„zusammen (+) wachsen (=) 16.000 Euro“ – oder: Ist das der Weg, wie sich JENAPOLIS finanziert?

18.12.14 • AUS DER REGION, INTERESSANTES, JEZT AKTUELL, KULTUR & BILDUNG, NEWSCONTAINER, RADIO JENA, START, UNSER JENA, UNSER JENA & DIE REGION8 Kommentare zu „zusammen (+) wachsen (=) 16.000 Euro“ – oder: Ist das der Weg, wie sich JENAPOLIS finanziert?

JEZT - Arne Petrich Rechtsstreit - Fotovergleich JENAPOLIS und JEZT

Dieser Tage erreichte mich eingeschriebene Post von Herrn Rechtsanwalt Thomas Böhme, Unterm Markt 2, 07743 Jena. Herr Rechtsanwalt Böhme vertritt Herrn Arne Petrich, seines Zeichens Social Entrepreneur, Immobilienmakler und Erfinder der Formel „zusammen (+) wachsen (=) JENAPOLIS“. Also war ich gespannt, was denn nun schon wieder vorgefallen ist im (von A.P. so bezeichneten) „persönlichen Krieg“ zwischen Herrn Petrich und Herrn Sauer – inzwischen in Jena gemeinhin als JENAPOLEAK bekannt.

JEZT - Arne Petrich Rechtsstreit - Originalpanoramafoto JEZT

Ich hatte gerade im FOCUS einen Artikel über dubiose Abmahnanwälte gelesen, die mit Fotos im Internet ein großes Geschäft machen und viel Geld verdienen, und hoffte tatsächlich einen kurzen Moment lang, dass mir so etwas niemals passieren sollte, dann aber laß ich „…haben Sie am 13.12.2014 (…) ein zuvor von Herrn Petrich (…) eingesetztes Lichtbild verwendet. Das Foto ist als Lichtbild urheberrechtlich geschützt. Herr Petrich ist Inhaber der Lizenzrechte an dem Foto“. Solches konnte man in dem Schreiben von RA Thomas Böhme – nach eigener Darstellung spezialisiert auf den Schutz geistigen Eigentums – lesen, plus dem Nachsatz: „Mein Mandant hat daher Anspruch auf Unterlassung und Schadensersatz.“ Gegenstandswert 16.000 Euro. – Rumms!

Ich machte mir beim Lesen dieser Zeilen aber nicht so sehr wegen des Geldes Sorgen, sondern eher darüber, weshalb manche Blogjournalisten wie Haifische sind, Information fressen ohne nachzuschauen, was dran ist, sie anschließend verdauen und am Ende die Überreste als Nachricht wieder ausspucken.

JEZT - Schreiben von Herrn RA Boehme an Rainer Sauer vom Dezember 2014 - Abbildung © MediaPool JenaUm was geht es nun schon wieder? Schon einmal gab es im JENAPOLEAK eine rechtliche Auseinandersetzung Irritationen um die Exklusivität einer Pressemeldung (damals vom „Unser Stadion“-Verein) und auch jetzt ging es im Grunde um eine Pressemitteilung: Thomas Nitzsches Standpunkt zur Verkehrsführung im Magdelstieg. Diese wurde breit gestreut und erreichte sowohl JENAPOLIS als auch JEZT. Aber nicht die Meldung war dieses Mal der „Star“, sondern die Fotos dazu.

Bebildert wurde der entsprechende Artikel bei JENAPOLIS u.a. mit einem Foto, an dem Herr Arne Petrich alleinige und exklusive Bildrechte besitzt (siehe ganz oben als verschwommene Wiedergabe), wie dem links abgebildeten Schreiben des Herrn RA Böhme entnommen werden kann (zum Vergrößern bitte anklicken).

Bebildert wurde der entsprechende Artikel bei JEZT jedoch u.a. mit einem Foto, an dem der MediaPool Jena die alleinigen, exklusiven Bildlizenzrechte hat, wie man dem Bildtext entnehmen kann, wenn man es anklickt und abspeichern möchte.

Zugegeben, beide Fotos sind quadratisch. Sie sehen außerdem für einen Betrachter mit Sehschwäche ähnlich aus – siehe auch ganz oben im direkten Vergleich. Für einen oberflächlichen Beobachter vielleicht sogar zum Verwechseln ähnlich – ganz so wie Robbe und Schwimmer für einen Haifisch. Aber es ist trotzdem keineswegs dasselbe Foto, da unser Foto nicht aus JENAPOLIS entnommen wurde, sondern Teil einer Panoramaaufnahme ist (siehe Mitte oben; zum Vergrößern bitte anklicken / Detailansicht siehe Mitte unten; zum Vergrößern bitte anklicken).

