 200 Jahren zählten Luchse zum festen Bestandteil unserer Landschaft. Heute machen den Luchsen der Straßenverkehr und Vorurteile das Leben schwer“, berichtet Silvester Tamás.

Thüringen liegt zwischen zwei bedeutenden Luchsvorkommensgebieten, dem Harz und dem Bayerischen Wald mit dem östlich angrenzenden Nationalpark Šumava. Thüringen spielt deshalb bei der Ausbreitung und dem Schutz des Luchses eine zentrale Rolle. Wenn es uns zukünftig gelingt, dem Luchs in Thüringen eine Brücke zwischen den verschiedenen Luchslebensräumen in Deutschland zu schlagen und hier bei uns im Herzen Mitteleuropas eine sichere Heimat zu geben, dann werden auch andere geschützte und bedrohte Tierarten davon profitieren“, erklärt der Projektkoordinator erwartungsvoll. Aktuell ist über den Luchs und seine Anwesenheit in Thüringen so gut wie nichts bekannt. Gleichzeitig bestehen noch Vorbehalte und Sorgen gegenüber der Rückkehr der scheuen Samtpfote*.

„Mit unserem Projekt wollen wir dafür sorgen, dass wandernden Tierarten wie dem Luchs, eine konfliktarme Rückkehr in ihre alte Heimat ermöglicht wird und Vorbehalte gegenüber der seltenen Katze abgebaut werden“, so Tamás. Uns geht es neben dem Sammeln von Luchsdaten und der Informations- und Aufklärungsarbeit hauptsächlich um die Wiedervernetzung von Lebensräumen und den Lebensraumschutz. Wenn wir wissen wo der Luchs vorkommt, können wir uns zum Beispiel für den Erhalt seiner Rückzugsgebiete einsetzen und dabei helfen Gefahren im Straßenverkehr zu entschärfen. Deshalb brauchen wir mehr Daten und Erkenntnisse zur aktuellen Luchssituation in Thüringen.“

Ein besonderes Augenmerk der Projektarbeit liegt auf der Zusammenarbeit mit Behörden und wissenschaftlich arbeitenden Fachinstitutionen, mit Jägern, Waldbesitzern und Nutztierhaltern. Außerdem soll ein Netzwerk von ehrenamtlichen Luchsdatensammlern aufgebaut werden, um das FFH-Monitoring des Freistaates zu unterstützen. Das Projekt wird in den nächsten 36 Monaten durch den NABU Bundesverband gefördert. Ansprechpartner für Rückfragen ist Silvester Tamás als Koordinator Luchsprojekt, Tel.: 036427/21726, Tel.: 0177/5573434, E-Mail: Silvester.Tamas @ NABU-Thueringen.de. Weitere Infos findet man unter: www.NABU-Thueringen.de.

Hintergrund: Der Eurasische Luchs (Lynx lynx) gehört wie Tiger und Hauskatze zur Familie der katzenartigen Raubtiere (Felidae). In Deutschland gibt es nur eine weitere wildlebende Katzenart, die Europäische Wildkatze (Felis silvestris). Luchse sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Als Pirsch- und Lauerjäger schleichen sich Luchse bis auf wenige Meter an ihre Beute heran, überfallen sie blitzschnell und töten sie durch einen gezielten Biss in die Kehle. Was ein Luchs nicht sofort fressen kann, versteckt er, um später wieder an seinen Riss zurückzukehren. Wie fast alle Katzen ist der Luchs ein Einzelgänger und wandert etwa 20 Kilometer innerhalb von 24 Stunden. Nach- und Hinweise auf Luchse verdichten sich aktuell im Thüringer Wald und im Thüringer Schiefergebirge, auch in der Rhön, im Hainich, im Südharz und im Eichsfeld, sowie auf der Hohen Schrecke.





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