Diagnose Lungenhochdruck führte zu Hochrisikoschwangerschaft, doch das Kind kommt am Universitätsklinikum Jena gesund zur Welt

19.11.15 • JEZT AKTUELL, START, UNSER JENA, WISSENSCHAFT, MEDIZIN & TECHNIKKeine Kommentare zu Diagnose Lungenhochdruck führte zu Hochrisikoschwangerschaft, doch das Kind kommt am Universitätsklinikum Jena gesund zur Welt

JEZT - Das Team der Kardiologie um Prof Dr Christian Schulze) und Dr Daniel Kretzschmar wird Antje M. auch weiterhin betreuen - Foto © UKJ Szabo

Das Team der Kardiologie um Prof. Dr. Christian Schulze (re.) und Dr. Daniel Kretzschmar wird Antje M. auch weiterhin betreuen – Foto © UKJ Szabo

„Ich bin so froh, dass es meiner kleinen Tochter gut geht. Mit 1775 Gramm kam sie zur Welt. Ich danke den Ärzten und Pflegekräften, der Anästhesie, Geburtshilfe, Kardiologie und Kinderklinik am Uniklinikum Jena. Sie haben sich super um uns gekümmert. Ein großer Dank geht an meinen Lebensgefährten und meine Eltern, die mir immer zur Seite stehen“, sagt Antje M.

Die 38-jährige aus Bad Langensalza hat eine anstrengende Zeit hinter sich: Was für sie als normale Schwangerschaft begann, entpuppte sich als Hochrisikoschwangerschaft. Denn sie erhielt in der 33. Schwangerschaftswoche die Diagnose Lungenhochdruck. „Wir mussten das Kind in der 34. Woche per Kaiserschnitt holen. Eine normale Geburt ist bei dieser Belastung nicht möglich. Für die Mutter hätte es lebensgefährlich werden können. Die Entbindung verlief komplikationslos“, erklärt Prof. Dr. Ekkehard Schleußner, Direktor der Jenaer Frauenklinik am Universitätsklinikum Jena (UKJ).

Gemeinsam mit dem Team der Jenaer Kardiologen um Prof. Dr. Christian Schulze, Direktor der Klinik für Innere Medizin I, Dr. Martin Brauer, Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, und der Jenaer Kinderklinik kümmern sie sich interdisziplinär um Mutter und Kind. Als Frühgeburt wird das Mädchen weiter auf der Neonatologie versorgt.

Antje M. hat bereits einen achtjährigen Sohn. „In meiner ersten Schwangerschaft verlief alles problemlos. Doch in der jetzigen bekam ich schon bei geringster Belastung schwere Luftnot. Über Wochen gab es keine Besserung, bis ich nur noch wenige 100 Meter gehen konnte“, erinnert sie sich.

Die Experten der Kardiologie am Universitätsklinikum Jena untersuchten sie und stellten Lungenhochdruck fest, eine chronische Erkrankung, bei welcher der Blutdruck in den Lungengefäßen erhöht ist. Laut Prof. Dr. Christian Schulze auch eine seltene Erkrankung. „Etwa 30 bis 50 Fälle kommen auf eine Millionen Einwohner.“

„Die Symptome sich sind recht unspezifisch. Zunächst sind Leistungsminderung und Abgeschlagenheit Erscheinungen, die auch in einer normalen Schwangerschaft auftreten können. Woher der Lungenhochdruck und die Belastung des rechtens Herzens plötzlich kam, konnten wir nicht eindeutig klären. Denn die Patientin gehört nicht zur typischen Risikogruppe, die beispielsweise vorher eine Embolie, Infektion oder Bindegewebserkrankung hatte. Die Behandlung erfordert eine enge Abstimmung aller Spezialisten und wir sind stolz auf unser interdisziplinäres Herz-Team zur Behandlung dieser komplexen Krankheitsbilder“, ergänzt der Herzexperte.

Mit fortschreitender Schwangerschaft musste schnell gehandelt werden, um Mutter und Kind zu helfen. „Wir leiteten eine spezielle medikamentöse Therapie ein, die Besserung brachte. Vor allem das Herz unserer Patientin musste entlastet werden“, sagt Dr. Daniel Kretzschmar, Facharzt der Klinik für Innere Medizin I.

Patientinnen mit Lungenhochdruck müssen individuell beraten werden, wenn es um Kinderwunsch geht, so Schleußner. „Im Rahmen jeder Schwangerschaft kommt es zur Volumenveränderung. Eine solche Erkrankung ist eine enorme zusätzliche Belastung für Herz und Lunge.“

Die 38-jährige wird nun weiter am UKJ betreut. Die Diagnose müsse Antje M. noch verarbeiten. „Zuerst war alles ein Schock. Aber ich schaue auch mit Mut und Optimismus in die Zukunft. Die Erkrankung bringt natürlich viele Veränderungen mit sich, was man erstmal akzeptieren muss. Ich bin immer sportlich und aktiv gewesen. Nun freue ich mich über kleine Erfolgsschritte, zum Beispiel, wenn mein Herz nicht anfängt zu rasen und ich Dinge selbstständig erledigen kann. Auch der Austausch mit anderen Patienten hilft, denn sie verstehen die eigenen Probleme.





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