Neues von der „Curiosity“-Mission # 072: Wie lange wird der Staubsturm noch dauern?

22.07.18 • INTERESSANTES, JEZT AKTUELL, NEWSCONTAINER, START, WISSENSCHAFT, MEDIZIN & TECHNIKKommentare deaktiviert für Neues von der „Curiosity“-Mission # 072: Wie lange wird der Staubsturm noch dauern?

Der Mars Ende Mai und Ende Juli 2018. – Foto © NASA/JPL-Caltech/MSSS

(BERNHARD DOEPFER) – Ein Sturm aus winzigen Staubpartikeln hat seit Monaten einen Großteil des Mars erfasst und den auf Sonnenenergie angewiesenen NASA-Rover Opportunity dazu veranlasst, seinen wissenschaftlichen Betrieb einzustellen. Sein großer Bruder Curiosity bleibt jedoch vom Staub weitgehend unbeeinflusst, da er mit nuklearen Energiezellen betrieben wird. Inzwischen ist der aktuelle Mars-Staubsturm laut der NASA zu einem „planet-umspannenden“ Ereignis geworden, was man auch im Vergleich der oberen Fotos erkennen kann.

Für den fast 15 Missions-Jahre alten Opportunity-Rover der NASA heißt es: abwarten. Im Schlaf-Modus befindlich hat er das Glück, dass der Staubsturm wie ein atmosphärischer Isolator wirkt, der hilft, dass die Nachttemperaturen einen Wert nicht unterschreiten, der zu Vereisungen führt, die Opportunity nicht mehr bewältigen kann. Doch könnte es noch Wochen oder sogar Monate dauern, bis sich der Staub gelegt hat. Basierend auf der Langlebigkeit eines globalen Sturms im Jahr 2001 schätzen die NASA-Wissenschaftler, dass es September sein könnte, bevor sich der Schleier soweit geklärt hat, dass Opportunity sich wieder selbst einschalten und die Erde kontaktieren kann.

Während das Opportunity-Team also auf dessen vollständige „Genesung“ hofft, haben Wissenschaftler der anderen Mars-Missionen eine seltene Chance bekommen, das Staubsturm-Phänomen multiglobal zu untersuchen. Die Orbiter: Mars Reconnaissance Orbiter, Mars Odyssey sowie Mars Atmosphere and Volatile EvolutioN (MAVEN) und der Oberflächenrover Curiosity liefern rund um die Uhr ihre Beobachtungen des Roten Planeten an die zuständigen Auswertungsstellen bei NASA und ESA.

Curiosity mit seinem Mars Science Laboratory hat hierbei eine einzigartige Perspektive und „wir arbeiten gerade doppelt“, wie es der Curiosity Projektwissenschaftler Ashwin Vasavada ausdrückte. Der kleinwagen-große Rover hat eine Anzahl von Sensoren, die die Häufigkeit und Größe von Staubpartikeln messen, basierend darauf, wie sie Licht streuen und absorbieren. Begleitend hierzu werden atmosphärische Luftdruckverschiebungen gemessen. Und der globale Sturm kann auch Geheimnisse über die sog. Mars-„Staubteufel“ enthüllen. Staubteufel sind kleine. lokale Luftwirbel, die auftreten können, wenn die Oberfläche des Planeten heißer ist als die Luft darüber.

Zeitgleich führen die Wissenschaftler aber mit Curiosity dessen eigentliche Arbeit fort, führen neue Bohrungen durch und können dabei trotzdem den Staubsturm beobachten, in dem man zusieht, wie klein Haufen losen Materials, das durch die Bohrmaschine von Curiosity erzeugt wurde, sozusagen „vom Winde verweht“ wird. In der Bildmitte sind zwei Curiosity-Fotos vom Mai und vom Juni zu sehen, die die Verdunklung des Mars-Himmels durch den Sturm zeigen.





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