„Dein ZONO Radio Jena Sonntagabend-Programm ab 20:00 Uhr“ mit: Westernhagen / Sounds vom Synthesizer / Mauerfall / DDR-Alltag

10.11.19 • AUS DER REGION, JEZT AKTUELL, KULTUR & BILDUNG, NEWSCONTAINER, START, UNSER JENA, UNSER JENA & DIE REGIONKommentare deaktiviert für „Dein ZONO Radio Jena Sonntagabend-Programm ab 20:00 Uhr“ mit: Westernhagen / Sounds vom Synthesizer / Mauerfall / DDR-Alltag

20:00 Uhr ==> „hr3: SOUNDS VOM SYNTHESIZER“ – Wiederholung einer Radiosendung vom 03.11.1985

Zum Wiederhören gibt es eine vierunddreißig Jahre alte Hörfunk-Sendung des Hessischen Rundfunks/hr in der Moderation von Rainer Sauer. Die Originalsendungen werden wiederholt über Antenne, Kabelnetze und das Internet mit freundlicher Genehmigung des Hessischen Rundfunks.

Hintergrund: Vierzehntäglich Sonntags um 21:00 Uhr wurde die Sendung ab 1983 ausgestrahlt, bevor sie Anfang 1986 der neuen Programmstruktur des Dritten Hessischen Hörfunkprogrammes weichen musste. Vor allem unter ihrem Moderator Rainer Sauer erreichte die Sendung einen Status in der deutschen Elektronik-Musikszene, dem nur noch die WDR-Sendung „Schwingungen“ mit deren Moderator Winfried Trenkler gleichkam. Seit Jahren wiederholt ZONO Radio Jena jeden Sonntag um 20:00 Uhr eine historische „Sounds vom Synthesizer“-Sendung mit direktem, auf den jeweiligen Monat angepassten, Zeitbezug.


21:00 Uhr ==> „9. NOVEMBER 1989“ – Ein Originaltonhörspiel

2001 wurde mit dem Radio Jena-Beitrag „9. November 1989“ von Rainer Sauer erstmals eine Radio OKJ-Sendung mit einem überegionalen Radiopreis ausgezeichnet. Damals gab es den TLM-Hörfunkpreis als „Beste Radiosendung Thüringens“, dem wenig später der ÖTV-Radiopreis folgte.

Sauer fasziniert das, was hinter historischen Ereignissen steht und sich durch Menschen mit deren eigenen Worten darstellen lässt – z. B. zwei völlig unterschiedliche Weisen, ein und dasselbe Ereignis zu kommentieren. In diesem Sinn hat er für seine Radio-Collage aufgefundene O-Töne aus drei Jahrzehnten von Politikern, Journalisten und Verantwortungsträgern aber auch ganz normalen Menschen zu einen Originaltonhörspiel kombiniert, das eine chronologische Abfolge der Ereignisse zwischen der DDR und der BRD von der Berliner Blockade 1948 über den Bau der Mauer und des tödlichen Grenzzauns bis zum 9. November 1989 ergibt. Darüber hinaus kann man das hautnah nacherleben, was an diesem Tag unmittelbar vor und nach der Grenzöffnung geschah.


ca. 22:15 Uhr ==> „DIE HEILE WELT DER DIKTATUR – Alltag und Herrschaft in der DDR von 1971 bis 1989″ Dr. Stefan Wolle liest aus seinem gleichnamigen Buch “ – Wiederholung aus dem Jahr 1999

Die Lesung des Autors Dr. Stefan Wolle wurde im November 1998 – also neun Jahre nach dem Fall der Mauer – in der Rathausdiele in Jena aufgezeichnet als erste Radioproduktion für den Offenen Hörfunkanal Jena überhaupt.

Um was geht es? – Die Bilder von der untergegangenen Welt der DDR fallen immer mehr auseinander. Die einen erinnern sich behaglich schmunzelnd an die humoristischen Aspekte des DDR-Alltags oder sind stolz auf die Fähigkeiten des „kleinen Mannes“, mit Mangelwirtschaft oder Unzulänglichkeiten des täglichen Lebens unzugehen. Andere verweisen bitter und anklagend auf Mauer, Schießbefehl, Zuchthausstrafen oder Zwangsadoptionen.

