Von Cambridge nach Jena: Giancarlo Soavi zum Juniorprofessor für Optik zweidimensionaler Festkörper ernannt

15.02.19 • INFOS FÜR STUDIERENDE, JEZT AKTUELL, NEWSCONTAINER, START, UNSER JENA, WISSENSCHAFT, MEDIZIN & TECHNIKKommentare deaktiviert für Von Cambridge nach Jena: Giancarlo Soavi zum Juniorprofessor für Optik zweidimensionaler Festkörper ernannt

Dr. Giancarlo Soavi ist Juniorprofessor für Optik zweidimensionaler Festkörper. – Foto © FSU Jena

(Ute Schönfelder) – Die Ausschreibung kam wie gerufen und sie passte perfekt: Als Giancarlo Soavi im vergangenen Jahr hörte, dass die Friedrich-Schiller-Universität Jena einen Juniorprofessor für Optik zweidimensionaler Festkörper sucht, entschied sich der Nachwuchsphysiker ohne Zögern, sich zu bewerben. Nicht nur, dass dieses Fachgebiet genau auf seine eigene Expertise zugeschnitten ist, auch der „exzellente Ruf, den die Universität Jena im Bereich Optik und Photonik hat“, ermunterten ihn zu diesem Schritt. Und den hat er mit Erfolg absolviert. Inzwischen hat der 31-jährige Italiener seine Postdoc-Stelle an der renommierten University of Cambridge (UK) verlassen und die Ernennungsurkunde zum Juniorprofessor der Universität Jena in Empfang genommen.

Die Juniorprofessur ist im Institut für Festkörperphysik angesiedelt und gilt zunächst für vier Jahre. Nach erfolgreicher Evaluation wird sie in eine reguläre Professur überführt. Soavis Forschungsschwerpunkt ist der Spektroskopie ultraschneller Phänomene gewidmet. „Wir nutzen ultrakurze, nur wenige Femtosekunden dauernde Lichtpulse, um ihre Wechselwirkung mit Nanomaterialen zu untersuchen“, erläutert der Forscher. Während seiner Postdoc-Zeit in Cambridge hat sich Soavi dabei vor allem auf das Material Graphen fokussiert. „Dieses sehr dünne, nur aus einer Lage von Kohlenstoffatomen bestehende Material verfügt über eine Reihe ganz besonderer Eigenschaften“, sagt Soavi. Seine zweidimensionale Struktur macht Graphen beispielsweise zu einem Supraleiter, in dem elektrischer Strom praktisch ohne Widerstand fließen kann.

„Auch für Licht ist Graphen ein besonderes Material, so dass es für verschiedene photonische Anwendungen besonders interessant ist“, so Soavi. Graphen könne Licht absorbieren und in anderer Frequenz (Farbe) wieder abgeben. Das lasse sich beispielsweise zur Erzeugung von Laserstrahlung nutzen. In einer viel beachteten, kürzlich im Fachmagazin Nature Nanotechnology erschienenen Arbeit hat Soavi mit seinem Team aus Cambridge erstmals nachgewiesen, dass sich ein als „Third Harmonic Generation“ (Frequenzverdreifachung) bezeichneter Effekt in Graphen durch ein von außen angelegtes elektrisches Feld verstärken und kontrollieren lässt. „Damit haben wir praktisch einen Schalter entwickelt, mit dem wir die Umwandlung von Licht in Strahlung anderer Frequenz gezielt steuern können“, erläutert Soavi. Solche Graphen-basierten optischen Schalter könnten dazu beitragen, Bandbreite und Reichweite in der optischen Datenübertragung deutlich zu erhöhen.

Geboren und aufgewachsen ist Giancarlo Soavi in Mailand. Nach dem Besuch einer Militärakademie hat er an der Technischen Universität Mailand („Politecnico“) studiert und wurde 2015 mit seiner Arbeit „Ultrafast Photophysical Properties of Low-Dimensional Materials“ dort auch promoviert. Während der Promotionszeit war er bereits das erste Mal für einige Monate in Deutschland – an der Uni Konstanz in der Gruppe des Experimentalphysikers Prof. Dr. Alfred Leitenstorfer. Jena und seine Universität lernt der italienische Forscher, der sich in erster Linie als Europäer sieht, gerade erst kennen. „Die Stadt war mir als Wirkungsstätte von Carl Zeiß und gewissermaßen als Geburtsort der Mikroskopie natürlich ein Begriff“, sagt er. Doch die vielfältigen Wissenschafts-, Kultur- und Sportangebote von Jena und seiner Universität sind für ihn eine „sehr positive Entdeckung“, die er intensiv nutzen will. Seine Freizeit verbringt er vor allem sportlich und das sowohl als Einzelkämpfer mit Schwimmen oder Boxen als auch im Team mit Rudern und Beachvolleyball.





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