„Unfassbar. Uns hat es den Boden weggezogen unter den Füßen“: Leilas Mitschüler in Rothenburg ob der Tauber trauern um die in Jena getötete 9-Jährige

24.09.14 • JEZT AKTUELL, STARTKeine Kommentare zu „Unfassbar. Uns hat es den Boden weggezogen unter den Füßen“: Leilas Mitschüler in Rothenburg ob der Tauber trauern um die in Jena getötete 9-Jährige

JEZT - Das Haus in der Bonhoefferstrasse in Jena in dem die neunjaehrige Leila misshandelt wurde - Foto © MediaPool Jena

(JEZT / FRÄNKISCHER ANZTEIGER) – Ein trauriger Unterrichtsbeginn nach den Sommerferien überschattet eine Rothenburger Grundschule. Dort zeigen sich Lehrer ebenso wie Eltern und Kinder nach dem Tod der brutal misshandelten 9-jährigen Leila aus der Tauberstadt Rothenburg entsetzt über das schreckliche Geschehnis und bringen ihre Trauer zum Ausdruck.

„Unfassbar. Uns hat es den Boden weggezogen unter den Füßen.“ – Mit diesen Worten kommentierte Rektorin Elisabeth Schirner bereits in der letzten Woche die schlimmen Nachrichten aus Jena, wie der „Fränkische Aazeiger“ berichtete. Da stand bereits fest, dass die angehenden Viertklässlerin auf grausame Weise ums Leben gekommen war. Deshalb war es jetzt zum Schulbeginn an der Grundschul-Rektorin, an ihrer Einrichtung offiziell über das schreckliche Geschehen zu unterrichten. Auf diesem Weg solle der Verlust einer Schülerin, einer Kameradin des eigenen Kindes und einer Mitschülerin thematisiert werden, sagte sie der gleichen Zeitung, und zwar um allen den Umgang mit dem schlimmen Ereignis zu ermöglichen und bei der Trauer um das Opfer zu helfen. „Leider mussten wir erfahren, dass Leila, eine Schülerin unserer Schule, in Jena, wo sie ihre Ferien verbrachte, getötet worden ist. Dieser Vorfall erfüllt uns alle mit Trauer und Entsetzen,“ schreibt die Schulleiterin in einem Elternbrief, der inzwischen über die Klassen der Schule an alle Eltern verteilt worden ist.

JEZT - Plattenbau in der Bonhoefferstrasse in Jena in dem die neunjaehrige Leila misshandelt wurde - Foto © MediaPool JenaElisabeth Schirner war es auch, die Kräfte des „Kriseninterventions- und Bewältigungsteams Bayerischer Schulpsychologinnen und Schulpsychologen“ (KIBBS) an ihre Schule bat, um zum Schulbeginn vor Ort Lehrern und Kindern beim Umgang mit der Situation konkret zu helfen. „Wie kommen wir damit zurecht und was können wir tun, damit es uns wieder besser geht, wenn sich alles etwas gesetzt hat?“ – Diese Fragen und weitere in dieser Richtung stehen für Teamkoordinatorin Petra Lehmann aus Nürnberg und ihre Kollegen Andrea Blendinger, Tanja Nähr, Stefan Ermel und Norbert Glockner bei ihrer Arbeit in solchen Fällen im Mittelpunkt. „In dieser Situation kann es doch nicht um Schuldzuweisungen oder um Spekulationen in dem Fall gehen. Da hat anderes Vorrang,“ betont die Frau an der Spitze des Psychologen-Teams gegenüber der Redaktion. Laufen Ermittlungen auch in Rothenburg? Die Schulleiterin verneint.

Wie gemeldet, war das verstorbene Mädchen in den Sommerferien zu ihrer Tante in die Bonhoefferstraße im Jenaer Stadtteil Lobeda-Ost geschickt worden, wo sie mehrere Wochen verbrachte. Als das Mädchen regungslos am Boden in der Wohnung vorgefunden worden sei, habe der irakische Lebensgefährte der Tante, die in der Nähe wohnende Großmutter des Mädchens angerufen und dann in deren Auftrag den Notfallrettungsdienst alarmiert. Dem Notarzt sei es zunächst gelungen, das Kind zu reanimieren, hieß es, doch kurze Zeit später war Leila im nur wenige Hundert Meter entfernten Universitätsklinikum Jena verstorben.

Bei der Obduktion der Leiche wurde laut einem Bericht der Staatsanwaltschaft Gera festgestellt, dass das Mädchen über mehrere Tage vermutlich durch gezielte Tritte in den Bauch und Unterleib schwer misshandelt worden war. Der Tat verdächtig sind neben der Tante des Kindes und ihrem Lebensgefährten auch die Großmutter und der ebenfalls in der Wohnung in der Bonhoefferstraße lebende Urgroßvater von Leila. Zum Zeitpunkt ihres Todes habe sich die Familie des Kindes – ihre Mutter und ihr tunesischer Stiefvater – samt des gemeinsamen Sohns auf einer Urlaubsreise im Ausland befunden, meldete der „Fränkische Anzeiger“ nun.





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