»JENA VOR 99 JAHREN« – Am 9. August 1919 starb Ernst Haeckel, aber seine „Villa Medusa“ ist auch heute noch ein populärer Wissenschaftsort

09.08.18 • JEZT AKTUELL, KULTUR & BILDUNG, NEWSCONTAINER, POLITIK & URBANES LEBEN, START, UNSER JENA, WISSENSCHAFT, MEDIZIN & TECHNIKKommentare deaktiviert für »JENA VOR 99 JAHREN« – Am 9. August 1919 starb Ernst Haeckel, aber seine „Villa Medusa“ ist auch heute noch ein populärer Wissenschaftsort

Blick in das im Original gehaltene Arbeitszimmer des Zoologen Ernst Haeckel (1834 – 1919). Der Naturforscher Haeckel, der oft auch als der „deutsche Darwin“ bezeichnet wird, nannte sein Wohnhaus in der Jenaer Berggasse „Villa Medusa“, weil er in der Bauzeit des Hauses gerade mit der Ausarbeitung seiner Medusenmonographie befasst war. – Foto © FSU Jan-Peter Kasper

(FSU) – Am 9. August 2019 jährt sich der Todestag Ernst Haeckels zum 100. Mal. In Vorbereitung auf dieses Jubiläum lässt die Friedrich-Schiller-Universität Jena derzeit das Wohnhaus des berühmten Biologen denkmalgerecht sanieren. Gefördert wird das ambitionierte Bauvorhaben auch von der HERMANN REEMTSMA STIFTUNG. Die gemeinnützige Organisation mit Sitz in Hamburg sicherte der Universität Jena dafür nun eine Spende in Höhe von 300.000 Euro zu.

Bildnis des Ernst Haeckel von 1874. – Abbildung © MediaPool Jena

Im Jubiläumsjahr 2019 möchte die Universität Jena Ernst Haeckel in vielfacher Weise gedenken und sich mit seinem epochalen Schaffen und Wirken auseinandersetzen. Einer der Höhepunkte wird dabei die Wiedereröffnung des Hauses sein, in dem der Biologe von 1883 bis zu seinem Tod 1919 lebte und arbeitete. Bereits seit Beginn dieses Jahres ist das Museum geschlossen und die Bauarbeiten sind in vollem Gange. „Die Universität freut sich sehr über die Unterstützung seitens der HERMANN REEMTSMA STIFTUNG, trägt diese doch somit einen bedeutenden Teil zur Finanzierung der aufwendigen Restaurierungsarbeiten bei“, sagt Uni-Präsident Prof. Dr. Walter Rosenthal, der die Spende zusammen mit dem Institut für Zoologie und Evolutionsbiologie sowie dem Ernst-Haeckel-Haus eingeworben hat. Nicht zuletzt dank solcher Projekte und Kooperationen gelinge es der Friedrich-Schiller-Universität, ihr Erbe sorgsam, wissenschaftlich fundiert und öffentlich zugänglich zu erhalten.

Von Ernst Haeckel der Oberrealschule in Jena gewidmetes Buch „Die Welträtsel“. – Abbildung © MediaPool Jena

Dabei sieht sie sich auch dem Ansinnen Ernst Haeckels verpflichtet: Der Naturforscher hatte testamentarisch verfügt, dass in seiner „Villa Medusa“ ein Forschungsinstitut einzurichten sei sowie seine Sammlungen, Archive und alle Einrichtungsgegenstände dort für die Nachwelt erhalten werden sollten. Vor allem sein Arbeitszimmer – das Herzstück des Hauses – bietet noch heute einen unmittelbaren Zugang zum Menschen und Wissenschaftler Ernst Haeckel. Das Haus vermittelt zudem einen Eindruck von der engen Verbindung zwischen Wissenschaft und Kunst im Wirken seines einstigen Bewohners. Dazu Dr. Sebastian Giesen, Geschäftsführer der HERMANN REEMTSMA STIFTUNG: „Es ist ein Glücksfall, dass dieses einzigartige Ensemble durch das bewegte 20. Jahrhundert hindurch erhalten werden konnte und seine ursprüngliche Nutzung behielt. Unser Dank gilt der Universität Jena, die auch in Zukunft für das Ernst-Haeckel-Haus Sorge tragen wird.“

Seit der Gründung des Museums ein Jahr nach dem Tod des Zoologen ist es bis heute Anlaufstelle für historisch interessierte Laien und Gastwissenschaftler aus aller Welt. Die Friedrich-Schiller-Universität unterhält hier einen einmaligen Lernort, in dem Schülerinnen und Schüler, Studierende und andere Gäste in authentischer Umgebung Wissenschaftsgeschichte erleben können. Das Ernst-Haeckel-Haus mit seinem Museum und Archiv sowie dem Lehrstuhl für Geschichte und Philosophie der Naturwissenschaften gehört heute zum Institut für Zoologie und Evolutionsforschung der Universität Jena.





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