Wie verhext: Zweimalige Führung reichte nicht zum Sieg – Der FCC ist nun hoffnungslos am Tabellenende

22.09.19 • JEZT AKTUELL, NEWSCONTAINER, SPORT, START, UNSER JENAKommentare deaktiviert für Wie verhext: Zweimalige Führung reichte nicht zum Sieg – Der FCC ist nun hoffnungslos am Tabellenende

(FCC News) – Der FC Carl Zeiss Jena bleibt auch nach dem 9. Saisonspieltag ohne Sieg und verliert nach dem 2:3 in Chemnitz auch zum Tabellenvorletzten weiter an Boden. Dabei sah der FCC lange Zeit wie der sichere und auch verdiente Sieger aus. Aber nach 90 Minuten lagen sich die bis zur 70. Spielminute klar unterlegenen Chemnitzer in den Armen und feierten ihren ersten Saisonsieg, an dem wohl nicht viele der insgesamt 5.343 Zuschauer im Stadion an der Gellertstraße geglaubt haben dürften.

Über weite Strecken des Spiels konnten die mehr als 1.000 mitgereisten und großartig unterstützenden Zeiss-Fans mit dem Gebotenen ihrer Mannschaft zufrieden sein. Doch dann kam irgendwie alles zusammen. Doch der Reihe nach.

Beide Teams begannen engagiert und zeigten, dass sie hier die drei Punkte holen wollen. Dabei war der FCC zum munteren Spielbeginn die bessere Mannschaft und kam zu guten Möglichkeiten und Umschaltsituationen, wo jedoch zum Abschluss noch die Präzision beim letzten Zuspiel fehlte. Hingegen von Beginn an gefährlich wurde es, wenn der Ball ruhte und Nico Hamman sich anschickte, den Ball gefährlich in den gegnerischen Strafraum zu flanken. Nach einer Viertelstunde prüfte er mit einem Freistoß CFC-Schlussmann Jakubov, der aber noch rechtzeitig die Fäuste hochbekam (15.). Der anschließende Eckball hatte es in sich: Die gut hereingebrachte Hammann-Flanke wurde am kurzen Pfosten von Maximilian Rohr per Kopf ins Zentrum verlängert, wo Raphael Obermair aus Nahdistanz aufs Tor köpfte. Jakubov konnte den Ball klären, stand dabei aber deutlich hinter der Torlinie, was Spieler wie Zeiss-Fans zum Torhjubel veranlasste. Doch Manuel Gräfe, der viel laufen ließ, entschied auf „kein Tor“ (17.).

Spätestens jetzt war der FCC klar Herr im Hause der Himmelblauen. Lediglich Hosiner konnte nach 21 Minuten mit einem am Tor vorbeigegangenen Schlenzer für einen nennenswerten Akzent des CFC sorgen. Nach 25 Minuten wieder Eckball für Jena – dieses Mal von der rechten Seite. Wieder war es Nico Hammann, der den Ball scharf an den kurzen Pfosten brachte. Wieder war es Maximilian Rohr, der den Ball per Kopf ins Zentrum brachte, wo Raphael Obermair dieses mal mit dem Fuß zur Stelle war und zur verdienten 1:0 Führung des FCC einschoss. In der Folgezeit schüttelte sich der Gastgeber und wurde aktiver, ohne sich dabei nennenswerte Chancen zu erarbeiten.

In der 42. Spielminute genügte dann ein auf Davud Tuma gespielter Ball, bei dem Nico Hammann auf dem falschen Fuß erwischt wurde. Tuma, der Ex-Jenaer, lief allein auf Jo Coppens zu, wollte diesen umspielen und wurde dabei vom Jenaer Schlussmann regelwidrig von den Beinen geholt. Die Folge: Gelb für Coppens und Elfmeter für die bis dahin im Grunde chancenlosen Chemnitzer. Die Gelegenheit ließ sich Hosiner nicht nehmen, der sicher vom Punkt zum schmeichelhaften 1:1 traf (42.). Um ein Haar wäre die erste Halbzeit komplett auf den Kopf gestellt worden. Wieder war es Tuma, der auf Coppens zudribbelte, dabei ins Straucheln kam und von Jenas Keeper im letzten Augenblick fair vom Ball getrennt werden konnte (45.). So blieb es beim 1:1, das aus Jenaer Sicht und gemessen an den Spiel- und Chancenanteilen im Grunde zu wenig war, aber gleichzeitig für den zweiten Spielabschnitt alles offen ließ.

