Soziokulturelles Wohnhaus am Jenaer Inselplatz: Rangeleien bei Baumfällungen und der Beseitigung baumartiger Gewächse

04.12.18 • JEZT AKTUELL, NEWSCONTAINER, POLITIK & URBANES LEBEN, START, UNSER JENAKommentare deaktiviert für Soziokulturelles Wohnhaus am Jenaer Inselplatz: Rangeleien bei Baumfällungen und der Beseitigung baumartiger Gewächse

Mitarbeiter des Kommunalservice Jena bei der Fällung von Bäumen am Inselplatz. – Foto © MediaPool Jena

(dani) – Seit langer Zeit wissen die sog. „Insulaner“, dass ihr buntes soziokulturelles Wohnhaus der geplanten Bebauung des Inselplatzes im Wege ist. Problem: Eingemietet im betreffenden Haus am Inselplatz 9a ist nicht das soziokulturelle Projekt sondern sind lediglich zwei offizielle Mieter einer einzelnen Wohung, denen jedoch keinerlei Gartennutzung zusteht. Nachdem deren Mietvertag gekündigt worden war, mochten diese beiden Mieter nicht freiwillig ausziehen und auch die in den anderen Wohnungen alternativ – das heißt: ohne Mietvertrag – lebenden rund ein Dutzend Menschen nebst einer im Garten eingerichteten „Volksküche“ wollen nicht weichen. Entstehen soll genau dort, wo sich derzeit die „Insel“ befindet, ein Hochhaus mit Teilen des psychologischen Institutes der Friedrich-Schiller-Universität Jena; es besteht Baurecht.

Nach der Fällung der ersten Bäumen am Inselplatz sieht man, was sich hinter den Zäunen befindet. – Foto © MediaPool Jena

Wie Clemens Leder als gewählter Sprecher der „Insel“ gegenüber der Presse erzählte, seien sämtliche Bemühungen, in Jena eine adäquate „Ersatz-Insel“ zu finden, bisher im Sande verlaufen (wir berichteten). Inzwischen ist der Freistaat Thüringen der neue Hausherr und der startete gestern, unter teils ohrenbetäubendem Lärm basslastiger Beats aus Lautsprechern, die Fällung und Beseitigung von 17 baumartigen Gewächsen und Bäumen – damit beauftragt worden war der Kommunalservice Jena (KSJ). Mehrere Bewohner versuchten am Morgen die Arbeiten zu unterbinden, indem sie auf Bäume kletterten oder sich an ihnen festhielten.

Wie es hieß, sei es außerdem zu Rangeleien zwischen Insulanern und Mitarbeitern des KSJ gekommen. Der linke Blog „Libertad Media“ berichtete gar von „friedlichem Widerstand“, dem „einfache körperliche Gewalt von einzelnen Mitarbeitern des KSJ“ entgegengesetzt wurde. Obwohl nach „LM“-Angaben „bis auf 20cm nah am Körper von Aktivist*innen mit Motorsägen gearbeitet“ worden sei, kam es zu keinerkei Verletzungen. Die Polizei schlichtete zwischen den Fronten und bemühte sich erfolgreich um Deeskalation. Die transportable Gemeinschaftsküche war zuvor zum Kulturschlachthof gefahren worden.





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