Beim ruhigen Betrachten und Vergleichen stellt man zudem fest, dass es auf den beiden Fotos durchaus unterschiedliche Details gibt. Ganz so wie man es früher in einer Rubrik im „Bauernecho“ hatte, die „Im unteren Bild haben sich fünf Fehler eingeschlichen, kannst du sie finden?“ hieß und zu DDR-Zeiten sehr beliebt war.

JEZT - Arne Petrich Rechtsstreit - Originalfotoausschnitt JEZT

Gut, vielleicht sind beide Fotos am gleichen Tag aufgenommen worden, aber sicherlich zu unterschiedlichen Stunden, denn, wenn man sich zum Beispiel das kleine Asia-Restaurant auf der linken Bildseite anschaut, dann sind dort auf dem einen Foto (gefertigt von JENAPOLIS-Faktotum Mitarbeiter Tobias Netzbandt und versehen mit den teuren exklusiven originalen Bildlizenzrechten von Herrn Arne Petrich) die Rolläden geöffnet und auf dem in JEZT benutzten Foto geschlossen. Außerdem könnte, wenn man sich den Straßenbelag ansieht,  zwischen der Aufnahme des JENAPOLIS Fotos und des JEZT Fotos möglicherweise ein Regenschauer stattgefunden haben – man weiß es nicht. Außerdem fehlen auf dem JEZT Foto die blauen Mülltonnen auf der rechten Straßenseite, was wiederum gegen die Annahme spricht, dass beide Fotos vom gleichen Tag sind.

Auf jeden Fall ist es wohl so, dass Herr Arne Petrich offizieller Rechteinhaber an einem Foto ist mit blauen Mülltonnen, auf dem vor dem Asia-Restaurant mit geöffneten Rolläden ein schwarzes Fahrzeug, ein kleinerer weiß-grauer Wagen und dahinter ein grünes Auto steht; insgesamt sind es bei ihm etwa zehn Kraftfahrzeuge. JEZT hat dagegen ein Foto (ohne Mülltonnen) verwendet, auf dem dort vor „Hoang’s Asia Imbiss“ bei geschlossenen Rolläden ein schwarzes Fahrzeug, ein großer grüner Wagen und dahinter ein silber-graues Auto parkt; insgesamt knapp fünfzehn Fahrzeuge.

JEZT - Verpflichtungserklärung von Herrn RA Boehme an Rainer Sauer vom Dezember 2014 - Abbildung © MediaPool JenaWeshalb hat JEZT also – bzw. habe ich persönlich – „…am 13.12.2014 ein zuvor von Herrn Petrich eingesetztes Lichtbild verwendet…“? Und weshalb werde ich nun derart abgemahnt, dass Herr Arne Petrich mir gegenüber „…Anspruch auf Unterlassung und Schadensersatz…“ im Gegenstandswert von 16.000 Euro hat? War dies tatsächlich das „Haifische-fressen-Informationen“-Prinzip? Oder bloß eine weitere Attacke  im unendlich weiten JENAPOLEAKS Universum, um von eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken?

Nun weiß ich natürlich nicht, wie sich JENAPOLIS grundsätzlich finanziell trägt, kann nicht ermessen, ob Herrn Arne Petrich hierzu Werbeeinnahmen ausreichen oder in wie weit Projekt oder Mitarbeiter z.B durch kommunale oder staatliche Zuschüsse finanziert werden. Aber ich bin keinesfalls bereit eine Erklärung zu unterschreiben, nach der ich mich verpflichte, aufgrund rechtsmissbräuchlicher „Sachbeweise“ einer erfundenen Verletzung von Rechten, Geld zu bezahlen und Herrn Petrichs Arbeit so mitzufinanzieren.

Und was den Kommentar von Herrn RA Thomas Böhme, Unterm Markt 2, 07743 Jena, betrifft „…stattdessen berühmen Sie sich im Impressum…“, enthalte ich mich weiterer Worte und verweise immer wieder gerne auf das Kunsturhebergesetz und seine Nicht-Einhaltung durch JENAPOLIS (est. im Juli 2014). Oder wie mir ein guter Freund gestern im Jenaer Stadtrat riet: „Mach da doch endlich mal was.“

Sei es wie es ist, auf jeden Fall freue ich mich auf eine möglichst rege Diskussion zu diesem neuen Fall aus dem JENAPOLEAK.

gez.

Rainer Sauer, Jena





8 Kommentare

  1. Ernie sagt:

    Mann soll es nicht glauben was es alles gibt. Feine Herren sind das, diese Anwälte. Versuchen aus allem Geld zu schlagen. Ob Herr Petrich überhaupt wusste das mit seinem Namen Geld eingetrieben werden sollte sei einmal dahingestellt. Wenn ja dann wäre das ein Hammer.

