„Bundestagswahl 2017“: Was uns die Slogans der verschiedenen Parteien sagen und weshalb man wählen gehen sollte

17.09.17 • JEZT AKTUELL, KULTUR & BILDUNG, NEWSCONTAINER, START, UNSER JENAKeine Kommentare zu „Bundestagswahl 2017“: Was uns die Slogans der verschiedenen Parteien sagen und weshalb man wählen gehen sollte

Am kommenden Sonntag wird ein neuer Bundestag gewählt. Hierzu treten insgesamt 48 Parteien an, darunter die folgenden neun, die als „etablierte“ Parteien gelten: Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU), Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD), Freie Demokratische Partei (FDP), Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke, Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU), Alternative für Deutschland (AfD), Freie Wähler und Die Piraten. – Um die diesjährige Bundestagswahl geht es bei unserem „Thema des Monats September“.

Schon der Volksmund weiß: „Niemals wird so viel gelogen wie vor einer Wahl“ und die Efahrungen der jüngsten Vergangenheit (US-Wahl, Brexit) belegen dies. Und man hat das Gefühl, dass es heutzutage einigen Wahlkämpfern nichts mehr auszumachen scheint, zentrale Versprechen bereits nach kurzer Zeit einzukassieren. Ein Grund also, auf die Slogans der Parteien zur Bundestagswahl 2017 zu schauen.

Immer aufwendiger und teurer entwickelt sich der Aufwand für Wahlwerbung mit Plakaten und Großdisplays. Das überrascht, denn Wahlforscher haben ermittelt, dass der Ausgang von Wahlen tatsächlich immer weniger von der (Be)Wertung von Wahlplakaten durch die Wähler abhängt. Trotzdem denken sich die Parteien „Auf die Botschaft kommt es an“ und verkürzen die Eckpunkte ihrer Parteiprogramme zur Bundestagswahl auf wenige Worte.

Das kann man entwaffnend einfach aber effizient machen, wie die Partei Die Linke zeigt, ganz penibel wie die Freien Demokraten, die auf ihren Großplakaten neben einem Konterfei des Spitzenkandidaten kleingedruckt, aber für den Betrachter noch gut lesbar, das komplette Wahlprogramm mit abbilden oder so, wie die Partei Alternative für Deutschland: mangels eigener Ideen plump-dreist die Slogans der CDU aus deren Bundestagswahlkampf 1976 klauen.

Links: CDU Slogans von 1976 – Rechts: AfD Slogans von 2017

Dass Menschen für Täuschungen, Lügen oder Aufbauschung empfänglich sind, zeigt sich im täglichen Alltag durch Produkte wie überteuerte Smartphones, große aber halb leere Produktverpackungen, den Glauben an „saubere“ Diesel-Pkw oder den Verbrauch an umweltschädlichen Kaffeekapseln. Nur allzu gerne lassen wir uns alle verführen, geben uns unseren Gefühlen hin, statt rational zu denken. Auch bei der Wahlwerbung.

Die CDU zeigt uns auf Großplakaten nur noch das Konterfei von Angela Merkel, die milde dem Volk zulächelt und ihm suggeriert: „Habt keine Angst, mit mir bleibt alles beim Alten!“ Ihr Kontrahent von den Sozialdemokraten lächelt auch – wenn auch inzwischen wesentlich gequälter als die Bundeskanzlerin – druckt doch die SPD sein Kernthema „Gerechtigkeit“ inzwischen nur noch klein auf die Großplakate.

Für Bündnis’90/Die Grünen stehen ganz offensichtlich die Umwelt und die Zukunft im Vordergrund. Die Kampagne der Grünen enstand, wie jetzt bekannt gegeben wurde, in Kooperation mit der Agentur „Ziemlich Beste Antworten“. Dies ist offensichtlich eine auf die Bedürfnisse des Bundestagswahlkampfes maßgeschneiderte Neugründung von grün-nahen Kommunikationsprofis.

Doch lenken Slogans und Plakate im Grunde nur von einem andernen Problem rund um das Theme „Wahlen“ ab, denn seit Jahren sinkt die Wahlbeteiligung bei Landtagswahlen oder der Bundestagswahl stetig. Während 2013 bei der letzten Bundestagswahl die Wahlbeteiligung noch bei über 70 % lag, fiel die Beteiligung bei den nachfolgenden Abstimmungen wesentlich geringer aus, bis hin zu den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen, bei denen noch nicht einmal jeder zweite Wahlberechtigte seine Stimme abgab.

Dieser Entwicklung stellt sich die Initiative „Mit mir 90 Prozent“ entgegen. Um das Ziel zu erreichen, müssten von den aktuell rund 61,5 Millionen Wahlberechtigten für die Bundestagswahl 2017 etwa 55,35 Millionen am nächsten Sonntag ihre Stimme abgeben. Damit dies klappt, haben sich auch ZONO Radio Jena und JEZT dem Aufruf angeschlossen. Denn wir finden:

Persönliche Freiheiten mit freien Wahlen in einer weitestgehenden Demokratie sind ein unschätzbare Privileg unsere Gesellschaft in Jena und der Region, in Thüringen und der Bundesrepublik. Dies nutzen wir wie eine Selbstverständlichkeit, doch nur, wenn wir unser Grundrecht, wählen zu dürfen, ernst nehmen, sorgen wir dafür, dass wie dies allen nicht leichtfertig preisgeben. Wir müssen nur nach Großbritannien blicken, um zu erkennen, dass die heutige Jugend auszulöffeln hat, was ihnen ihre Väter und Mütter mit der Brexit-Entscheidung und der Tatsache, dass viele von ihnen nicht an de Abstimmung teilnahmen, eingebrockt haben. Deshalb: Wählen gehen, damit nicht Andere für Dich entscheiden!





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