„Mit dem richtigen Rhythmus Leben retten“: Informationsstand am 16. und 17.09. zur „Woche der Wiederbelebung“

14.09.19 • JEZT AKTUELL, NEWSCONTAINER, START, UNSER JENA, WISSENSCHAFT, MEDIZIN & TECHNIKKommentare deaktiviert für „Mit dem richtigen Rhythmus Leben retten“: Informationsstand am 16. und 17.09. zur „Woche der Wiederbelebung“

Intensivmediziner des UKJ informieren anlässlich der Woche der Wiederbelebung über das Thema Reanimation. – Foto: UKJ

(ukj/ac) – Mehr als 80.000 Menschen sterben jährlich am plötzlichen Herztod – damit zählt er zu einer der häufigsten Todesursachen in Deutschland.

„Eine Herzdruckmassage verdreifacht die Überlebenswahrscheinlichkeit des Betroffenen“, weiß Thomas Fricke, Intensivmediziner an der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Universitätsklinikum Jena (UKJ). „Aber das ist vielen leider nicht bewusst.“ Deshalb klären er und sein Team der Reanimationsausbildung im Rahmen der Woche der Wiederbelebung auf: Woran erkennt man einen Kreislaufstillstand? Wie läuft eine Herzdruckmassage ab? Und wie funktioniert ein Defibrillationsgerät? Am 16. September informieren die Experten Patienten, Mitarbeiter und Besucher von 9 bis 15 Uhr in der Magistrale und auf den Stationen des UKJ am Standort Lobeda darüber, am 17. September von 10 bis 16 Uhr in der Ernst-Abbe Bücherei in der Jenaer Innenstadt.

Die Besucher haben an beiden Aktionstagen die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden: Mithilfe von Übungspuppen können sie die Herzdruckmassage und den Einsatz eines Defibrillators trainieren. „Viele Notfallzeugen zögern – oft aus Angst, etwas falsch zu machen“, sagt Fricke. „Beim Kreislaufstillstand zählt aber jede Sekunde.“ Je schneller eine Reanimation beginnt, umso höher sind die Überlebenschancen des Betroffenen. Denn Hirnzellen sterben beispielsweise schon nach zwei Minuten ohne Sauerstoff unwiderruflich ab. „Ist jemand bewusstlos und atmet nicht mehr, sollte sofort mit der Herzdruckmassage begonnen werden. Dafür drückt man 100 bis 120 Mal pro Minute fünf bis sechs Zentimeter tief in den Brustkorb“, erklärt Fricke. „Beispielsweise im Takt vom Lied ‚Stayin Alive‘ der Bee Gees.“

In Jena werden lediglich 39 Prozent der Betroffenen von Notfallzeugen wiederbelebt. Die Laienreanimationsquote in anderen europäischen Ländern, beispielsweise in Skandinavien, liegt hingegen bei 50 bis 70 Prozent. „Das ist auch in Jena und ganz Deutschland möglich“, ist sich Fricke sicher. „Besonders wenn man schon Kindern und Jugendlichen das Wissen über die Bedeutung von Wiederbelebung näher bringt. Das ist dann wie Radfahren – einmal gelernt, vergisst man es nicht so schnell.“ Deshalb geht er auch aktiv auf Thüringer Schulen zu. Neben den Schülern des Stadtrodaer Gymnasiums „Johann Heinrich Pestalozzi“ schult der Intensivmediziner auch Viertklässler der Talschule Jena. Gemeinsam mit seinem Reanimationsausbildungsteam frischt er im Rahmen der Aktionswoche auch das Wissen seiner ärztlichen Kollegen des Zentrums für ambulante Medizin am UKJ zum Thema Wiederbelebung auf.





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