Für die einen gab es in der Deutschen Demokratischen Republik eindeutig staatlich gelenktes Unrecht, andere weigern sich bis heute – selbst als Ministerpräsident – die DDR einen Unrechtsstaat zu nennen. Stefan Wolle versucht, diese widersprüchlichen Bilder wieder zusammenzufügen. Von den Alltagserfahrungen bis zu den Herrschaftspraktiken. Hierbei setzt er Maßstäbe: materialreich, provokant und sinnlich.


ca. 23:25 Uhr ==> „Das Pfefferminz-Experiment“ – ZU hören gibt es einige Titel des neuen Westernhagen-Albums, das am Freitag erschienen ist

Schauplatz: Woodstock, New York, eine alte Holzkirche mit bunten Glasfenstern, die ein Aufnahmestudio beherbergt. Darin eine Handvoll Musiker, unter ihnen der Grammy-prämierte Multiinstrumentalist und Produzent Larry Campbell, außerdem Sänger, Songschreiber, Musiker und Produzent Marius Müller-Westernhagen. Er hat alte Stücke mitgebracht, die in den USA niemand kennt und in Deutschland fast jeder. Gemeinsam erkunden sie, wie sich dieses Material neu interpretieren lässt – als Musik von heute. Alle sind entspannt, es ist ein Experiment; wenn nichts so richtig daraus wird, wär’s auch okay. Aber es kommt ganz anders, ihr Zusammenspiel entfaltet eine ungeahnte Magie.

Vierzig Jahre ist es her, da nahm Marius Müller-Westernhagen „Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz“ auf, ein nach vorn gehendes, freches Album aus zehn Songs. Es war bevölkert von Typen aus dem wahren Leben und es begründete 1978 die einzigartige Karriere von Westernhagen. Einzigartig, weil unter den Großen der Branche wohl niemand seinen Weg so konsequent selbstbestimmt gegangen ist, als Herr seiner selbst.

Auf dem Höhepunkt des kommerziellen Erfolges erkannte er, dass ihn Gigantomanie nicht mehr reizen konnte, sondern nur noch die Erweiterung seines künstlerischen Horizonts. Seine Musik wurde erdiger, luftiger, ging back to the roots. Und sie funktionierte auch unplugged ganz großartig. In der alten Kirche in Woodstock, dem legendären Dreamland Studio, wurden denn auch kaum mehr als ein paar Gitarren ausgepackt, eine Geige, eine Pedal-Steel-Gitarre, ein kleines Akkordeon, etwas Percussion. Und es ging tierisch los, nur ganz anders als vierzig Jahre zuvor.

Aus dem vorhandenen Baumaterial – Melodien, Akkorde, Texte – erschufen Marius Müller-Westernhagen und seine amerikanischen Begleiter ein traumhaftes Gewebe aus Atmosphäre, Intensität und Seele. Sie ließen alles Überflüssige weg und kochten die Stücke runter auf ihre Essenz. Das Pfefferminz-Experiment: Marius Müller-Westernhagen vocals, acoustic guitar / Larry Campbell acoustic and electric guitars, violin, mandolin, pedal steel guitar / Kevin Bents piano, Hammond organ, synthesizer, accordion / Jack Daley bass / Richard Hammond double bass / Aaron Comess drums, percussion / Lindiwe Müller-Westernhagen, Teresa Williams background vocals.


Zu hören ist ZONO Radio Jena über Antenne von Camburg bis Orlamünde und Apolda bis Eisenberg auf UKW 103,40 MHz, im Kabelnetz Ostthüringen auf 107,90 MHz sowie im Internet auf www.zono.de.





Kommentarfunktion derzeit ist geschlossen.

« »


JENAhoch2 | Omnichannel-Media für Stadt und Region