„50 Jahre Neu-Lobeda“: Neu-Lobeda oder einfach nur Lobeda? – Der Ortsteil befragte schon im Jahre 2004 hierzu die Bewohner

28.06.17 • INTERESSANTES, JEZT AKTUELL, KULTUR & BILDUNG, NEWSCONTAINER, POLITIK & URBANES LEBEN, START, UNSER JENAKeine Kommentare zu „50 Jahre Neu-Lobeda“: Neu-Lobeda oder einfach nur Lobeda? – Der Ortsteil befragte schon im Jahre 2004 hierzu die Bewohner

JEZT Radio Bericht TeaserDer Ortsteil Neu-Lobeda liegt rund sieben Kilometer südlich vom Stadtzentrum entfernt und ist mit seinen rund 23.000 Einwohnern der größte Stadtteil Jenas. Neu-Lobeda – bestehend aus den beiden Teilen West und Ost – wurde 1967 konzipiert und ab den 1970er Jahren als typische Plattenbausiedlung erbaut.

Seit der Wende ist die Stadterneuerung zu einer Hauptaufgabe vieler Akteure in Neu-Lobeda West wie -Ost geworden. So wurden neben den planerischen Voraussetzungen bis zur Jahrtausendwende einige herausragende Maßnahmen realisiert, darunter im Rahmen der „EXPO 2000“ Naturräume erschlossen, öffentliche Räume umgestaltet und einprägsame Quartiere mit neuen Stadträumen geschaffen, denn der Ortsteil liegt in einer landschaftlich sehr reizvollen Umgebung im Saaletal, ist ein „Stadtteil im Grünen“. In diesem Jahr feiert er sein 50-jähriges Jubiläum und darum geht es bei uns im Thema des Monats Juni 2017.

Blick von Maua auf Neu-Lobeda – Foto © 2003 MediaPool Jena

Als von 1966 an die ersten Wohnblocks in der späteren Edwin-Morgner-Straße (heute Theobald-Renner-Straße) montiert wurden, bürgerte sich ein Name ein, der über Jahrzehnte für das 40.000-Menschen-Wohngebiet sowohl als territoriale Verortung als auch zur Identifikation diente: „Neulobeda“. Dieser Stadtteil verband sich mit hohem Wohnstandard: geheizt, fließend warmes Wasser und Balkon. Wer hier eine Wohnung beziehen konnte, war stolz. Und letztlich verhalf dieses Neubauprogramm Jena zum Großstadtstatus im Jahr 1975, die Kriterien waren die Gleichen wie heute. Die über die Jahre immer wieder geäußerte Frage „Lobeda oder Neu-Lobeda?“ ist inzwischen Geschichte, denn das Image des Ortsteils hat sich gewandelt wie der Name. Im offiziellen Sprachgebrauch heißt der Stadtteil nun „Lobeda“. Der Stadtteil hatte sogar eine eigene Postleitzahl: 6902, die 6901 war schon durch den Landkreis belegt.

Blick auf das frühe Neu-Lobeda aus der Luft. – Fotowiedergabe © Förderverein der Alfred-Brehm-Schule Jena mit freundlicher Genehmigung des Bauaktenarchivs der Stadt Jena

Für die Stadtteilzeitung fragte man schon 2004  die Bewohner, was nach deren Meinung die treffendste Bezeichnung für das Wohngebiet ist. Das Ergebnis: Besonders den Jüngeren gefällt „Lobeda“ besser, das Wörtchen „Neu“ muss nicht davor stehen. Für sie ist die Wohnqualität entscheidend und nicht so sehr der Name. Die große Mehrheit findet, dass die jetzige Bezeichnung „Lobeda“ nicht genügend abgrenzt gegenüber dem alten Lobeda, das es immerhin seit über 800 Jahren gibt. Sie sehen vor allem auch für Außenstehende Schwierigkeiten mit der Orientierung und bevorzugen deshalb „Neulobeda“. Der Name sei auch treffender bezüglich der Geschichte und Struktur hieß es vor 13 Jahren.

Andere Befragte sahen eine sinnvolle Namensgebung in den schon immer im Sprachgebrauch verwendeten Bezeichnungen „Lobeda-West“ und „Lobeda-Ost“. Dann wäre auch die Bezeichnung „Lobeda-Altstadt“ entsprechend eindeutig, so die Meinung. Vielen war die Bezeichnung aber auch egal: „Wir leben in Jena, wozu dann noch Stadtteilnamen?“ – auch das war seinerzeit zu hören.





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