Jena kam personell unverändert aus der Kabine, und auch am Bild der ersten Halbzeit sollte sich nichts ändern. Der FCC war die bessere Mannschaft. Das druckvolle Spiel wurde belohnt! In der 53. Spielminute bestrafte Eroll Zejnullahu eine überhebliche Zidane-Kopie vor dem Chemnitzer Strafraum mit der Balleroberung, passte mustergültig auf Niklas Jahn, und der Youngster (18) pattete eiskalt durch Jakubovs Hosenträger zum 2:1 für Jena ein. Verdient! Kurz darauf war es wieder Jahn, der wunderbar bedient wurde, und wieder schloss Jahn erfolgreich ab! Doch der tausendfache Jubel im Jenaer Fanblock wurde jäh unterbrochen, denn Manuel Gräfe entschied auf Abseits – eine mindestens diskutable Entscheidung (57.). Jena blieb am Drücker, hatte durch Tim Kircher nach schöner Einzelaktion die größte Möglichkeit (73.), doch der erlösende und sicher vorentscheidende dritte Treffer wollte nicht fallen. Von Chemnitz war in der zweiten Halbzeit offensiv nichts zu sehen. Doch dann schepperte es dennoch im Jenaer Tor. Nach einer Flanke in den Strafraum wird Raphael Obermair vom eingewechselten Awuku beim Kopfball umgestoßen, dieser kann unbedrängt einköpfen, und auch Volkmers Klärungsversuch auf der Linie kann das Unheil nicht stoppen (81.).

Das 2:2 aus dem Nichts, und Chemnitz nun oben auf, während Jena für keine Entlastung mehr sorgen konnte und keine Struktur mehr im Spiel hatte. Als wäre das 2:2 gemessen am Spielverlauf nicht schon bitter genug, setzte Hosiner kurz vor Schluss noch einen drauf. Der FCC zu passiv an der Grundlinie, und eine Hereingabe nach innen vollendete Hosiner fast auf der Torlinie stehend (89.) zum 3:2. Der Platzverweis in der 90. Minute für Eroll Zejnullahu, der Gelb-Rot sah, war fast nur noch eine Randnotiz. Am Ende verlor der FC Carl Zeiss Jena ein Spiel, in dem er über weite Strecken wie der sichere und verdiente Sieger aussah. Aber einige umstrittene Entscheidungen des Schiedsrichters Manuel Gräfe und eine zu passive Jenaer Schlussviertelstunde sorgten dafür, dass der FCC und seine treuen Fans weiter auf den ersten Saisondreier warten müssen. Bitter sind Niederlagen immer. Die heutige gehört sicher mit zu den bittersten.

Lukas Kwasniok: „Wir gehen als brutal enttäuschter Verlierer vom Platz, wobei darauf bis zur 75. Minute nicht viel darauf hingedeutet hat. Das Spiel muss bis dahin entschieden sein. Wir machen zwar das 3:1, das aber nicht gegeben wurde. Und das war nur eine von drei, vier 50-50-Situationen, die zu unseren Ungunsten entschieden wurden. Die Leistung der Mannschaft fand ich für dieses Spiel, für diese Drucksituation absolut in Ordnung. Mein Trainerkollege hat vorhin gesagt, wenn man drei Tore schießt, dann hat man auch nicht unverdient gewonnen. Ich denke, damit bringt er es auf den Punkt. Und trotzdem müssen wir bis dahin das Spiel längst entscheiden haben.“





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