„Der NABU sucht die Haselmaus“ und ruft „Großen Nussjagd in Thüringen“ auf

11.09.14 • FREIZEIT & GARTEN, JEZT AKTUELL, STARTKeine Kommentare zu „Der NABU sucht die Haselmaus“ und ruft „Großen Nussjagd in Thüringen“ auf

JEZT - Haselmaus schnuppert an Eberesche - Foto © Leo fokus natur

(JEZT / NABU | 2014-09-11) – Jetzt im September ruft der Naturschutzbund (NABU) Thüringen mit der „Großen Nussjagd in Thüringen“ dazu auf, im Wald Spuren von Haselmäusen zu suchen.

Durch ihre versteckte Lebensweise sind Haselmäuse schwer zu beobachten. Deshalb ist wenig über ihre Verbreitung in Thüringen bekannt“, erklärt die Biologin Franziska Hermsdorf, die als „Schlaumaus“ das Projekt in Thüringen koordiniert. Deshalb ist es dem NABU Thüringen ein großes Anliegen, viele große und kleine Haselmaus-Freunde in diesem Herbst zum Mitforschen zu bewegen.

„In diesen Tagen werden die Haselnüsse langsam reif. Sie dienen der scheuen und gefährdeten Haselmaus als Nahrung. Anhand von Fraßspuren an den Nüssen können wir erkennen, welches Tier daran genagt hat und ob es vielleicht die Haselmaus war.“ Deshalb ist jetzt eine gute Zeit, um als Schulkasse, Kindergruppe oder Familie in Wald und Flur nach angeknabberten Nüssen zu suchen. Die Erstbestimmung der Fraßspuren ist kinderleicht und kann mithilfe des Aktions-Faltblattes von jedem selbst durchgeführt werden. Die schwierigen oder haselmausverdächtigen Fälle können dann in das Nussjagd-Büro des NABU geschickt werden, wo sie von der Schlaumaus nachbestimmt werden.

Wichtig ist für die Nussjagd wirklich außerhalb der Ortschaften an Waldrändern und Hecken nach Haselmüssen zu suchen. Zwar finden sich auch in Gärten und Ortsbegrünungen angeknabberte Nüsse, die Fraßspuren stammen jedoch in aller Regel von Echten Mäusen und Eichhörnchen. „Gute Chancen angeknabberte Nüsse von Haselmäusen zu entdecken hat man in Laub- und Mischwäldern mit artenreichem Unterwuchs. Hier findet die Haselmaus, die mit dem Siebenschläfer verwandt ist, genügend Unterschlupf und Nahrung.“ Aus Erfahrung weiß Franziska Hermsdorf zu berichten, dass sich Haselmäuse auch gerne Unterschlupf in Nistkästen suchen. „Durch solche Meldungen von Vogelkundlern konnten wir schon einige Vorkommen der Haselmaus in Thüringen nachweisen. In den daraus ermittelten Verbreitungsgebieten haben wir schon etliche Nistkästen aufgehängt und Sträucher gepflanzt.“

Wer das Glück hat, tatsächlich eine Haselmaus beobachten zu können, kann das daumengroße honigfarbene Tier mit den Knopfaugen anhand ihres stark behaarten Schwanzes leicht von der ähnlich gefärbten Gelbhalsmaus unterscheiden. Er dient dem kleinen Kletterkünstler als Balancierstange.

„Indem sie uns helfen, die Verbreitung zu erfassen, leisten Nussjäger einen aktiven Beitrag zum Haselmausschutz“, so die Schlaumaus. Wenn auch nicht jede Nussjagd zu einem neuen Haselmaus-Nachweis führt, den Spaß bei diesem detektivischen Naturerlebnis gibt es für alle Nussjäger.

Das Faltblatt mit Bestimmungshilfe zur „Großen Nussjagd in Thüringen“ kann über den NABU Thüringen, Leutra 15, 07751 Jena, Tel. 03641/605704, bezogen werden. Weitere Informationen und Materialien zur „Großen Nussjagd“ sind auch online HIER.

Hinweis: Das Konzept zur „Großen Nussjagd“ wurde nach einer Anregung aus England für Deutschland entwickelt und erstmalig im Jahr 2004 von der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt und dem Deutschen Verband für Landschaftspflege e.V. in Sachsen umgesetzt.





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