Radweg unter der Camsdorfer Brücke: Sondersitzung des SEA wurde auf nächste Woche verschoben

11.09.19 • JEZT AKTUELL, NEWSCONTAINER, POLITIK & URBANES LEBEN, START, UNSER JENAKommentare deaktiviert für Radweg unter der Camsdorfer Brücke: Sondersitzung des SEA wurde auf nächste Woche verschoben

So soll der Radweg die Camsdorfer Brücke unterqueren. – Grafik: Stadt Jena

(Wolfgang Wolf) – Die für gestern vor Ort an der Camsdorfer Brücke geplante Sondersitzung des Stadtentwicklungsausschusses der Stadt Jena musste um eine Woche verschoben werden. Der Grund hierfür lag im krankheitsbedingten Ausfall von städtschen MitarbeiterInnen, die dort die Situation hätten erläutern sollen. Es wurde für die kommende Woche der 18.09. (= Mittwoch) als neuer Termin vereinbart.

Um was geht es? – Für RadfahrerInnen ist die Situation der Querung der Karl-Liebknecht-Straße auf Höhe der Camsdofer Brücke unbefriedigend bis gefährlich, weshalb der Beirat Radverkehr der Stadt Jena eine Unterquerung der Brücke empfohlen hat. Hierzu gab es Untersuchungen des Dresdner Büros Schlothauer & Wauer Ingenieurgesellschaft für Straßenverkehr zu den verkehrlichen Alternativen zur Radunterquerung; in Auftrag gegeb worden waren sie durch die Stadt Jena. Untersucht wurde:

Variante 1: Die Verschiebung der bestehenden Fußgängerfurt um rund 20 Meter in Richtung Osten bis in Höhe der Straße „Am Saaleufer“. Zusätzlich ist eine Spursignalisierung der Linksabbieger aus der Zufahrt „Am Anger“ und der Rechtsabbieger aus der Zufahrt „Am Eisenbahndamm“ vorzusehen.

Variante 2: Eine separate signalisierte Querung über die Camsdorfer Brücke wird neu gebaut, welche sich rund 50 Meter östlich des Knotenpunktes „Steinweg“/“Am Eisenbahndamm“/“ Am Anger“ befinden soll.

Variante 3: Herstellung einer Querungshilfe über die Camsdorfer Brücke in Höhe der Zufahrt der Straße „Am Saaleufer“

Dem Gutachten von Schlothauer & Wauer nach stellt keine der drei Varianten eine Lösung dar, (Zitat) „die leistungsfähig für den Verkehr und zugleich als Fußgängerquerung verkehrssicher ist.“ Die Gegner der Unterquerung der Brücke führen jedoch den Verlust an Natur an, der mit einer solchen Lösung verbunden wäre. Für die Radunterquerung müssten knapp 20 teils sehr große Bäumen gefällt werden und ein streng geschütztes Biotop müsse weichen, so heißt es.

Entsprechend einer Untersuchung der Planungsgesellschaft Scholz + Lewis mbH aus Dresden, die ebenfalls durch die Stadt Jena in Auftrag gegeben worden war, habe der geplante Radweg unter der Brücke keine nachweisbaren Auswirkungen auf die Wasserspiegellage der Saale bei einem Jahrhunderthochwasser, außerdem keinen nennenswerten Einfluss auf Fließgeschwindigkeiten und stelle nur einen geringen Eingriff in das Biotop dar. Lediglich eine Hecke, die als Sichtschutz zum Biotop in zwei Bögen am Radweg gepflanzt werden soll, könne, wie das Gutachten ausführt, (Zitat) „wegen der höheren Schadensanfälligkeit“ aus hydrodynamischer Sicht ein Problem darstellen und deshalb „nicht empfohlen werden.“





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