Damit Krebs gar nicht erst entsteht: Dysplasie-Einheit der UKJ-Frauenklinik von der Deutschen Krebshilfe rezertifiziert

27.03.19 • JEZT AKTUELL, NEWSCONTAINER, START, UNSER JENA, WISSENSCHAFT, MEDIZIN & TECHNIKKommentare deaktiviert für Damit Krebs gar nicht erst entsteht: Dysplasie-Einheit der UKJ-Frauenklinik von der Deutschen Krebshilfe rezertifiziert

Zertifizierte Experten in Sachen Dysplasie (v.l.): Dr. Stefanie Schütze, Univ.-Prof. Dr. Ingo Runnebaum und Stefanie Krüger-Rehberg. – Foto © UKJ Szabó

(UKJ/kbo) – Über 70 Prozent aller Frauen haben im Laufe ihres Lebens eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV). Bei den meisten verläuft sie harmlos und unbemerkt. In einigen Fällen jedoch führt das Virus zu Krebsvorstufen am Gebärmutterhals oder äußeren Genitale, sogenannten Dysplasien. Um solche Krebsvorstufen frühzeitig zu erkennen und schonend zu behandeln, hat sich an der Klinik für Frauenheilkunde und Fortpflanzungsmedizin des Universitätsklinikums Jena (UKJ) eine Dysplasie-Einheit etabliert – die erste zertifizierte in Deutschland. Nun hat die Deutsche Krebsgesellschaft die Einheit rezertifiziert und bescheinigt damit höchste Qualitätsstandards.

Die Urkunde der DKG. – Foto © UKJ Szabó

„Wir engagieren uns, in Kooperation mit den niedergelassenen Gynäkologen, konsequent für die Krebsvorsorge. Mithilfe unserer Dysplasie-Einheit konnten wir sicherlich bei Tausenden Frauen eine weitergehende bösartige Erkrankung verhindern“, erklärt der Direktor der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Fortpflanzungsmedizin, Professor Ingo Runnebaum, die Bedeutung der Dysplasie-Einheit. Die beiden Oberärztinnen Dr. Stefanie Schütze und Stefanie Krüger-Rehberg leiten die Dysplasie-Einheit. In ihrer ambulanten Dysplasie-Sprechstunde können betroffene Patientinnen Auffälligkeiten abklären lassen. „Eine Dysplasie ist kein Krebs, kann aber im Laufe vieler Jahre dazu führen“, stellt Dr. Schütze klar. „Sie kann verschiedene Schweregrade aufweisen. Manche Dysplasien bilden sich von selbst wieder zurück, andere müssen behandelt werden.“

Ganz wichtig sei daher die Krebsvorsorgeuntersuchung beim Gynäkologen. Bei unklaren Befunden überweist der Frauenarzt seine Patientin ans Dysplasiezentrum. Dort werden die Patientinnen weitergehend untersucht, in der Regel mit dem Kolposkop. „Das ist eine Art Mikroskop. Mit seiner speziellen Vergrößerungsoptik können wir Scheide und Gebärmutterhals gut begutachten“, erklärt Krüger-Rehberg. „Manchmal ist auch eine kleine Gewebeentnahme nötig.“ Im vergangenen Jahr erhielten über 800 Patientinnen eine Abklärungskolposkopie in der Dysplasie-Einheit der Frauenklinik, etwa 150 wurden wegen einer schweren Dysplasie operativ behandelt.

„Wir möchten, dass sich möglichst viele Frauenärzte mit der wirksamen Behandlung von Krebsvorstufen des Gebärmutterhalskrebses und der Krebserkrankung der äußeren Genitale auskennen und befassen“, so Professor Runnebaum. Daher bietet die Frauenklinik am UKJ regelmäßig zertifizierte Kolposkopiekurse an, der nächste für Fortgeschrittene findet statt von Freitag, 5. April, bis Samstag, 6. April. Frauenärzte können hier ihr Basiswissen zur Kolposkopie vertiefen und zum Abschluss des Intensivkurses eine Prüfung zum Kolposkopiediplom ablegen. Weitere Informationen und Anmeldung hier.





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