  2. Pascal Elsner sagt:

    Das ist schon starker Tobak und es wirft ein Schlaglicht auf unsere derzeitige Gesellschaft. Erst mal jemanden anschwärzen und einen Schreck einjagen und dann schauen, wie er oder sie darauf reagiert. Traurig, einfach nur traurig. Ich glaube nicht, dass man die beiden Fotos nicht voneinander unterscheiden kann. Ich habe sofort die Unterschiede bemerkt.

    • Aufpasser sagt:

      Wer s glaubt wird selig. Schon oft hat Herr Sauer gegen Jenapolis Mitsrbeiter intrigiert . Wo sind Belege die zeigen, daß es nicht ein großer Schwindel ist? Auch Anwaltsschreiben kann man manipulieren.

      Und wer gibt Herrn Sauer das Recht einfach zu behaupten, daß Jenapolis Mitarbeiter staatliche Hilfe empfangen? Beweise Fehlanzeige. Aber das kennt man ja schon.

      • Rainer Sauer sagt:

        Sehr geehrter Aufpasser,

        was Belege angeht, da können Sie beruhigt sein. Einmal wurde das Anwaltsschreiben per Einschreiben zugestellt. Zum anderen wurde Herr Dr. Nitzsche als Autor des Artikels von Herrn Netzbandt auf die angebliche Verwechslung angesprochen.

        Was das andere anbetrifft, so habe ich nicht behauptet, dass JENAPOLIS Mitarbeiter staatliche Hilfe empfangen. Ich schrieb, dass ich nicht weiß, in wie weit Projekt oder Mitarbeiter z.B durch kommunale oder staatliche Zuschüsse finanziert werden. Damit meinte ich die Verfahrensweise, dass man Projekte z.B. beim Kulturausschuss oder vom Land fördern lassen kann. Der OK Jena stellt z.B. solche Anträge. Andere Hilfen, wie etwa Hartz IV oder BaföG, hatte ich nicht „auf dem Schirm“.

        Bezüglich der von Ihnen erwähnten „Intrigen“ verstehe ich Ihre Fragestellung so, dass ich Dinge erfinden würde. Niemand hat die Absicht, Dinge zu erfinden. Wenn dies notwedig ist, kann JEZT gerne eine weitere kleine Serie zu JENAPOLEAKS machen und ähnlich wie in diesem Artikel Schriftstücke zu JENAPOLIS und / oder den Mitarbeitern darlegen.

  3. Tobias N sagt:

    „wenn man sich zum Beispiel das kleine Asia-Restaurant auf der linken Bildseite anschaut, dann sind dort auf dem einen Foto (gefertigt von JENAPOLIS-Faktotum Tobias Netzbandt und versehen mit den teuren exklusiven originalen Bildlizenzrechten von Herrn Arne Petrich)“

    Hiermit stelle ich fest:
    Ich bin nicht der Bildautor.
    Ich bin kein Jenapolis-Faktotum.
    Ein Anruf hätte genügt, um dieses feststellen zu können. Offenbar wurde hier, wie in ähnlichen Beiträgen von Herrn Rainer, keine Sorgfalt auf das Einholen von Informationen gelegt.

    Mit freundlichen Grüßen
    T. Netzbandt, Jena

    • Der Wenigenjenaer sagt:

      nunja, laut wikipedia ist ein faktotum eine Person die in einem haushalt oder betrieb eine vielzahl von aufgaben wahrnimmt. so habe ich sie bei jenapolis immer verstanden und da war ich wohl nicht der einzige.

      und was das foto angeht – das habe ich mir als der artikel erschien gleich mal für alle fälle von jenapolis abgespeichert und siehe da was google mir an bilddetails mitgeliefert hat: aufnahme 10.12.2014 / tnetzbandt / samsung SM-G900F.

      diesen bösen amis von der nsa aber auch mit ihrem ewigen datensammeln…

    • Iffi sagt:

      Also was soll das liebe Jenapolis Leute? „Offenbar wurde hier keine Sorgfalt auf das Einholen von Informationen gelegt“ Das ist ja wohl ein Witz. Man muß erkennen, wenn man verloren hat. Wer dann immer noch draufhaut, der ist selber schuld und den bestraft das Leben.

  4. Jenenser sagt:

    Das sind die letzten Zuckungen um aus dem Portal noch etwas heraus zu holen. Jenapolis ist mittlerweile zu einer Propagandaplattform für Herrn Petrich und seine Freunde verkommen. Nachdem schon immer massiv in den Kommentaren zensiert wurde, hat man jetzt gleich ganz das Kommentieren nur noch mit Klarnamen möglich gemacht. Es gab wohl zu viele Petrich- und Piraten-kritische Kommentare. Jenapolis verstößt damit wohl gegen das Telemediengesetz. Dort heißt es in §13 Satz 6 „Der Diensteanbieter hat die Nutzung von Telemedien und ihre Bezahlung anonym oder unter Pseudonym zu ermöglichen, soweit dies technisch möglich und zumutbar ist“.

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